Filmkritik: Julie & Julia PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: Julie & Julia                                                                       Screening: OmU
Cast: Meryl Streep, Amy Adams, Stanley Tucci, Chris Messina
Regie: Nora Ephron
Kinostart: 03.09.2009 

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Julie & Julia verbindet auf gelungene Weise 2 Biographien in einen wunderbaren Film. Buch 1 ist „My Life in France“, in dem Julia Child beschreibt, wie sie als Amerikanerin nach dem Krieg in Paris nicht nur die französische Küche lieben, sondern auch kochen lernt und das erste Kochbuch (Mastering the Art of French Cooking) über Französische Küche in amerikanischer Sprache schreibt. Buch 2 ist die Audiobiographie von Julie Powell „Julie & Julia“, die Anfang der Neuziger Jahre darüber im Internet darüber blogged, wie sie Julia’s Kochbuch nachgekocht hat.

Nora Ephrom (Sleepless in Seattle, You’ve got Mail) hat aus diesen beiden Buchvorlagen und beiden Zeitebenen gekonnt einen Film über die Leidenschaft für die Küche verwoben.

Paul Child, ein amerikanischer Diplomat im Auswärtigen Dienst tritt im Paris der Nachkriegszeit eine Stelle in der amerikanische Botschaft an. Seine Frau und er lernen die französische Küche kennen und lieben. Julia stellt fest, dass es keine Kochbücher über die Französische Küche auf Englisch gibt. Um französisch Kochen zu lernen, geht Sie als erste Amerikanerin an die an die berühmte Cordon Bleu Kochschule, wo sie als Frau und Ausländerin eher kühl empfangen wird. Zusammen mit 2 französischen Freundinnen gibt sie Amerikanerinnen szenenbild_09jpeg_700x464.jpg Kochunterricht in ihrer Küche und überarbeitet deren Kochbuch. Das Kochbuchprojekt wird schließlich zu ihrer Passion. Doch der Weg bis zu einer Veröffentlichung ist steinig.

Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2002, nähert sich Julie Powell aus New York ihrem 30. Geburtstag als unzufriedene Schriftstellerin, die in einem emotional kräftezehrenden Job bei einer Organisation arbeitet, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, nach dem 11. September 2001 das Gelände des World Trade Center wieder aufzubauen und den umgesiedelten Anwohnern zu helfen, sich dort wieder zurechtzufinden. Angespornt dadurch, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, entscheidet sie sich, sich durch das Meisterwerk von Julia Child zu kochen – 524 szenenbild_05jpeg_700x464.jpg Gerichte in 365 Tagen – und ihre Bemühungen und Erfahrungen in einem Internet-Blog festzuhalten. Mit dem Zuspruch ihres Mannes Eric – der die Früchte dieser Arbeit genießen konnte – beginnt Julie, die Höhen und Tiefen dieser zeitraubenden Aufgabe zu beschreiben.

 Julie & Julia bietet 123 Minuten entspannende Kinounterhaltung mit grandiosen Schauspielern. Nach „Doubt“ spielen Adams und Streep wieder zusammen. Die Besonderheit ist hier, dass sich die beiden Personen im Film nie persönlich begegnen. Meryl Streep ist unglaublich in ihrer Darstellung der sehr eigene Julia Child. Wenn möglich sollte man sich den Film unbedingt im Original ansehen, um die eigentümliche Sprechweise von Julia hören zu können. Nachdem Julia Child hier bei uns unbekannt sein dürfte, schaut mal auf Youtube eine der Original Julia Child Kochsendungen an. Es ist enorm (Oscarreif?!) wie nahe Meryl Streep dem Original kommt.  Adams ist wieder einmal bezaubend und überzeugt als Frau auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihre unschuldige, naive Art passt wunderbar auf die Rolle der Julie Powell die mit jedem Rezept Selbstbewußtsein und einen Sinn in ihrem Leben findet. Stanley Tucci ist souverän in seiner Rolle als Julia Childs Eheman, kann aber sein ganzes Potential nicht wirklich ausspielen. (Ich bin riesig gespannt auf seine Darstellung in "The Lovely Bones")

Es ist übrigens bizarr, einen Film anzusehen und danach ins Internet gehen zu können und Teile des Films, den Blog von Julie wahrhaftig im Netz zu finden. Link: http://blogs.salon.com/0001399/. Das Julie/Julia Project, Nobody here but us servantless American cooks... ist noch online.

Ich bin bekanntlich nicht der größte Freund von Bio-pics im Kino, da ich finde, dass sich Kinobesucher für ihre wenigen Kinobesuche Filme aussuchen sollen, bei denen die Bilder die Größe der Leinwand benötigen. Julie & Julia braucht die Leinwand zwar nicht um die Story zu transportieren, Gourmets, Kochsendungsfans und Romantiker werden im Kino mit dieser Liebeserklärung ans Kochen und an das joie de vivre definitiv ihren Spaß haben und richtig Appetit bekommen.

 7/10 Bestecken, äh Punkten

 

 

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