Filmkritik: Iron Man 2 PDF Drucken E-Mail
 

ironman2_banner.jpg

 

 

 

 

 

 

 

OT: Iron Man 2                                            Screening: OV

Cast: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Scarlett Johansson, Don Cheadle, Sam Rockwell, Mickey Rourke, Samuel L. Jackson

Regie: Jon Favreau

Kinostart: 06.05.2010

 

ironman2_plakat.jpg Weltweit schlägt die öffentliche Bekanntmachung von Tony Stark (ROBERT DOWNEY JR.), er sei „Iron Man“, ein wie eine Bombe. Auch in einer heruntergekommenen Wohnung in einem wenig Vertrauen erweckenden Viertel von Moskau flimmern die Bilder der Pressekonferenz über den Fernseher. Ein alter Mann liegt im Sterben. Mit letzter Kraft überreicht er seinem Sohn, Ivan Vanko (Mickey Rourke), eine geheime Blaupause, auf der sich eine Technologie findet, die er einst mit Howard Stark (JOHN SLATTERY), dem bereits in den Siebziger Jahren verstorbenen Vater von Tony Stark, entwickelte und die ihn seine Gesundheit gekostet hat. Ivan zögert nicht. Er macht sich an die Arbeit.

 

Sechs Monate später. Die Welt hat sich verändert, seitdem „Iron Man“ ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getreten ist. Durch sein Eingreifen in Krisenherden ist der Planet sicherer geworden, die Regierungen der einzelnen Länder sahen sich genötigt, näher aneinander zu rücken und an ihren Problemen zu arbeiten. Tony Stark wacht von seinem Anwesen in Malibu aus über die Geschicke des Planeten. Und er hat ein neues Spielzeug, seitdem sich sein Konzern Stark Industries von der Herstellung von Waffen zurückgezogen hat. Er hat die Stark Expo, einst das Steckenpferd seines Vaters, auf dem Gelände der Weltausstellung von New York in Flushing Meadows wieder neu aufleben lassen – ein irres Spektakel, wie es nur ein exaltierter Selbstdarsteller wie Tony aus dem Boden stampfen kann. Im Mittelpunkt: Sein eigener Auftritt inmitten tanzender Chorus Girls, bei dem er sich von den begeisterten Massen umjubeln und feiern lässt. ironman2_Mickey Rourke Whiplash

 

Als er die Expo mit seinem getreuen Fahrer und Bodyguard Happy Hogan (JON FAVREAU) wieder verlässt, wird ihm eine Vorladung zu einer Senatsanhörung überreicht. Zuletzt war seine einst gute Beziehung zur amerikanischen Regierung empfindlich abgekühlt: Ungern sieht man eine Technologie wie die von „Iron Man“ in den Händen einer Privatperson – noch dazu eines Milliardärs, dessen erratisches Verhalten in der Vergangenheit dafür gesorgt hat, ihn nicht gerade als hundertprozentig vertrauenswürdig auszuweisen. Als besonders unangenehm erweist sich bei der Anhörung Senator Stern (GARRY SHANDLING), der mit Hilfe des als Experten aufgerufenen Waffenmagnaten Justin Hammer (SAM ROCKWELL) von Hammer Industries nachzuweisen versucht, dass längst andere Länder wie der Iran oder China an ihren eigenen „Iron-Man“-Modellen arbeiten und die amerikanische Regierung deshalb gerüstet sein muss.

 

ironman2, Scarlett Johansson Black Widow Natürlich denkt Tony nicht daran, dem Drängen nachzugeben. Belustigt legt er Videobeweise vor, dass die Versuche in anderen Ländern bestenfalls in den Kinderschuhen stecken. Und er hat als besonderes Bonmot noch eine Aufnahme vom Gelände der Hammer Industries, wo man sich ebenfalls die Zähne daran ausbeißt, die von Tony entwickelte Technologie nachzuempfinden. Hammer, der trotz seines Reichtums wie ein billiger, etwas schmieriger Handelsvertreter wirkt, ist nicht amüsiert: Stets stand er im Schatten von Tony Stark, dem alles immer wie beiläufig zu gelingen scheint. Nun versucht er sich beim Militär beliebt zu machen, um die Waffenaufträge zu bekommen, die einst bei Stark Industries landeten. In der Öffentlichkeit bloß gestellt zu werden, erhöht nur seinen maßlosen Hass auf Tony.

