Filmkritik: Die Wanderhure PDF Drucken E-Mail
 
OT: Die Wanderhure
Cast: Alexandra Neldel, Götz Otto, Nadja Becker, Julian Weigend, Bert Tischendorf
Regie: Hansjörg Thurn
DVD-Release: 08.10.2010

"Die Wanderhure" ist die Literaturverfilmung des gleichnamigen unter dem Pseudonym Iny Lorentz veröffentlichten Buchs. Die Wanderhure erzählt die  Geschichte von Marie Schärer, einer Konstanzer Tuchhändler- und Bürgerstochter, die sich im Kampf um ihre Würde als Frau, gegen Gier, Betrug und Verrat zur Wehr setzt.

Im Jahr 1414 vor dem Konstanzer Konzil: Die schöne Marie Schärer (Alexandra Neldel) lebt ein sorgenfreies, emanzipiertes und behütetes Leben - bis zu jenem Tag, an dem ihr Vater (Miguel Herz-Kestranek) sie gegen ihren Willen mit dem unehelichen Sohn des Grafen von Keilburg, den Advokaten Magister Ruppertus Splendidus (Michael Brandner), verheiraten will. Der Tuchhändler verspricht sich von der Ehe mit einem Adligen den Zugang und damit Aufträge vom Konzil. Der Graf verspricht sich damit den Zugang zum Geld des bürgers. Doch Maries große Liebe ist ihr Jugendfreund Michel Adler (Bert Tischendorf), der aufgrund seines einfachen Standes nicht den Vorstellungen ihres Vaters entspricht. Geblendet vom möglichen Aufstieg willigt er in den Vorschlag von Graf Heinrich von Keilburg ein, Marie mit Ruppertus zwangszuverheiraten. Als Ruppertus jedoch Jungfer Maries Abneigung spürt, fühlt er sich zutiefst gekränkt und zettelt eine Intrige an: Er lässt Marie der Hurerei beschuldigen. Zum Beweis dieser Beschuldigung stört eine Kleinigkeit der Jungfer Marie, also läßt er sie im Kerker vergewaltigen... Marie wird aufgrund falscher Aussage schließlich unschuldig verurteilt, erhält 20 Stockhiebe und halb tot aus der Stadt verbannt wird.

Eine Gruppe von Huren und Gauklern um die Wanderhure Hiltrud (Nadja Becker) findet Marie schwerverletzt und nimmt sich ihrer an. Doch die Hilfe hat ihren Preis. Um zu überleben, muss Marie ihren Körper verkaufen. Nur ihr innerer Hass und der Wunsch, ihre Ehre und Würde als Frau wieder zu erlangen, lassen sie ihre Scheu überwinden. So nimmt Marie eine neue Identität an und spielt die Rolle der Hübschlerin Hannah, die schnell die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Marie erkennt, dass sie um sich rächen zu können machtvolle Verbündtete benötigt. Als Mechthild von Arnstein (Elena Uhlig) sie als Gespielin für ihren Ehemann Dietmar (Thure Riefenstein) anstellt, wittert Marie ihre große Chance. Denn für ihren Racheplan braucht sie niemand geringeren als König Sigismund (Götz Otto)...
Ich habe das Buch nicht gelesen, aber Missus Sushi äußerte sich sehr verblüfft, ob der freien, teilweise ohne Not umgedichteten Story. Auch sei die Geschichte im Verhältnis zum Buch stark verkürzt und vereinfacht. Die Lokalitäten glaubwürdig sind, wenn auch die Aufnahmen Wanderhure_2 zwischen dem Zug der  Huren durch nichtssagende Gebüschumsäumte Wege und Totalaufnahmen von Städtchen abwechseln. Die Kostüme erscheinen zeitgemäß, wenn auch die Mittelalterstimmung "dichter" sein könnte. Liegt es am fehlenden Schmutz, der teilweise sehr gewollt Verwendung findet? Etwas mehr Panorama, sowie eine Erklärung, warum Huren damals auf der Wanderschaft waren, wäre schön gewesen.
Wirklich schade ist, dass es die filmische Umsetzung jeden Versuch Spannung aufzubauen ungenutzt vorüberzeihen läßt. (etwa beim Halsabschneider in der Mühle; beim unzufriedenen Freiier, den Marie in Konstanz wiedertrifft ...) Dadurch verkommt die Story eine fast schon belanglose Aneinanderreihung von Begebenheiten, die den Zuschauer nicht wirklich mitzureissen vermag.
Der Film hält sich insgesamt nicht mit lästigen Details, etwas dass die Huren nicht in die Städte durften und deshalb vor den Toren ihr Lager aufschlagen mussten auf. Das Buch die Wanderhure wurde laut Wikipedia von Hilal Sezgin in der Zeit als negatives Beispiel für das Genre des historischen Romans angesehen, was sowohl die wenig akribische Darstellung des Hintergrundes, als auch Sprache betrifft. Auch dem Film kann man dies vorwerfen. So ist die Figur der Marie zu Modern-emanzipiert angesetzt . Alexandra Neldel nimmt man die Marie nicht so wirklich als gehorsamen und gottesfürchtigen Jungfer ab.
Insgesamt ist die Wanderhure damit ein Film der sein Potential bei weitem nicht ausgeschöpft hat. Als Andeutung des im 15 Jahrhundert herrschenden Sittenbildes und Abendunterhaltung mit nicht zuviel Tiefgang ist die DVD noch einen Blick wert.

