Filmkritk: Cowboys & Aliens PDF Drucken E-Mail
 

Filmplakat Cowboys & Aliens OT: Cowboys & Aliens
Screening: OV/2D
Cast: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Sam Rockwell
Regie: Jon Favreau
Kinostart:  25.08.2011

In der Wüste von New Mexico, erwacht ein Mann ohne Namen (DANIEL CRAIG) und ohne Erinnerung. Er weiß nicht, wer er ist, woher er kommt, was er einmal gemacht hat, wie er an diesen Ort gekommen ist. Er weiß nur, dass er verletzt ist – davon zeugt ein tiefer Schnitt in seiner rechten Seite. Und dass er am linken Handgelenk eine eigenartige, massive Metallmanschette trägt, die er sich nicht erklären und die er nicht öffnen kann.

Der Mann ohne Namen macht sich auf in Richtung Absolution, der einzigen "Stadt" weit und breit. Absolution war ehemals ein boomendes Goldgräberstädtchen, das seine besten Zeiten bereits gesehen hat. Dort ballert ein junger Mann wild in der Gegend herum – Percy (PAUL DANO), der einzige Sohn des mächtigen Viehbarons Woodrow Dolarhyde (HARRISON FORD), sorgt mal wieder für Ärger. Weil sein Vater der reichste Mann weit und breit ist und die ganze Gemeinde mehr oder weniger auf Gedeih und Verderb von dessen finanziellem Wohlwollen abhängig ist, glaubt Percy, sich alles erlauben zu können – und schießt dabei stets mächtig übers Ziel hinaus. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass der Fremde ohne Namen kurz entschlossen dazwischen geht und Percy schnell in seine Schranken weist. Dabei löst sich ein Schuss aus Percys Waffe, der einen Hilfssheriff in den Arm trifft. Sheriff John Taggart (KEITH CARRADINE) bleibt nichts anderes übrig, als den lautstark protestierenden Percy festzunehmen: Er soll in der Bezirksstadt dem Marshall vorgeführt werden, auch wenn dadurch Ärger mit dem alten Dolarhyde vorprogrammiert ist.



Cowboys & Aliens Daniel Craig Sheriff Taggart entdeckt den Fremden auf einem Steckbrief. Jake Lonergan wird wegen diverser Vergehen gesucht. Jake kann sich an nichts erinnern. Als Dolarhyde, der seinen Sohn befreien will, den einstigen Fremden ohne Namen entdeckt, packt ihn die Wut: Lonergan sei der Mann, der ihn seinerzeit mit seiner Bande von Gesetzlosen um sein Gold gebracht habe. Eine Auseinandersetzung liegt in der Luft.

Doch sie bricht ganz anders aus als erwartet. In der Ferne blitzen grelle Lichter auf, die sich in die Höhe erheben und blitzschnell auf Absolution zukommen. Die Einwohner des Städtchens haben so etwas noch nie gesehen. Doch zum Rätseln bleibt keine Zeit: Die Lichter gehören zu rasend schnellen Ufos, die über das Städtchen rasen und mit ihren Strahlenwaffen in die Menschengruppen feuern. Mit wie aus einer Harpune abgeschossenen Haken schnappen sich die außerirdischen Angreifer die Cowboys und reißen sie in die Luft, um mit den Fluggeräten zu verschwinden. Da erwacht die Metallmanschette am Arm von Jake Lonergan zum Leben erweckt.  Mit ihrer Hilfe gelingt es Jake  sich aus dem Gefängniswagen zu befreien und eines der Ufos abzuschießen.

Cowboys & Aliens Dolarhyde scharrt einen Suchtrupp um sich, um die Verfolgung der Verschleppten aufzunehmen. Jake verlässt die Stadt um einem Erinnerungsbruchstück eines Hauses außerhalb nachzueilen. Dieses ist verlassen, aber Jake erinnert sich an weitere Bruchstücke, die er aber nicht zusammenfügen kann. Er schließt sich Dolarhyde an und erfährt so immer weitere Punkte seiner Vergangenheit und findet das Schiff der Ausserirdischen. Schließlich finden sie das Schiff der Aliens, die wie herausstellt lediglich ein kleiner Scoutingtrupp einer außerirdischen Rasse sind, die die Menschen zunächst studiert, um dann eine planmäßige Auslöschung aller Menschen einzuleiten. Jake und Dolarhyde machen sich an die Befreiung der Verschleppten ....

Nach dem Titel und dem Trailer dürfte es für den Zuschauer keine Überraschungen geben. Der Film liefert das was versprochen wird. Gelungene, atmosphärische WildWest-Action und State of the Art Aliens. Das sollte man mögen und sich darauf einlassen, oder in einen anderen Film gehen.

Je mehr ich darüber nachdenke, hätte ich glaube ich lieber einen reinen Western mit dem gleichen Aufhänger - Mann ohne Gedächtnis - gesehen. Dann wäre auch Platz gewesen, den Konflikt, der zwangsläufig entsteht wenn man merkt, dass man einer von den Bösen ist, Raum gefunden. So versucht C & A vielleicht etwas viel unterzubringen. Der Mann ohne Gedächtnis, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird; der sanfte Barkeeper, der zum shooter werden muss; der Junge, der zum Mann werden soll; die geheimnisvolle Fremde, die eine geheimnisvolle Fremde bleibt, das Verhältnis von Dolarhyde zu Sohn und Ziehsohn, Das Verhältnis Dolarhyde und Jake ... und dann auch noch eine Alieninvasion ist thematisch schon sehr viel.

Cowboys & Aliens Olivia Wilde Daniel Craig ist über weite Strecken als harter Hund echt gut, wobei mir hier die Tiefe des Drehbuchs gefehlt hat. Ich hätte gerne noch mehr über den Menschen Jake erfahren. Harrison Ford ist gut, wenn auch etwas flach, was ich wieder auf das Drehbuch schiebe. Clancy Brown als Priester Meacham ist großartig und stirbt leider viel zu früh im Film. Olivia Wilde hätte mehr verdient als Drehbuchkonform als Eyecandy mitzulaufen.

Der Film hat keine langweiligen Stellen, aber mit 123 Minuten ist Cowboys & Aliens zu lang geraten. Die Geschichte hätte in 100 Minuten ebenso erzählt werden können. Dann hätten auch einige der klischeehaften Nebenplots dran glauben können.

Wenn man mal tief durchatmend und alle Erwartungen beiseiteschiebt, bietet Cowboys & Aliens 2 Stunden dichte Wild West-Unterhaltung mit Zusatzspaß durch Außerirdische.

6,5/10 Punkten

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