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OT: Up in the air                                                                screening: OV

cast: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman

Regie:  Jason Reitman

Kinostart: 04.01.2010

upintheair_plakat.jpgÜber den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für Ryan Bingham (George Clooney). 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, für 3.-Unternehmen Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan ist Flugprofi, er kennt die richtige Warteschlange bei der Sicherheitskontrolle, er hat alle wichtigen Frequent-Traveller-goldcards. Alle Cards? Ryan hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Ryan lebt ausschließlich aus dem Bordcase. In seinem Appartement ist der Kleiderschrank leer, mehr als in das Bordcase passt, ist für Ryan sinnloser Ballast. Ballast wie jegliche emotionale feste Bindung, die Ryan professionell vermeidet. Er hat sich faktisch von seiner Familien, seinen beiden Schwestern komplett entfremdet.

Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga), die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard Absolventin Natalie (Anna Kendrick) seinen Chef Craig (Jason Bateman) davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch upintheair1.jpgfesseln würden.

Die Entlassungen sollen künftig von der Firmenzentrale aus per Bildschirmarbeitsplatz erledigt werden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat? Und vor allem, wie soll Ryan sein Ziel des 10 Mio. Meilen-Kunden erreichen, wenn er nicht mehr fliegen darf? Unerwartet kann er das Ende seiner Flugtätigkeit hinausschieben, er soll Natalie vor Ort die Feinheiten der Entlassungstätigkeit beibringen.

Up in the Air enthält komische Momente, wenn etwas Ryan’s professionelles Bordcase-packen, oder sein Gang durch die upintheair2.jpgFlughafensicherheitskontrolle gezeigt wird. Jeder „Business-Kasper “ wird sich sofort wieder finden.

 

Das Schmunzeln bleibt Einem im Hals stecken, wenn die Kündigungstätigkeit von Ryan gezeigt wird. Insbesondere wenn man selber schon mal von einer Kündigung betroffen war, gerade auf der Jobsuche ist, oder auch nur die Angst kennt, wenn der Abteilungsleiter zum alljährlichen Gespräch ruft, kann man sich als Zuschauer nur zu gut in die im Film dargestellten, betroffenen Arbeitnehmer hineinfühlen. Die Firmenidee dürfte jedenfalls Aussicht auf Erfolg haben.

 

George Clooney gibt routiniert den Charmeur und kann auch die Downside des Vielfliegers vermitteln. Vera Farmiga (Der Junge mit dem gestreiften Pyjama) ist bezaubernd und Anna Kendrick (Twighlight) legt einen weiteren Stein für ihre Karriere. Die Verfilmung des Bestsellers „Der Vielflieger“ von Walter Kirn ist Regisseur Jason Reitman gelungen. Ein Film der zum Denken anregt.

Ein Film der zum Denken anregt und unter anderem Vielflieger, Flughafenfans, Businessjunkies ansprechen dürfte.

 

7/10 Punkten
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