Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street Originaltitel: Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street - Erscheinungsjahr: 2007 - Regie: Tim Burton
Darsteller:Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Sacha Baron Cohen, Jayne Wisener, Jamie Campbell Bower, Laura Michelle Kelly, Ed Sanders, Anthony Head, Peter Bowles, Michael N. Harbour
Story: Vor dem Hintergrund eines düsteren London entfaltet sich das ebenso blutige wie tragische Märchen um Sweeney Todd, das jedoch durch eine große Portion tiefschwarzen Humors sowie durch seine musikalische Gestaltung kurzweilige Unterhaltung verspricht. Das einstige Broadway-Musical von Steven Sondheim wurde von Meisterregisseur Tim Burton mit einer unglaublichen visuellen Ästhetik, in der man umgehend seine einzigartige Handschrift erkennt, in Szene gesetzt. Trotz fehlender Gesangsausbildung liefern Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman eine großartige Leistung.
Sweeney Todd ist der neue Film von Tim Burton und Johnny Deep, dem Dreamteam aus Hollywood. Bereits fünf Filme haben die beiden miteinander gedreht. Wenn man sieht, wie gut Johnny Depp seine Rollen verkörpert, verwundert das auch nicht wirklich. Egal ob Pirat, Edward mit den Scherenhänden, oder eben der Friseur aus Sweeney Todd...Mr. Depp überzeugt damit nicht nur den Regiesseur sondern auch reihenweise die Zuschauer seiner Filme.
Review: Sweeney Todd ist dabei natürlich keine Ausnahme, wobei der Film wohl der gewöhnungsbedürftigste aller Johnny Depp Film sein dürfte. Das liegt weniger an Johnny Depp, sonder vielmehr an der Machart des Filmes. Das der Filmstoff aus einem Musical geboren ist, hört man gleich zu Anfang, als Mr. Todd die ersten Sätze vor sich hinträllert. Wer jetzt denkt Musicals gehen gar nicht und Gesang in Filmen schon zweimal nicht, der sollte nicht voreilig das Kino verlassen, sondern den Film auf sich wirken lassen. Auch wenn ich bei Gesangseinlagen in Filmen oft seuftze, paßt das Gesungene in diesem Film wirklich hervorragend und überrschanderweise hat es mir am Schluß so gar gefallen. Fast war ich sogar soweit, dass ich die Songs mitgesummt habe :) Zum Glück wird aber nicht nur gesungen, sondern auch hin und wieder der Film in einer gewöhnlichen Art mit gesprochenem Text fortgeführt. Auch wenn der Gesang überwiegt, ist die Mischung denoch gelungen. Aber nicht nur der Gesang, sondern auch die Kostüme und die Bilder passen hervorragend zu einer Musicalverfilmung.
Wie bereits am Anfang erwähnt, spielt Johnny Depp seine Rolle grandios. Aber auch die Schauspielerkollegen, allen voran Helena Bonham Carter überzeugen auf der ganzen Linie. Besonders lobenswert ist dabei auch, dass die Darsteller die Gesangseinlagen scheinbar problemlos, überzeugend selbst singen. Egal ob es die bekannten Schauspieler oder aber auch die Unbekannten sind, es wird Geträllert was das Zeug hält und der Gesang wirkt neben der musikalischen Untermalung nicht gekünstelt, sonder echt gekonnt. Als Fan von Ali G hat es mich gefreut zu sehen, dass auch Boratdarsteller Sacha Baron Cohen eine Rolle in Sweeney Todd übernommen hat und hiermit auch beweisen konnte, dass er es absolut drauf hat auch die etwas ernsteren Rollen zu spielen. Speziell das Duell der Beiden und das Vorspiel des kleinen Jungens ist einer der Höhepunkte des Filmes.
Trailer: Sweeney Todd
Erwähnt werden sollte auch noch, dass der Film sehr grausam und blutig ist, was man zuerst eigentlich nicht erwartet, aber im Verlauf des Filmes immer mehr zunimmt. Auch wenn für viele Zuschauer diese Szenen eklig erscheinen mögen, passen diese in die Machart des Filmes und Tim Burton übertreibt es meiner Meinung nach nicht und bleibt noch im Rahmen des möglichem.
Burton schafft es aber nicht nur durch blutige Szenen, guter Story und passende Schauspieler den Zuschauer bei Laune zu halten, auch das drumherum wurde perfekt abgestimmt. Dazu gehören die einzigartigen Kamerafahrten, die unglaublich stimmige Kulisse und die düstere Art, welche sich fast den ganzen Film über durchzieht. Die dunkle Art von Sweeney Todd wird somit überzeugend auch in den Bildern dargestellt. Nur ein paar "Traumszenen" wurden im helleren Fabrton wiedergegeben, um die Hoffnung der weiblichen Hauptfigur zu visualisieren.
Auch wenn die Hauptfigur mehrmals an Edward und Sleepy Hollow erinnert und Tim Burtons Handschrift eindeutig zu erkennen ist, bleibt der Film ein eigenständiges kleines Meisterwerk. Ich kann nur jeden Filmfan (und natürlich Musicalfan) den Film empfehlen. Auch Skeptiker sollten einen Blick darauf werfen, da auch ich am Anfang eher mit gemischten Gefühlen den Film entgegen gekommen bin. Selten findet man einen Film, bei dem sämtliche Details und Elemente so gekonnt zusammengeführt werden wie in Sweeney Todd. Anschauen lohnt sich!!!