 

Senator Stern versucht, einen letzten Trumpf aus dem Ärmel zu ziehen: Er lässt Lt. Col. James Rhodes (DON CHEADLE), genannt „Rhodey“ und seines Zeichens bester Freund von Tony Stark, in den Zeugenstand rufen und aus einem Untersuchungsbericht zitieren, der eigentlich in voller Länge die friedlichen und positiven Absichten von Tonys „Iron Man“ unterstreicht und zu dem Schluss kommt, es gehe keine Gefahr für die USA von ihm aus. In dem Stern Rhodey allerdings nur einzelne Passagen erwähnen lässt, entsteht ein anderer Eindruck – und Rhodey fällt seinem Freund damit unwillentlich in den Rücken: „Potenziell gefährlich“ sei „Iron Man“. Tony will nicht länger zuhören und verlässt den Saal: „Iron Man“ gehöre ihm – und nur ihm – und kein Land der Welt sei in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Lage, die Technologie zu reproduzieren. Er weiß nicht, dass Ivan Vanko im fernen Moskau seine Arbeit fast beendet hat und plant, Tony Stark schnellstmöglich unter die Augen zu treten.

 

Tatsächlich hat Tony ganz andere Probleme. Mit wachsender Beunruhigung stellt er fest, dass der Elektrotransmitter in seiner Brust, der sein Weiterleben garantiert, nicht ewig halten wird und zudem seinen Körper vergiftet. Vor wenigen Tagen hatte er bereits 18 Prozent Vergiftung erreicht, nun sind es bereits 24 Prozent. Alle Versuche, den Transmitter mit einer anderen Energiequelle zu ersetzen, sind bislang fehlgeschlagen. Nicht einmal seiner getreuen Assistentin und Weggefährtin Pepper Potts (GWYNETH PALTROW) kann er sich anvertrauen. Als sie ihn darauf anspricht, dass er sich nur noch in seinem Versuchskeller verschanze und nicht mehr richtig um Stark Industries kümmere, reagiert er, indem er Pepper zum CEO macht und selbst von allen Ämtern zurücktritt. Für Pepper ist es die Erfüllung ihrer Träume, aber die Arbeitslast und Verantwortung ist so groß, dass die Distanz zwischen ihr und Tony noch größer wird.

 

Während Tony sich mit Happy beim Sparring übt, kommt Pepper dazu, um mit Tony über einige wichtige Entscheidungen zu sprechen. Er aber ist abgelenkt von einer jungen Frau, die auftaucht, um Pepper die Übertragung der Vorstandsschaft unterzeichnen zu lassen: Natalie Rushman (SCARLETT JOHANSSON) arbeitet seit neuestem in der Rechtsabteilung von Stark Industries und fällt Tony sofort auf. Auf der Stelle bietet er ihr einen neuen Job an: Sie soll Peppers Platz ausfüllen und künftig seine persönliche Assistentin sein.

 

Was das bedeuten kann, bekommt Natalie kurz darauf zu spüren, als sie mit Tony und seiner Entourage nach Monaco reist, wo Tony beim alljährlichen Grand Prix im Gedenken an seinen Vater stets zwei von dessen Rennwagen auf die Rennstrecke schickt. In den edlen Clubs tummeln sich die Milliardäre und wollen sich alle im Licht Tonys sonnen. Auch Justin Hammer ist da, er hat die Tony bereits bestens bekannte Vanity-Fair-Reporterin Christine Everhart (LESLIE BIBB) im Schlepptau, die ein Porträt über ihn schreiben soll, aber doch etwas gelangweilt wirkt. Justin hofft ebenfalls, im Fahrwasser von Tony punkten zu können. Der überrascht alle Anwesenden mit seiner spontanen Entscheidung, selbst am Steuer eines seiner Wagen Platz zu nehmen und beim Rennen mitzumachen. Der Rausch der Geschwindigkeit soll ihn von seinen Problemen und Sorgen ablenken.

Doch der Rausch währt nicht lange. Auch Ivan Vanko hat die Reise nach Monaco angetreten. Unbemerkt hat er sich unter die Mechaniker gemischt, um einen geeigneten Moment abzuwarten, seinen Overall abzulegen und auf die Rennstrecke zu treten. Es ist die Geburtsstunde von „Whiplash“ – ein beeindruckendes Ungetüm, das mit zwei riesigen elektronisch verstärkten Peitschen alle Blicke auf zieht und gleich die ersten Formel-1-Wagen in Stücke schlägt und explodieren lässt. Kurz darauf ist auch Tony dran, der sich gerade noch retten kann, aber sofort panisch das Unfassbare erkennt: Dieser beeindruckende Gegner nutzt die gleiche Technologie wie „Iron Man“! In letzter Sekunde kann Happy seinem Chef einen neuen, portablen „Iron-Man“-Anzug zuspielen, doch selbst damit dauert es eine Weile, bis Tony Herr der Lage ist und „Whiplash“ vorerst ausschalten kann. Der Schaden ist bereits angerichtet: Die ganze Welt hat gesehen, dass „Iron Man“ seine Technologie nicht mehr exklusiv für sich hat.

