Filmkritik: Tödliches Kommando PDF Drucken E-Mail
 

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OT: The Hurt Locker  (2008)                 Screening OV

Cast: David Morse, Ralph Fiennes, Guy Pearce

Regie: Kathryn Bigelow

Kinostart: 13.08.2009

 

hurtlocker_plakat.jpg Hölle und Alptraum, Adrenalinrausch und Abenteuer? Der Krieg hat viele Gesichter. Hautnah an den Männern mit dem gefährlichsten Job der Welt zeigt TÖDLICHES KOMMANDO Elite-Soldaten eines Bombenräumkommandos im Irak: Diese Männer werden eingesetzt, wo das Risiko im brennenden Kriegsalltag am größten ist. Tag für Tag, Stunde für Stunde ist der Tod ihr ständiger Begleiter und oftmals nur einen Wimpernschlag, ein kurzes Fingerzucken entfernt. Als der Vorgesetzte von Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie) und Specialist Owen Eldridge (Brian Geraghty) im Einsatz stirbt, bekommt das Kommando einen neuen Anführer: Staff Sergeant William James (Jeremy Renner). Ein Einzelkämpfer, der das Spiel mit dem Tod liebt und sein Team in ein waghalsiges Katz-und-Maus-Spiel treibt. Während Sanborn und Eldridge vergeblich versuchen, ihren neuen Kommandanten zu kontrollieren und dabei an ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen, explodiert die Stadt im Chaos des Häuserkampfes.

 

Hurtlocker ist Adrenalin-Kino über die vielleicht gefährlichste Arbeit der Welt. Der Film beleuchtet in einzelnen, nicht wirklich zusammenhängenden Episoden den Alltag der Bombenräumungs­spezialeinheit. Die Episoden, die Bedrohungen beim Bombenentschärfen sind hurtlocker_1.jpg Spannung pur und für Fans von Kriegsfilmen sicher mal ein interessanter Aspekt des Themas. Die Szenen bestechen weniger durch schauspielerische Leistung, denn durch die beklemmenden Situationen selbst. Ralph Finnes als bärtiger Söldner etwa wurde für vermutlich eher für seinen Namen, denn für die Relevanz seiner Rolle für den Film verpflichtet.

 

Die Leere nach dem Ende des Auslandseinsatzes paart sich mit der Erkenntnis, dass das tägliche Leben mit 12 Meter Frühstückscerealien eine gewisse hurtlocker_2.jpg Belanglosigkeit haben, wenn man davor Bomben entschärft hat. Willian James verpflichtet sich für eine Zeit an der Front. Die Problematik der Leere nach dem Frontdienst erinnert an Episoden der (übrigens gut gemachte) TV-Serie „Tour of Duty“ Nam-Dienst in Viet Nam“, die in den 80’ger Jahren bereits kritische Vergangenheitsbewältigung betrieb.

 

Mir fehlte der über den gesamten Film gehende Story-/Spannungsbogen. Die Attentäter bleiben anonym, gesichtslos, ein Zusammenhang zwischen den Bomben wird nicht hergestellt. Die Hoffnung, die restlichen Tage des Auslandeinsatzes lebendig zu überstehen, ist zwar ein probabler Aufhänger, aber als Leitlinie im Film zu dürftig ausgeführt. Hier hätte mehr „Fleisch an die Knochen“ geholfen. Abgesehen davon, dass vermutlich das Bombenentschärfen in Afghanistan bei den Deutschen Truppen ähnlich krass ist, wie bei den amerikanischen Kollegen, müssen wir uns die Traumata der US-Armed Forces ansehen?

 

Die Darstellung des Irakers als störrischer Esel - der sei es aus Ignoranz, oder aus gezielten hurtlocker_3.jpg Oppositionismus gegen die US-Truppen bockt– für den Kooperation oder Dankbarkeit ein Fremdwort zu sein scheint, ist nicht schmeichelhaft, aber vermutlich realistischer als einem lieb ist. Christian Camargo als Militärpsychologe, der das Kommando auf einen Einsatz begleitet und versucht die Bevölkerung mit Psycho-Talk dazu zu bewegen den Platz zu verlassen, hat einen gelungenen Kurzauftritt.

 

Tödliches Kommando ist über 2 Stunden lang, etwas Straffung insbesondere in der letzten halben Stunde hätte dem Film vielleicht nicht geschadet, um das Ganze runder zu machen.

 

Nachgeschmack: Bombenentschäften ist ein unglaublich krasser Mistjob. Ein Film im klassischen Männergenre.

 

The Hurt Locker läuft auf dem Münchner Filmfest!

 

 

6/10 Punkten

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