Filmkritik: True Grit PDF Drucken E-Mail
 
OT: True Grit
screening: OmU
Cast: Jeff Bridges Matt Damon, Hailee Steinfeld, Josh Brolin, Barry Pepper,Bruce Green
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Kinostart: 24.02.2011

true_grit_Plakat Fort Smith, Arkansas. Im Jahr 1872 endet hier die Eisenbahnstrecke – und auch die zivilisierte Welt. Jenseits des Flusses beginnt das Indianergebiet, und dorthin ist Tom Chaney (Josh Brolin) geflohen, nachdem er seinen Boss, einen Farmer, im Streit erschossen hat. Der Zug bringt die 14-jährige Mattie Ross, die Tochter des Farmers, in die Stadt. Sie will den Mörder ihres Vaters finden und vor Gericht stellen.

Der örtliche Sheriff will allerdings nichts für Mattie tun – im Indianerterritorium hat er keine rechtliche Handhabe.; Aber das Mädchen lässt sich nicht so einfach abspeisen. Ihren eisernen Willen – und ihren knallharten Geschäftssinn – haben schon der Bestatter, der plötzlich mehr Geld verlangt, der Pferdehändler Colonel Stonehill, bei dem ihr Vater vor seinem Tod vier Ponys gekauft hatte, und die Pensionswirtin, die sie im selben Bett wie die schnarchende Grandma Turner einquartiert, kennengelernt; und nun ist Rooster Cogburn dran.

Der Marshal kehrt gerade mit einer Wagenladung von flüchtigen Banditen nach Fort Smith zurück, die er in der Wildnis aufgespürt hat  Cogburn geht ein legendärer Ruf voraus, den er vor Gericht, wo er als Zeuge aussagt, einmal mehr bestätigt: Bei einer versuchten Festnahme durch den schießwütigen Marshal mussten gleich drei Verdächtige dran glauben, was Cogburn nicht weiter zu stören scheint. Er zählt nach und kommt schließlich auf 23 Tote in vier Jahren Dienst als Marshal – darunter aber, so Cogburn, „keiner, der es nicht verdient hätte“.

Cogburn sieht mit seinem zerzausten Haar, seiner Augenklappe und seinen abgetragenen Klamotten nicht gerade vertrauenswürdig aus, doch sucht Mattie ohnehin nach etwas anderem: nach „true grit“, der Entschlossenheit, eine Sache bis zum Ende durchzustehen, koste es, was es wolle. Erst als Mattie auf 100 Dollar Belohnung erhöht, geht er widerwillig darauf ein.

true1 Als Mattie am Morgen in der Pension erwacht, sitzt ein Fremder bei ihr im Zimmer: LaBoeuf (Matt Damon) – ein Mann von ganz anderem Schlag als Cogburn. LaBoeuf, sieht aus wie ein Greenhorn: nach der neuesten Westernmode gekleidet und mit prächtigem Schnauzbart, zeigt ihr voller Berufsstolz den Stern, der ihn als Texas Ranger ausweist. LaBoeuf ist ebenfalls hinter Chaney her, der in Texas einen Senator getötet hat, und will sich das Kopfgeld nicht entgehen lassen – er drängt Mattie, die seine Pläne nur stört, heimzufahren und ihm die Sache zu überlassen. Woran Mattie natürlich nicht im Geringsten denkt. Um mit Cogburn mitzureiten, braucht sie ein Pferd. Und so sucht sie zum zweiten Mal den bemitleidenswerten Pferdehändler Stonehill auf, diesmal, um eines der Ponys, die sie ihm gestern noch verkauft hatte, wieder zurückzukaufen – zu einem niedrigeren Preis, versteht sich.

Mattie ist reisefertig und eilt zu Cogburn, der im Whiskyrausch im Bett liegt. Noch trunken von der Nacht muss er sich ihre Vorwürfe anhören. Und bevor er weiß, wie ihm geschieht, hat er zugesagt, gleich am nächsten Morgen aufzubrechen. Natürlich steht Mattie am Morgen in aller Frühe auf der Matte. Doch in Roosters Bett liegt der chinesische Ladenbesitzer – Rooster ist schon ohne sie losgeritten! Mattie reitet zum Fluss und sieht Rooster und LaBoeuf, die schon mit der Fähre übergesetzt haben, am anderen Ufer. Dem Fährmann haben die beiden erzählt, sie sei von zu Hause ausgerissen. Er will sie aufhalten, aber sie durchschwimmt den Fluss auf ihrem Pony Little Blackie.

