Filmkritik: G.I. Joe Geheimauftrag Cobra PDF Drucken E-Mail
 
 
 
 
 
 
 
 
OT: G.I. Joe: Rise of Cobra                                                                             Screening OV
Cast: Channing Tatum, Joseph Gordon-Levitt, Sienna Miller, Dennis Quaid, Rachel Nichols, Ray Park, Jonathan Pryce, Marlon Wayans, Christopher Eccleston, Arnold Vosloo, Brendan Fraser
Regie: Stephen Sommers
Kinostart: 13.08.2009

 

gi_joe_plakat.jpg Von der Action Figur über eine Zeichentrickserie zum Kinofilm. G.I. Joe sah 1964 das Licht der Welt als vermutlich von Barbie der Konkurrenz Mattel inspirierte Action Figur des US-Spielwarenherstellers Hasbro, angelehnt an den Titel des Kriegsfilms „The story of G.I. Joe“ von 1945. In späteren Jahren stand „G.I. Joe“ nicht mehr für die einzelne Figur, sondern wurde als Bezeichnung für ein Soldaten/Agententeam verwendet, dessen Mitglieder dann wieder individuelle Namen trugen. Bei uns bekannter wurde das Produkt unter dem Namen „Action Man“ bzw. „Action Force“ – Vermutlich gehen jetzt den etwas älteren männlichen Lesern diverse verblasste Erinnerungslichter auf.

 

Also der Film, nun der Trailer sah echt gut aus und ich hatte mich auf 2 Stunden  „bunt wie ein explodierender Kaugummiautomat“ eingestellt, – wie ein Kollege so schön formuliert hatte.

 

Die Story ist schnell erzählt: G.I. JOE ist eine internationale Spezialeinheit – die für die Geheimaufträge rekrutierten Männer und Frauen werden aus den besten Militärorganisationen der Welt zusammengestellt. Von der ägyptischen Wüste bis unter die polaren Eiskappen muss das Eliteteam um G.I. Joe bei dieser Mission reisen. Dabei werden die brandneuesten Spionage- und Militärgeräte eingesetzt, um den korrupten Waffenhändler Destro zu bekämpfen und der immer größer werdenden Bedrohung durch die geheime Cobra-Organisation Einhalt zu gebieten – bevor die Welt im Chaos versinkt.

 

G.I: Joe wird auf den Plan gerufen, als eine neuartige Waffe auf dem Transport fast geklaut wird. Nannobots, die alles in ihrer Umgebung „fressen“ bis durch einen Computer ein Gegencode eingegeben wird. Diese Nannobots können ganze Stätte ausradieren Cobra gelingt es schließlich 4 Gefechtsköpfe mit Nannobots in ihren Besitz zu bringen. Ihr erstes Ziel ist der Eifelturm. Danach nimmt Cobra Washington, Moskau und Peking ins Visier. Die G.I. Joes müssen ins Hauptquartier von Cobra unter dem Pol eindringen und die Raketen stoppen.

 

Die Kommandozentrale erinnerte an eine Mischung von der Pizza für Jonas Wanger –BP-Werbung und einem unterirdischen Todesstern. Apropos Todesstern, es ist ja ok andere Film zu zitieren und kein Mensch kann allen Ernstes erwarten, dass jeder Film das Kino neu erfindet. Aber es ist etwas anderes nett zu zitieren oder platt zu kopieren. Meine Kinonachbarn und ich waren ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch damit beschäftigt, uns zuzurufen, aus welchem Teil der Star Wars-Filme, Schwarzeneggertitel, TopGun; James Bond-Film etc. die jeweiligen Szenen stammten. Etwas mehr Kreativität – oder mehr Finesse wäre hier beim Drehbuchschreiben wünschenswert gewesen.

 

Ein Beispiel? Zwei Ninja kämpfen gegeneinander – der Böse kann seine Schwerter am Griff verbinden und hat ein 2-Klingenschwert. TPM anybody? Das einzig Coole an dieser Szene war, dass der gute Ninja – der im gesamten Film aufgrund eines Schweigegelübtes stumm bleibt und hinter einer Maske verborgen ist, von Ray Park gespielt wird, also dem Schauspieler, der in TPM Darth Maul mit dem 2-Klingenlichtsäbel verkörpert hat.

 

Von vielen Kollegen als Seelenlos gebrandmarkt vermögen die Figuren den Zuschauer tatsächlich nicht zu fesseln. Marlon Wayans ist im Humor auch in diesem Titel platt weitest gehend platt und auch sonst ist G.I. Joe über die meisten Strecken humorbefreit. Die Romanzen sind haarsträubend, die Interaktion der Schauspieler abgründig. Brandan Fraser taucht nur kurz – in einer völlig überflüssigen Rolle – auf. Arnold Vosloo kann, ebenso wie Dennis Quaid viel mehr, als Sommers anscheinend gewillt war einzufordern. Joseph Gordon-Levitt brachte uns im Kino ungewollt zum Lachen und jeder erwartete als nächstes einen „Luke, ich bin dein Vater“- Ausspruch.

 

Was mir immer wieder über aufstößt, sind Special Effekt Feuerwerk-Filme bei denen die Effekte offensichtlich sind. Hallo jedes Computerspiel was ich zuhause habe, hat heutzutage eine vernünftige Graphik oder kann sich am Markt weder etablieren oder gar halten. Das Gleiche gilt immer noch für Filme. Wenn der Computer nur „cheesy“ Effekte ausspuckt – sei es mangels Rechenzeit oder mangels Könnens, vielleicht sollte man mal wieder den guten alten Bluescreen bemühen um den Zuschauer in die gewünschte Fantasiewelt zu holen. Ich wiederhole mich hier in meiner Beobachtung zum Thema, aber wenn beim Betrachten einer Scene – etwa einem abhebenden Senkrechtstarter – mein Gehirn „miese Graphik, sieht echt künstlich aus“ ausspuckt und nicht „cooles Fluggerät“, dann sitze ich nicht glücklich grinsend sondern griesgrämig im Kino. In G.I. Joe gab es für derartigen Griesgram hinreichend Anlass. Da kann der Film noch so stylisch und bunt sein, wenn der Zauber weg ist, ist er weg.

 

Der Film kommt bei uns mit einer FSK 16 in die Kinos, das das Hauptziel Hasbros, nämlich Actionfiguren im Sog des Films an die Kids zu verkaufen, erheblich erschweren dürfte. Diese FSK zieht ein weiteres Problem des Films mit sich. Für diese FSK gibt er einfach nicht genügend her, vergleicht man ihn etwa mit dem ebenfalls FSK 16 eingestuften Max Payne. Wo ein Publikum von um die 12 Jahre wohl begeistert über die bunte Action wäre, wird das Publikum ab 16 darüber hinaus die mäßige Story, die schlecht gemachten Effekte und die platten Wiederholungen alter Filmideen bemerken. Aber was soll’s, der Trailer ist gut geschnitten, bis die Masse bemerkt, dass der Film nicht hält was er verspricht, ist er aus den Kinos wieder draußen und hat sein Geld verdient. Ich geh jetzt auf den Speicher meiner Eltern und wühle mal in alten Spielzeugkisten, das ist definitiv spannender als dieser Film, wahnsinnig schade.

 

Enttäuschte 3/10 Punkte

Kommentare (2)Add Comment
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geschrieben von djferdi, August 23, 2009
ich musste den Film sehen
sushi25
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geschrieben von sushi25, August 24, 2009
Und? Hatte ich zuviel versprochen;-)

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