| Invictus - Unbezwungen |
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OT: Invictus Screening: OV
Cast: Morgan Freeman , Matt Damon
Regie: Clint Eastwood
Kinostart: 18.02.2010
„Invictus“
(Invictus – Unbezwungen) berichtet, wie Präsident Mandela (Morgan Freeman) und
Francois Pienaar (Matt Damon) zusammenarbeiteten, um ihre individuellen
Hoffnungen in die Wirklichkeit umzusetzen: Der Präsident wollte sein Land
vereinen, der Kapitän seiner Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel verhelfen.
Ihr gemeinsames Ziel drückte sich in dem Motto aus: „Ein Team, ein Land“.
Zu Beginn von „Invictus – Unbezwungen“ wird Nelson Mandela, der aufgrund seines Widerstands gegen die Apartheid 27 Jahre lang eingekerkert war, zum Präsidenten von Südafrika gewählt. Doch das Land ist nach wie vor durch eine tiefe Kluft geteilt: Obwohl das ungerechte System offiziell abgeschafft worden ist, verlaufen die Linien der Rassentrennung weiterhin quer durch das Volk und können nicht einfach ausradiert werden. Weil sein Land zu implodieren droht, richtet Präsident Mandela seine Hoffnung auf ein überraschendes Ziel – den Rugby-Rasen.
Da Südafrika Gastgeber des Weltmeisterschaftsfinales ist, wünscht
sich Mandela, dass sich das gesamte Land gemeinsam für die Nationalmannschaft, die
Springboks, einsetzt. Er weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der
Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen
zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport
vereinen zu können, der alle Schranken überwindet.
Dieser
Zweck ist Mandelas Traum einer „Regenbogennation“ und beginnt mit den
Springbok-Farben Grün und Gold. Der Plan des Präsidenten birgt manches Risiko.
Angesichts der immensen sozialen und wirtschaftlichen Krise fragen sich sogar
seine engsten Berater, warum er sich gerade jetzt auf eine scheinbar so
unbedeutende Nebensache wie Rugby konzentriert. Viele wundern sich auch, dass
er die Springboks unterstützt, denn zu diesem Zeitpunkt wünschen sich die
schwarzen Südafrikaner, diesen Namen und das Vereinswappen ein für alle Mal
abzuschaffen, weil es für sie das lange verhasste Symbol der Apartheid
darstellt. Doch Mandela ist Visionär genug, um zu begreifen, dass die
Eliminierung des beliebten südafrikanischen Rugby-Teams die Kluft zwischen den
Rassen nur noch weiter vertiefen wird, bis sie eines Tages vielleicht nie mehr
überbrückt werden kann.
Wie dem auch sei – ein Rugby-Spiel wird nicht im Regierungspalast entschieden. Deshalb wendet sich Mandela an den einzigen Mann, der ihm bei seinem Vorhaben helfen kann: an Francois Pienaar, den Mannschaftskapitän der Springboks. Matt Damon spielt den Rugby-Spieler, der plötzlich in das Zentrum eines politischen Konflikts gerät. Und allmählich begreift das gesamte Team, dass es eine ganz entscheidende Rolle bei der Konsolidierung des Landes spielt. Im Team der Springboks spielt nur ein Farbiger, Chester Williams. Dieser wird ungewollt zu einem Symbol. Chesters Bild ziert während der Meisterschaft Flugzeuge.
Zu Beginn
des Films bittet der neue Präsident die weißen Mitarbeiter, die für Präsident
de Klerk gearbeitet hatten, ihre Arbeit fortzusetzen. Seine persönliche
Leibwache unter Führung von Jason Tshabalala und Linga Moonsamy sieht das ganz
gelassen … bis sie erfahren, dass die Regel auch für sie gilt. Plötzlich sind
sie Kollegen ehemaliger Mitglieder des Special Branch (Staatspolizei) – jener
Männer, die ihnen vor Kurzem noch nach dem Leben getrachtet hatten. Mandela
weiß genau, dass die persönlichen Leibwächter seine sichtbarsten Mitarbeiter
sind – die demonstrative Zusammenarbeit von schwarzen und weißen Mitgliedern
dieser Einheit macht also deutlich, dass sehr unterschiedliche Menschen in
seiner Regierung tätig sind. Daran liegt ihm sehr viel. Rugby hilft auch hier,
die Schranken zwischen den Rassen niederzureißen.
Invictus
kommt daher wie „ein Südafrikanisches Sommermärchen“. Das ist zwar gut gemacht,
aber etwas wenig, was man von einem Film über Nelson Mandela erwartet.
Das Rugbyteam beispielsweise besucht das Gefängnis auf Robben Island, die Zelle
in der Mandela 27 Jahre interniert war. Die Motivation und Quelle der Kraft und
des Vergebens Mandelas wird jedoch nicht wirklich beleuchtet. In der 2. Hälfte
des Films ist für meinen Geschmack deutlich zu viel Rugby und zu wenig Mandela. Hier hätte man möglicherweise durch einen anderen Schnitt mehr aus dem Film herausholen können. Eastwood kann nicht an die Qualität von Gran Torino anschließen. Rugby-Fans
können zu meiner Bewertung sicherlich noch 1-2 Punkte draufpacken.
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