Filmkritik: District 9 PDF Drucken E-Mail
 

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OT: District 9                                                        Screening: OV

Cast: Sharlto Copley, David James, Jason Cope

Regie: Neill Blomkamp

Kinostart: 10. 09. 2009 und div. Filmfeste

 

hauptplakatjpeg_494x700.jpg Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Ein riesiges Raumschiff schwebt über einer Großstadt, und das nicht etwas über Washington oder New York, sondern über Johannisburg- Skandal. Die Menschen rechneten daraufhin mit einem feindlichen Angriff oder einem gigantischen technologischen Fortschritt. Doch nichts davon trat ein. Stattdessen waren die insektoiden Kreaturen Flüchtlinge ihres Heimatplaneten und unfähig/unwillig sich selbst zu versorgen. Während die Nationen der Welt darüber diskutierten, was mit ihnen geschehen soll, wurden sie in einem Notauffanglager interniert – im DISTRICT 9.

 

Heute nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen, sind alle Nationen mit ihrer Geduld am Ende. Die Kontrolle über die nicht-menschliche Spezies wird einem privaten Unternehmen übertragen, der Multi-National United (MNU). Die MNU, mit den weißen Fahrzeugen und den Buchstaben UN leicht mit der UNO assoziierbar, ist ein privatwirtschaftlich arbeitendes, skrupelloses Waffenunternehmen, das letztlich nur an der Waffentechnik der Aliens interessiert. Nicht am Wohl der ungeliebten Besucher treibt den Konzern an, sondern der mögliche Profit mit den mächtigen Waffen der Aliens. Doch bislang sind alle Versuche, diese Waffen zu aktivieren, fehlgeschlagen – die Waffen funktionieren nur, wenn sie von Aliens bedient werden. Die Waffen arbeiten nur, wenn der Schütze Alien-DNA hat.

 

Die wachsenden Spannungen zwischen den Außerirdischen und den Menschen erreichen ihren Höhepunkt, als die d9_2.jpg MNU damit beginnt, alle nicht-menschlichen Wesen vom District 9 in ein neues Camp zu verlegen. Bei dieser Evakuierung infiziert sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe (SHARLTO COPLEY) mit einem mysteriösen Virus als er einen Alien- Artefact aktiviert, den er für eine Waffe hält. Er bekommt Fieber, verliert Fingernägel, spuckt schwarzen Schleim. Unter einem Gips an seiner linken Hand entdecken die Ärzte schließlich eine insektoide Hand. Wikus mutiert - seine DNA beginnt sich zu verändern. Wikus wird zum Forschungsobjekt. Durch seine veränderte DNA lassen sich die Alienwaffen durch Wikus aktivieren. Plötzlich ist Wikus der wertvollste Mensch der Welt. Die Mutation setzt sich fort. Die MNU beschließt den Körper von Wikus auszuweiden, um maximale Mengen der DNA sicherzustellen. Wikus gelingt ihm die Flucht, er wird zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde – denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Alien-Technologie zu lüften. Geächtet und ohne Freunde, gibt es für ihn nur einen Ort, um sich zu verstecken: DISTRICT 9.

 

d9_1.jpg Wikus erlebt nunmehr die Lebensumstände der Aliens im Lager am eigenen Leib. Einer der Alien erklärt ihm, dass Heilung nur auf dem Alienmutterschiff, das immer noch über der Stadt schwebt möglich ist. Allerdings ist dafür der Alien-Artefakt erforderlich, der mittlerweile im gesicherten Laborkeller des MNU-Gebäudes untersucht wird. Wikus und der Alien versuchen den Artefakt zu beschaffen und auf das Mutterschiff zugelangen. Hierdurch legt Wikus eine deutliche Spur, die Koobos (Davide James) der Chef des militanten Sicherheitsdienstes von MNU nur zu gerne aufnimmt.

 

District 9 basiert auf “Alive in Joburg“ einem Kurzfilm von Neill Blomkamp. Blomkamp sollte für Peter Jackson’s WingNut Films das Computerspiel Halo verfilmen. Als dieses Projekt auf Eis gelegt wurde, bekam Blomkamp die Chance seinen Kurzfilm zu einem Kinoformat auszubauen.

 

Das Ergebnis ist zunächst einmal technisch sehenswert. Produziert von Peter Jackson sollen die Produktionskosten lediglich 30 Mio. betragen haben. Wenn diese Hausnummer in ungefähr stimmt, dann müssen sich diverse namhafte Majorproduktionen, die ein Vielfaches gekostet haben, im Bezug auf FX und Computergraphik verschämt in die Ecke stellen. D9 ist perfekt gemacht. Die Aliens sind glaubwürdig, Effekte/CGI fügen sich gekonnt in die Story ein, ohne als solche aufzufallen.

 

Die Story, die zunächst eher an ein Sozialdrama beginnt, fängt den Zuschauer schnell ein. Was im Dokumentationsstiel beginnt und sich wie eine Allegorie auf das Schicksal der Schwarzen in Südafrika anfühlt anfängt ändert sich im Laufe des Films zu einem schnellen Jump-and-run-spatter SciFi-Action-Thriller-Drama.

 

Der Wechsel der Erzählperspektive scheint von diversen Kritikern als störend wahrgenommen worden zu sein. Ich fand das jetzt nicht so dramatisch. Der Doku-Stil ermöglicht es dem Regisseur zu Personen zu springen und Aspekte einzusammeln die ansonsten schwer zu integrieren gewesen wären, wie etwa die Interviews von Farbigen auf der Straße. Die Wechsel der Perspektive dienen zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit und geben dem Film Geschwindigkeit.

 

Ein Titel, der lange im Zuschauer nachklingt.

 

8/10 Punkten für Slumdog Alienaire
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