| Filmkritik: Lachsfischen im Jemen |
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OT: salmonfishing in the yemen
Screening: in OV
Regie: Lasse Hallström
Cast: Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked, Kristin Scott Thomas, Tom Mison
Kinostart: 15.05.2012
Unterstützung von Patricia Maxwell der findigen PR-Strategin und Pressesprecherin des britischen Premierministers erhalten, der händeringend eine positive Meldung aus dem Nahen Osten benötigt, um von den letzten, massiven militärischen Schnitzern der Briten in Afghanistan abzulenken. Und was bringt die Menschen schneller auf andere Gedanken als eine freundliche, liebenswerte Nachricht aus dem Nahen Osten, wo man sich ganz offensichtlich in die britische Lebensart und Kultur verliebt hat? Geschickt setzt Maxwell alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung – und schon sitzt Dr. Jones mit Harriet Chetwode-Talbot im Hubschrauber, um den charismatischen Scheich zu treffen.
Der Enthusiasmus des Scheichs steckt ihn an, die Idee von der klassenlosen Gemeinschaft aller Angler ist schließlich auch absolut bezwingend. Allein die Angler Großbritanniens machen Schwierigkeiten und weigern sich, 10000 Wildlachse freiwillig in den Jemen transportieren zu lassen. An der aufgewühlten Anglerlobby kommt nicht einmal der Premierminister vorbei, das Projekt scheint endgültig zum scheitern verurteilt.
Dann schlägt das Schicksal nochmals erbarmungslos zu: Harriets Freund Robert wird nach Afghanistan eingezogen, und schon nach wenigen Tagen erhält sie die schreckliche Nachricht, dass er nach einer Bombenexplosion als vermisst gilt. Die junge Frau bricht vollständig zusammen, verkriecht sich verzweifelt in ihrer Wohnung, während Alfred das Projekt mit dem Scheich alleine weiterplant. Zuhause läuft es bei Alfred immer schlechter. Der Sex ist längst zur Pflichtübung verkommen. Jetzt aber packt seine Frau sogar die Koffer, um für die nächsten Monate nach Genf zu gehen und hat ihm vorher nicht einmal davon erzählt. Enttäuscht und verletzt ob dieses Vertrauensbruchs wendet sich Alfred immer mehr seinem Lachsfisch-Projekt und dem Scheich zu – und damit automatisch auch Harriet Chetwode-Talbot. Zurück im Jemen angekommen, befindet sich der Bau der Wasserbecken für die Lachszucht schon in vollem Gange, und als die Tiere in großen Tanks endlich eingeflogen werden, sind alle glücklich und stolz. Mit der Zeit wächst die kleine internationale Gemeinschaft in der Zeltstadt am Rande der Wadis immer mehr zusammen. Doch mächtige und reiche Männer wie der Scheich haben nicht nur Freunde im eigenen Land, und das bekommen alle Beteiligten sehr bald zu spüren.
Lachsfischen im Jemen ist eine leise, britische, satirische Liebeskomodie. Mit Lasse Hallström (Gottes Werk und Teufels Beitrag, Gilbert Grape) als Regisseur und Simon Beaufoy (Ganz oder gar nicht, Slumdog Millionär) als Drehbuchautor bietet der Film nicht nur schauspielerisch Grosses. Die Story wird ziemlich geradlinig erzählt. Etwas zu eingleisig insbesondere auf der Endgeraden, wenn es um das Verhältnis von Harriet und Robert geht. Hierdurch fehlt es an einem der wichtigen Stellen dem Film an Glaubwürdigkeit. Schade auch, dass die Folgen der "Katastrophe" nur in Erzählform zum Zuschauer gelangen. Schließlich standen alle im Wadi, als das Wasser kommt. Abgesehen davon lebt der Film von den Darstellern. Ewan McGregor als nerdiger Beamter ist wunderbar britisch und erinnert an Hugh Grant. Emily Blunt wird immer besser, Amr Waked als Scheich lässt nicht nur optisch an Ben Kingsly denken und auch die Nebenrollen, wie etwa der Vorgesetzte von Dr. Fred und Kristin Scott Thomas als Pressesprecherin sind stimmig skuril besetzt. Alles in allem ein sehenswerter Film, der mit etwas mehr Glauwürdigkeit auf der Ziellinie richtig groß sein könnte. SAuch so ist es immer noch ein Genuß für die Freunde des britischen Humors. 7/10 Fischrollen
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ieser...