Invictus - Unbezwungen PDF Drucken E-Mail
 

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OT: Invictus                                        Screening: OV
Cast: Morgan Freeman , Matt Damon
Regie: Clint Eastwood
Kinostart: 18.02.2010 

invictus_plakat.jpg Das Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 war für die meisten Menschen in der Welt nur ein spannendes Spiel wie andere auch. Doch für die Südafrikaner wurde es zu einem Wendepunkt in ihrer Geschichte – ein gemeinschaftliches Erlebnis, das dazu beitrug, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und neue Hoffnung für die Zukunft zu wecken.

 

„Invictus“ (Invictus – Unbezwungen) berichtet, wie Präsident Mandela (Morgan Freeman) und Francois Pienaar (Matt Damon) zusammenarbeiteten, um ihre individuellen Hoffnungen in die Wirklichkeit umzusetzen: Der Präsident wollte sein Land vereinen, der Kapitän seiner Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel verhelfen. Ihr gemeinsames Ziel drückte sich in dem Motto aus: „Ein Team, ein Land“.

 

Zu Beginn von „Invictus – Unbezwungen“ wird Nelson Mandela, der aufgrund seines Widerstands gegen die Apartheid 27 Jahre lang eingekerkert war, zum Präsidenten von Südafrika gewählt. Doch das Land ist nach wie vor durch eine tiefe Kluft geteilt: Obwohl das ungerechte System offiziell abgeschafft worden ist, verlaufen die Linien der Rassentrennung weiterhin quer durch das Volk und können nicht einfach ausradiert werden. Weil sein Land zu implodieren droht, richtet Präsident Mandela seine Hoffnung auf ein überraschendes Ziel – den Rugby-Rasen.

 

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Da Südafrika Gastgeber des Weltmeisterschaftsfinales ist, wünscht sich Mandela, dass sich das gesamte Land gemeinsam für die Nationalmannschaft, die Springboks, einsetzt. Er weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport vereinen zu können, der alle Schranken überwindet.

 

Dieser Zweck ist Mandelas Traum einer „Regenbogennation“ und beginnt mit den Springbok-Farben Grün und Gold. Der Plan des Präsidenten birgt manches Risiko. Angesichts der immensen sozialen und wirtschaftlichen Krise fragen sich sogar seine engsten Berater, warum er sich gerade jetzt auf eine scheinbar so unbedeutende Nebensache wie Rugby konzentriert. Viele wundern sich auch, dass er die Springboks unterstützt, denn zu diesem Zeitpunkt wünschen sich die schwarzen Südafrikaner, diesen Namen und das Vereinswappen ein für alle Mal abzuschaffen, weil es für sie das lange verhasste Symbol der Apartheid darstellt. Doch Mandela ist Visionär genug, um zu begreifen, dass die Eliminierung des beliebten südafrikanischen Rugby-Teams die Kluft zwischen den Rassen nur noch weiter vertiefen wird, bis sie eines Tages vielleicht nie mehr überbrückt werden kann. invictus Morgan Freeman

 

Wie dem auch sei – ein Rugby-Spiel wird nicht im Regierungspalast entschieden. Deshalb wendet sich Mandela an den einzigen Mann, der ihm bei seinem Vorhaben helfen kann: an Francois Pienaar, den Mannschaftskapitän der Springboks. Matt Damon spielt den Rugby-Spieler, der plötzlich in das Zentrum eines politischen Konflikts gerät. Und allmählich begreift das gesamte Team, dass es eine ganz entscheidende Rolle bei der Konsolidierung des Landes spielt. Im Team der Springboks spielt nur ein Farbiger, Chester Williams. Dieser wird ungewollt zu einem Symbol. Chesters Bild ziert während der Meisterschaft Flugzeuge.

 

Zu Beginn des Films bittet der neue Präsident die weißen Mitarbeiter, die für Präsident de Klerk gearbeitet hatten, ihre Arbeit fortzusetzen. Seine persönliche Leibwache unter Führung von Jason Tshabalala und Linga Moonsamy sieht das ganz gelassen … bis sie erfahren, dass die Regel auch für sie gilt. Plötzlich sind sie Kollegen ehemaliger Mitglieder des Special Branch (Staatspolizei) – jener Männer, die ihnen vor Kurzem noch nach dem Leben getrachtet hatten. Mandela weiß genau, dass die persönlichen Leibwächter seine sichtbarsten Mitarbeiter sind – die demonstrative Zusammenarbeit von schwarzen und weißen Mitgliedern dieser Einheit macht also deutlich, dass sehr unterschiedliche Menschen in seiner Regierung tätig sind. Daran liegt ihm sehr viel. Rugby hilft auch hier, die Schranken zwischen den Rassen niederzureißen. invictus3.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Invictus kommt daher wie „ein Südafrikanisches Sommermärchen“. Das ist zwar gut gemacht, aber etwas wenig, was man von einem Film über Nelson Mandela erwartet. Das Rugbyteam beispielsweise besucht das Gefängnis auf Robben Island, die Zelle in der Mandela 27 Jahre interniert war. Die Motivation und Quelle der Kraft und des Vergebens Mandelas wird jedoch nicht wirklich beleuchtet. In der 2. Hälfte des Films ist für meinen Geschmack deutlich zu viel Rugby und zu wenig Mandela. Hier hätte man möglicherweise durch einen anderen Schnitt mehr aus dem Film herausholen können. Eastwood kann nicht an die Qualität von Gran Torino anschließen. Rugby-Fans können zu meiner Bewertung sicherlich noch 1-2 Punkte draufpacken.

 

5,5/10 Punkten
 
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