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Starportrait: Yul Brynner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von moviefan   
Dienstag, 14. November 2006
Eines vorweg: Niemand weiß so genau, ob Yul Brynner am 7. Juli 1915 oder erst am 11. Juli 1920 geboren wurde - auf der Insel Sachalin oder in Wladiwostock, der russischen Großstadt am Pazifik. Der Mann ohne Frisur machte es seinen Möchtegern-Biografen alles andere als leicht, er verriet nur sehr wenig über seinen Lebenslauf. Sein Vater war mit ziemlicher Sicherheit ein Schweizer mongolischer Herkunft, Erfinder von Beruf - aber wer war Yuls Mutter? Russin oder Rumänin?

Brynner machte sich einen Spaß aus der allgemeinen Verwirrung und soll einmal gesagt haben: "Die Leute kennen mein wahres Ich nicht und sie werden es auch nie ergründen." 1989 veröffentlichte sein Sohn Rock dennoch Yuls Biografie. Demnach ist der Schaupieler und Regisseur eben nicht - wie er selbst behauptet hatte - der Sprössling einer rumänischen Zigeunerin, sondern der einer russischen Arzttochter gewesen. Wie auch immer, stürzen wir uns lieber auf die gesicherten Fakten...

Wenn irgendwelche Starlets von heute behaupten, sie hätten eine im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Kindheit gehabt, weil sie von New York nach New Jersey gezogen sind, wird der 1985 verstorbene Mr. Brynner in seinem Grabe schmunzeln. Yuls Mutter brach, als sich der Vater aus dem Staub gemacht hatte, mit ihren zwei Kindern von Russland bzw. der UdSSR nach China auf, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Anfang der 30er-Jahre verschlug es die Kleinfamilie nach Paris. Der umtriebige Heißsporn Yul, der eigentlich Taidje Kahn geheißen haben will, (über)lebte nach einem kurzen Gastspiel am Gymnasium als Sänger, Trapez- und Allroundkünstler. In den Pariser Nachtclubs trat er zusammen mit russischen Zigeunern auf. Vielleicht behauptete der Mann mit dem durchdringenden Blick deshalb, seine Mutter wäre Zigeunerin gewesen. Oder war sie tatsächlich eine?

"1941" schrieb man aufs Briefpapier, als sich der junge Yul aufmachte, Amerika zu erobern. Er wurde Schüler von Michael bzw. Mikhail Chekov und tourte als Theaterschauspieler durch die Staaten. Im selben Jahr wurde er "Die Stimme Amerikas", übernahm den Job des französisch sprechenden Ansagers. Kurz darauf schaffte es der ehrgeizige Schauspieler an den Broadway.

Es war wohl das mongolische Blut, das Yul Brynner den Weg zum Superstar ebnete. 1952 besetzte man ihn für die Rolle des Königs von Siam im Musical "Der König und ich". Dieser Part schien ihm auf den Leib geschrieben, kein anderer kam für die Verfilmung des Bühnenerfolgs im Jahre 1956 als Mongkut in Frage. Peitschend und halbnackt empfahl sich der 26- oder 31-Jährige für den Academy Award, den er im folgenden Jahr dann auch abholen durfte.

1958 glänzte der Glatzkopf als Dmitri in der Verfilmung von Dostojewskis letztem Roman "Die Brüder Karamasoff". So ungewöhnlich wie Brynners Aussehen waren auch zumeist seine Rollen: Ramses ("Die zehn Gebote", 1956), Salomon ("Salomon und die Königin von Saba", 1959) und Sharif ("Flucht aus Zahrain", 1962) hießen die Personen, die er darstellte.

Doch auch im echten Leben lieferte Mr. Brynner reichlich Futter für die Presse - schließlich war er nicht weniger als viermal verheiratet. 1985 starb der Ausnahmeschauspieler an Lungenkrebs.

Geburtsdatum:
1915-07-07

Geburtsort:
Insel Sachalin, Russland

Sterbedatum:
1985-10-10

Auszeichnungen:
NBR Award (USA) 1956
Oscar (USA) 1957

Mit freundlicher Unterstützung von rtv.de






Filme mit Yul Brynner

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