| Watchmen - die Wächter |
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| Geschrieben von: sushi25 |
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OT: Watchmen Screening: OV
Regisseur: Zack Snyder
cast: Malin Akerman, Carla Gugino, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan
Kinostart 05.03.2009
Watchmen spielt in einer
abgewandelten Version der USA in den 1980ern. Im fortdauernden kalten Krieg
sind die Russen die außenpolitischen Gegner. Die USA hat den Vietnamkrieg dank
Dr. Manhattens gewonnen. Nixon ist zum dritten Mal als US-Präsident gewählt
worden. „Superhelden“ sind nach dem Sensationserfolg des ersten Superman-Comics
Ende der 1930er Jahre aufgekommen. Sie sind kostümierte, maskierte
Verbrecherjäger, Menschen ohne große Fähigkeiten, die sich später als die
„Minutemen“ zusammentaten – und bis zu den 50er Jahren nach und nach freiwillig
oder unfreiwillig in den Ruhestand traten. Anfang der 60er entstand eine neue
Generation, mit neuen technischen Fähigkeiten und zum Teil auch mit
tatsächlichen Superkräften. Sie gerieten in den 70ern durch ihre Selbstjustiz
in die Diskussion und wurden durch den Keene-Act zuletzt vor die Alternative
gestellt, zurückzutreten oder für die Regierung zu arbeiten. Einige, wie Nite
Owl 2 und Silk Spectre 2, hörten damals schlicht auf, Dr. Manhattan arbeitet
seither in der Forschung oder wie der Comedian im Geheimdienst, Ozymandias
ließ die Maske öffentlich fallen und verdiente als Kopf des Veidt-Konzerns ein
Vermögen, Rorschach ging in den Untergrund und bekämpft – von der Polizei
gesucht, von den Medien totgeschwiegen – das Verbrechen weiter.
Der ehemalige Superheld The
Comedian wird von einem Unbekannten ermordet. Rorschach macht sich auf die
Suche nach dem Täter und wittert bald eine Verschwörung, als weitere
Superhelden bedroht werden. Die ehemaligen Kollegen von Rorschach reagieren auf
seine geäußerten Vermutungen mit Desinteresse.
Dr. Manhattan flieht nach einem
Skandal in den Weltraum, auf Ozymandias wird ein Attentat verübt, Rorschach
selbst in eine Falle gelockt. Nite Owl 2 meistert, aufgerüttelt durch die
Verhaftung Rorschachs, seine Angst wieder aktiv zu sein. Er reaktiviert
zusammen mit Silk Spectre 2 das Owl Ship, die beiden befreien Rorschach und
gemeinsam kommen sie der (tatsächlichen) Verschwörung auf die Spur.
Der Film basiert
auf Alan Moores 12 Comics, die 1986 zuerst bei DC Comics erschienenen sind. Die
Comics haben es als einzige Vertreter des Genres in die Time-Liste der 100
besten literarischen Werke des 20. Jahrhundert geschafft. Jack Snyder („300“)
wagt auch hier die Verfilmung eines schwierigen Stoffs, der Inhalt von 12
Comics will erst mal sinnvoll in einen Film gepackt sein. In der Umsetzung
dieser Masse liegt das Hauptproblem des Films. Es muss nicht 1 Superheld
eingeführt werden, sondern gleich eine ganze Horde gänzlich unbekannter Figuren
müssen vorgestellt werden (Superman kennt man auch ohne einen Film gesehen zu
haben, anders die Helden hier). Snyder füttert die Zuschauer über 162 – das
sind 2 Stunden Vierzig Minuten- mit Informationen. Man muss ihm zugute halten,
dass es hierbei nicht langweilig, leider aber auch nicht wirklich spannend
wird.
Mag die
filmische Umsetzung auch versuchen, möglichst Werkgetreu die Vorlage von Alan
Moore zu bedienen, so ist das Ergebnis trotz interessanter, düsterer Optik
schwere Kost, die kaum die Zuschauerzahlen eines „Dark Knight“ oder „Ironman“
erreichen werden. Eine Identifikation mit den Protagonisten der Story aufgrund
deren mehrheitlich vorhandener dunkler Seite wird dem Zuschauer kaum
ermöglicht. Fans des klassischen Superheldengenres wird das Popcorn
stellenweise im Hals stecken bleiben und wie es ein Journalist der mit mir im
Screening saß treffen formulierte, diese werden danach erst mal wieder Asterix
lesen müssen, um sich wieder neu zu konfigurieren und neu einzunorden.