true3 Am anderen Ufer nimmt LaBoeuf sie sich vor und verpasst ihr eine ordentliche Tracht Prügel – bis es Rooster reicht und er LaBoeuf mit gezogenem Colt befiehlt aufzuhören. Zu dritt ziehen sie also los, aber statt abends einträchtig am Lagerfeuer zu sitzen, geraten Cogburn und LaBoeuf immer wieder aneinander. Am Tag darauf reitet LaBoeuf nach einem weiteren Streit mit Cogburn davon, um Chaney auf eigene Faust zu suchen. Aber Cogburn kennt sich nun einmal in der Gegend aus wie kein anderer. Und sein Instinkt trügt ihn nicht. Bei Bagby’s Handelsstation erfahren sie, dass der Bandit Lucky Ned (Barry Pepper) gerade vor ein paar Tagen da war und mit einer der Goldmünzen von Matties Vater bezahlt hat – Chaney ist also bei den Banditen untergekommen.

Schließlich erreichen sie Greaser Bob’s, eine einsame Hütte, die immer wieder Ganoven als Unterschlupf dient. Rooster schickt Mattie aufs Dach der Hütte, um den Kamin mit ihrer Jacke abzudecken und die Insassen auszuräuchern. Rooster feuert von draußen hinein, bis die Gegenwehr erlischt. Drinnen finden sie die Gauner Emmett Quincy (Paul Rae) und Moon (Domhnall Gleeson) – Letzteren hat ein Schuss von Cogburn am Bein erwischt. Rooster bietet dem jungen Moon an auszupacken. Dann würde er ihn zu Bagby’s bringen, und vielleicht wäre das Bein dann noch zu retten. Doch bevor Moon alles ausplaudern kann, ersticht Quincy ihn, woraufhin Rooster sofort Quincy erschießt. Im Sterben kann Moon noch verraten, dass sie Lucky Ned und seine Bande bald zurückerwarten. Cogburn und Mattie legen sich oberhalb der Hütte auf die Lauer, bis ein einsamer Reiter auf der Bildfläche erscheint. Es ist jedoch kein Späher von Lucky Ned, sondern LaBoeuf! Lucky Neds Bande erscheint kurz danach auf der Bildfläche. Von ihrem Versteck aus können Cogburn und Mattie nur zuschauen, wie LaBoeuf von der Bande gefangen genommen wird. Schließlich feuert Rooster und trifft zwei der Banditen, Ned und der Rest können jedoch entkommen.

true2 Zusammen mit dem lädierten LaBoeuf reiten sie am nächsten Tag weiter zu Neds Versteck. Rooster trinkt wieder zu viel, ist streitlustig und bitter, und beim Nachtlager, das sie im strömenden Regen aufschlagen müssen, kündigt er den Vertrag mit LaBoeuf auf. Dem reicht es nun endgültig und er verlässt das Lager noch in der Nacht. Am nächsten Morgen, während Cogburn noch seinen Rausch ausschläft, geht Mattie hinunter zum Fluss – und steht dort unversehens vor Chaney, der die Pferde der Banditen tränkt! Mit dem alten Revolver ihres Vaters schießt sie ihn an, doch die anderen Gangster, die dazueilen, können Mattie überwältigen. Sie wird von Lucky Ned geschnappt, der Rooster zwingt fortzureiten, andernfalls würde er Mattie umbringen. Mit seinem Pferd und Little Blackie verschwindet Rooster am Horizont. Doch ein Marshal mit „true grit“ gibt sich nicht geschlagen – Rooster Cogburn kommt zurück und gibt alles, um Mattie zu retten.

True Grit basiert auf dem Roman von Charles Portis, der schon als Vorlage für "Der Marschall" gedient hat. Hier gibt es interessantes: der "Duke" John Wayne hat 1969 mit dem Film den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. Nun spielt der "Dude" die Rolle und ist ebenfalls für den Oscar nominiert. Anders als bei der damaligen Verfilmung, liegt der Fokus hier weniger auf dem bärbeißigen Marshal Rooster Cogburn, als auf Mattie Ross. Hailee Steinfeld ist ebenfalls für den Oscar (als beste Nebendarstellerin) nominiert - und hat gute Chancen.

Die Coen-Brüder haben einen gradlinigen, harten Western abgeliefert der gut runterläuft, wenn auch nach dem letzten shootout schnell die Luft  raus ist. Der letzte Ritt ist unglaubwürdig (ohne hier den letzten Kick vorwegzunehmen) das Ende irgendwie etwas unbefriedigend unrund. Es wird interessant zu sehen, ob die Ammies dem klassischen Historienfilm den Vorzug geben, vor den anderen diesjährig nominierten Filmen. Der Dude spielt souverain und present, aber ein 2. Oscar in Folge? Ich weiss nicht. Das Screening war in der Originalfassung -.zum Glück mit Untertiteln! Der Dude mit Kautabak im Mund - ist vorsichtig gesagt schwer zu verstehen.

8/10 Punkten

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