 

Am schnellsten reagiert Justin Hammer, der den Moment kommen sieht, an dem er sich endlich an Tony Stark rächen kann. In einem tollkühn geplanten Akt lässt er Ivan Vanko aus seinem südfranzösischen Gefängnis befreien und erweckt den Anschein, als sei er ums Leben gekommen. Nun bietet er Ivan alle erdenklichen materiellen Ressourcen an, wenn er ihm dabei hilft, die „Iron-Man“-Technologie zu nutzen und dem US-Militär die gewünschten Prototypen zu liefern. Ivan macht zunächst bei diesem Handel mit. Was den Russen aber wirklich bei seiner einsamen Arbeit antreibt, ahnt niemand.

 

Bei Tony stehen alle Zeichen auf Alarm. Ihm ist bewusst, dass „Whiplash“ ihn bloßgestellt hat, dass seine Argumentation, warum nur er im Besitz seiner Technologie sein darf, zusammengefallen ist wie ein Kartenhaus. Auf seiner Geburtstagsfeier betrinkt sich Tony und fängt an im Iron Man-Anzug hochgeworfene Flaschen in seinem Haus abzuschießen. Nun stellt sich auch Rhodey gegen ihn und konfisziert einen der alten „Iron-Man“-Anzüge – Tony fehlt die Kraft, sich zu wehren. Er weiß: Seine Zeit läuft ab, es gibt kein Mittel, weitere Energie aus seiner Lebensquelle zu quetschen. Da taucht ein Mann auf, den er bereits kennengelernt hat: Nick Fury (SAMUEL L. JACKSON), Anführer von S.H.I.E.L.D. Er hat zu Tonys Überraschung eine attraktive Kollegin dabei und weiß genau, welches die unlösbaren Aufgaben sind, vor denen Tony steht. Er kennt sogar Tonys Vater aus vergangenen Tagen. Und er gibt Tony aus dem Nachlass seines Vaters den Schlüssel für eine Lösung seiner Gesundheitlichen Problemehat eine Lösung. Tony muss sich nur entscheiden, was er sein will und was aus „Iron Man“ werden soll. Währenddessen baut Ivan für Hammer Gefechtsdronen… ironman2_1.jpg

 

Ironman 2 fehlt etwas der Charme und der Humor des 1. Teils, der Film bewegt nicht mit der Leichtigkeit des Originals, sondern etwas mehr gewollt. Der Versuch die Person des Tony Stark tiefer auszuloten und Nebenhandlungen zu spinnen nahm für meine Geschmack zuviel Zeit im Film in Anspruch, in der man den geneigten Marvel-/Superheldenfan – und der wird naturgemäß das Gros der Kinozuschauer ausmachen – vielleicht besser mehr „Ironman“ gegeben hätte. Persönlich finde ich es etwas schade, dass Iron Man in Teil 2 ausschließlich mit wandelnden Blechdosen zu kämpfen hat. Das Marveluniversum hat ein buntes Sträußchen von villains zu bieten und ausser Robotern und Whifslash – einer weiteren Blechdose wird dem Zuschauer nichts geboten.

 

Das Lineup ist ein Brett, der Aussage von Stark zu der von Scarlett Johansson gespielten Black Widdow „can I have one“, werden sich viele der (männlichen) Zuschauer sicher sofort anschließen wollen. Samuel L. Jackson ist von seiner Rolle unterfordert. Ironman 2 wird hier etwas zu sehr missbraucht, um den Weg für die Avengers vorzubreiten. Sam Rockwell liefert ein buntes Kabinettstück zum Thema Overacting.

 

PS: CGI- Effekte können für mich so viele in einem Film sein wie sie wollen, aber sie müssen so gut gemacht sein, dass man nicht aus der Story fliegt und sich über den schlechten Effekt ärgert. In der Monaco-Sequenz kommt Mickey Rourke aus dem Feuer als wäre er ein Star Wars 3-D Hologramm.

 

PPS: uns wurde im Screening die Schlußsequenz (Thor und Captain America) vorenthalten, ohne uns mitzuteilen, dass es zwar eine super!!!geheime?! Sequenz gibt, die aber nicht gezeigt wird. Was soll das den, die Weltpremiere war schon und die Marvel/Filmforen sind schon seit Monaten voll von der Szene. Wie soll man die Zuschauer informieren, dass es sich lohnt, bis zum Ende des Abspanns im Kino zu bleiben, wenn man es selber (theoretisch) gar nicht weiß. Logisch ist das nicht wirklich.

 

Als Comicverfilmung eines B-Superhelden wird es Iron Man 2 wie der erste Teil in Deutschland an den Kinokassen wieder schwer haben. Die schlechten Zuschauerzahlen hatte Teil 1 damals allerdings wirklich nicht verdient und mit der Qualität von Kampf der Titanen kann Iron Man 2 trotz 2D allemal mithalten.

 

6,5/10 Punkten
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy
 
Joomla Templates by Joomlashack