Watchmen ist ein Film der
nachdenklich macht. Noch nie habe ich ein Screening verlassen und die
Anwesenden so intensiv (und ratlos) über einen Film diskutieren hören.
Kommentare (2)
![]() geschrieben von Roland, März 19, 2009
Eins vorab: ich kannte die Watchmen nicht, bin also vollkomen unbedarft in´s Kino gegangen. Und ja, ich habe nichts gegen Superhelden-Filme, auch wenn es nicht mein Lieblingsgenre ist. Trotzdem ist Watchmen der mit Abstand schlechteste Film, den ich je gesehen habe (kommt noch nach den deutschen Sexkomödien der 70er). Grund: Laaaaaaaangweilig (ich hatte gehofft, daß in der Kinopause nach 1,5 Stunden Schluß ist, kam´ aber noch eine Stunde, echt übel. Andauerndes Dummgeschwätz), überbrutal (was soll das? Lockert man so Filme auf?), unlogisch. Selbst das fadenscheinige Ende konnte einen total verkorksten Kinoabend nicht retten. Einzig positiv: handwerklich gut gemacht (gute Effekte) und guter Soundtrack. Wenn aber das Kosten von 100 Millionen Dollar rechtfertigt, dann kommt ja noch was auf uns zu.
Könnte noch viel mehr schreiben, so habe ich mich über den Schmarrn geärgert. Skala von 1 (Miserabel) - 10 (absolute Spitzenklasse) = - 1. Absolutes Finger weg, für schöne Abende dann doch lieber "Heidi" aus der Videothek ausleihen ;-o Kommentar schreiben
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„Watchmen“ zeigt eine alternative Realität im Jahr 1985. Richard Nixon wurde mehrmals wiedergewählt und tritt seine inzwischen fünfte Amtszeit an. Die USA haben in Vietnam gesiegt und Vietnam wird als 51th State bezeichnet, also als 51. Staat der USA. Doch, die Doomsday-Clock steht auf kurz vor 12, ein drohender Untergang der Welt durch einen Atomschlag, sei es durch die Amerikaner oder die Sowjetunion, scheint unausweichlich. Nicht einmal der, durch einen Strahlenunfall zum gottgleichen Dr.Manhattan mutierte Physiker Jon Osterman(Billy Crudup) könnte dies noch aufhalten. Doch er ist nicht der einzige „Super“-Held. Eine Helden-Gruppierung, die Watchmen, wurden durch einen Staatserlass dazu gezwungen ihr Superheldendasein an den Nagel zu hängen. Allerdings, mit dem vorzeitigen Ruhestand ist es nun wohl vorbei, als bekannt wird das einer der ihren, der Comedian(Jeffrey Dean Morgan), einem Mord zum Ofer fiel. Der letzte noch aktive der Gruppe, Rorschach(Jackie Earle Haley), macht sich zunächst allein daran den Mord und die Hintergründe aufzuklären, auf Unterstützung der Anderen wartet er zunächst vergeblich. Doch, als er langsam aber sicher einer schrecklichen Verschwörung auf die Spur kommt, die das Schicksal der Welt bestimmen wird, werden auch die anderen Watchmen, Night Owl II(Patrick Wilson), Silk Spectre II(Malin Akerman) und Ozymandias(Matthew Goodem) hellhörig…
Wow, also nach den ersten 10-15 Minuten dachte ich zunächst, ich wäre evtl. doch im falschen Film. Man wird beinahe erschlagen von dieser alternativen Vergangenheit, und wenn man sich hier schon dagegen sträubt oder sich nicht irgendwo festklammert um in den Film gezogen zu werden, könnte es auch schon zu spät sein. Sehr gut helfen einem dabei die exzellent aussehenden Credits am Anfang. Während die Schauspieler und Produzenten gezeigt werden, sieht man einige Szenen, die einem helfen einen Kontext aufzubauen, und so den Film recht gut einzuordnen, eine Art Nachrichten-Collage, die u.a. zeigt, wie der Comedian Kennedy erschossen hat. Zusätzlich bekommt man so schon einen sehr guten Einblick in den visuellen Stil des Films, der einem auch im Film immer wieder sehr positiv auffällt.
Keine der Figuren im Film entspricht der Definition eines typischen Superhelden den die meisten kennen. Zunächst hat keiner Superkräfte außer Dr.Manhattan. Alle anderen sind einfach normale Menschen mit trainierten Fähigkeiten und viel Geschick, aber von Superkräften sehr weit entfernt, am ehesten also mit Batman vergleichbar. Noch dazu sind die meisten Figuren sehr düstere, kaputte Charaktere. The Comedian ist Frauenhasser, Vergewaltiger und gewalttätiger Psychopath der seine Gewaltfantasien u.a. im Vietnamkrieg ausgelebt hat. Rorschach ist ebenfalls ein Fall für die Klappsmühle, kanalisiert seine Wut aber immerhin noch auf die Verbrecher, nicht auf die unschuldigen. Night Owl II wird vom Rächer der Nacht zum einfach Schnösel mit Potenzproblemen. Einzig Silk Spectre II klammerte sich weiterhin an die Superhelden, hat sie doch zu Beginn des Films eine Beziehung mit Dr.Manhattan. Trotzdem ist sie von ihrer eigentlichen Rolle als fesche Latex-Beauty weit entfernt.
Manhattan, der einzige im Bunde mit echten Superkräften und typischer Comic-Vergangenheit, ist aber trotzdem kein Clark Kent. Er entfernt sich immer mehr von den Menschen, wird ihnen überdrüssig, hat er doch Mächte die die kühnsten Vorstellungen der Menschen weit übersteigen. Er kann sich auf den Mars teleportieren, auf der Sonne laufen, ist unsterblich, kann in seine eigene Zukunft blicken und sich vervielfältigen. Durch seine vielen Fähigkeiten wurde er von der US-Regierung engagiert und von dem Medien verkauft als „Gott, der Amerikaner ist“.
Im Film erfährt man nach und nach die Hintergründe der meisten Charaktere. Dabei läuft die Hauptstory ebenfalls weiter. Zu Beginn wird zunächst besonders Wert darauf gelegt in diese düstere, aber auch schrille Welt einzutauchen. Die Hauptstory kommt so zunächst gar nicht von der Stelle und man fragt sich evtl., worum es denn nun eigentlich überhaupt geht. Aber die Story wird zum richtigen Zeitpunkt immer wieder angestoßen und gut fortgeführt bis zum schockierenden Finale. Dieses wurde, wie ich gelesen habe, geändert, und entspricht nicht dem Comic Ende. Im Vergleich mit den beiden Enden, finde ich das Filmende aber noch besser weil ironischer und irgendwie auch schlauer durchdacht.
Die Schauspieler, muss ich zugeben, kannte ich durch die Bank eigentlich gar nicht. Ich wüsste nicht einen der Schauspieler in einem Film zuvor schon mal gesehen zu haben. Trotzdem oder evtl auch gerade deswegen, spielen alle ihre Rollen, in der Synchro zumindest, wirklich ziemlich gut. Der O-Ton kann da nur genau so gut oder noch besser sein. Besonders gut gefiel mir vor allem der Rorschach Darsteller, ironische Dialoge und Sprüche, geniale Stimme, eine perfekte Figur!
Aber auch sonst kommen die Ironie und der Witz des Ganzen nie zu kurz. Dialoge haben bissige Inhalte, einige Situationen wirken surreal komisch und eigenartig, und gerade dadurch witzig. Aber auch Filmfans finden unterhaltsame Anhaltspunkte, wie den an Stanley Kubricks „Dr. Strangelove“ angelehnten Verhandlungsraum(War-Room) des Präsidenten zum Thema des bevorstehenden Atomkriegs. Einer der Anwesenden reißt sogar ähnliche Sprüche wie einer der Abgeordneten in Kubricks Film, herrlich.
Eine Zusatzerwähnung verdient der mehr als fantastische Soundtrack. Hiermit meine ich nicht den Score, der eher unbedeutend bleibt, sondern die genialen Songs die ansonsten verwendet werden. "The Times They Are A'Changin'" von Bob Dylan, "Hallelujah" in einer tollen Version von Leonard Cohen, "The Sounds of Silence" von Simon and Garfunkel oder Nenas "99 Luftballons". Einfach genial, immer an den passenden stellen, und natürlich alles sehr tolle Songs. Besonders "The Times They Are A'Changin'" erinnert direkt an den tollen Beginn von Snyders “Dawn of the Dead†mit Johnny Cashs Song “The man comes aroundâ€
„Watchmen“ ist Snyders dritte Regiearbeit und ich bin wieder sehr zufrieden. Das „Dawn of the Dead“ Remake gefiel mit sehr gut, sein Spektakel „300“ ist ebenfalls ein sehr gelungener Film und „Watchmen“ reiht sich da nicht nur wunderbar ein, sondern stellt sich sogar an die Spitze der 3 Filme. Den verlängerten Directors Cut auf DVD im O-Ton abwartend, vergebe ich für die Kinoversion eine:
Filmbewertung: 9/10