4,5/10 Punkten

 

Kommentare (7)Add Comment
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Die Wanderhure
geschrieben von Iny Lorenz, Oktober 11, 2010
Absolut schlecht, Marie wird viel zu alt dargestellt und wurde auch nie Hannah genannt. Die gesamte Handlung ist abgewandelt, die Verfilmung dürfte sich in keinster Weise auf den Bestseller von Iny Lorenz beziehen. Schade das sich niemand richtig da ran gewagt hat, bin nicht sicher ob der Resigeur das Buch überhaupt gelesen hatsmilies/cry.gif
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Die Wanderhure
geschrieben von Zzadja, Oktober 20, 2010
Ich bin nach den ersten paar Minuten des Films kommentarlos aufgestanden und habe mich zu meinem PC begeben um da etwas anderes zu machen.
Dieser Film ist einfach nur schlecht und ich empfinde es als Frechheit diesen Film nach dem so erfolgreichen Buch zu benennen....

Als "eigener" Film mit einem komplett eigenen Titel wars ja soweit 'naja' okay, aber das ganze nur um die TV Quote hochzujagen so zu verschandeln ist entschuldigt einfach nur abartig.
Marie hatte nie etwas mit Kaiser Sigismund, die Hochzeit mit Michel nachher war auch nicht und Michel hat sie auch erst (Wenn ich es richtig noch weiss 3 Jahre nachdem sie verjagt wurde) in Konstanz selbst getroffen ... usw usw das zieht sich komplett durch ....
Im Film ist alles in einem Sommer passiert .... ganz anders als im Buch.
Wie geschrieben - als eigene Handlung - okay aber nicht nach dem so erfolgreichen Bestseller von Iny Lorentz. Ein Armutszeugnis für den TV Sender.
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Einfach nur enttäuschend
geschrieben von binkibaer, Oktober 29, 2010
Man möchte meinen keiner hat das Buch gelesen. Der grobe rote Faden stimmte aber wichtige Details sind einfach ausgeblieben. Wie kann man auch so ein dickes Buch in einen Film packen. Bei Säulen der Erde werden es auch 4 Teile. Wenn man schon einen Film dreht, dann sollte man es auch richtig machen!

Nichts gegen Alexandra Neldel, aber sie war eine Fehlbesetzung. Allein vom Alter her (Marie war 17 und nicht 33) und vom Aussehen ganz zu schweigen.

Ich fande den Film sehr oberflächlich. Man konnte sich gar nicht in den Charakter reinversetzen bzw. richtig Mitleid mit ihr empfinden. Wie schon beschrieben, leider nur eine Abfolge von Geschehnissen ohne schöne Übergänge.
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Einfach schlecht!!!!!!!!!!!!!!!
geschrieben von Ich, November 11, 2010
smilies/angry.gif
Ich habe noch nie einen so schlechten Film gesehen!!!!!!!!!!!
Hat einer von den Filmemachern das Buch gelesen????
Für mich hat der Film nichts, aber auch gar nichts mit dem Buch zu tun.
Sie hätten den Film eher Hure Hannah nennen sollen. Die Figuren waren kplt. anders als im Buch. Wo und wann bitte sind Marie und Hiltrud denn beste Freundinen geworden?? wie sollen denn bitte die anderen Bücher jetzt Verfilm werden, ohne nicht auch so beschissen verändert zu werden
passt doch gar nichts mehr??? Ich hoffen es werden keine weiteren Verfilmungen mehr von Sat.1 gedreht!!!!!!!!!!!
Und ich hoffen, das einer der Filmemacher von Sat.1 sich mit den Kritiken im Internet befasst und sich zu Herzen nimmt!
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Hauptdarstellerin mit Mut und Vernunft!
geschrieben von Lockenmann, Januar 26, 2011
Was die Prüderie angeht nähern wir uns bereits den USA, das ist mies. Bei Gewaltszenen regt sich keiner auf, aber bei Nacktszenen. Das Alexandra Neldel nicht so prüde daher kam ist schon klasse. So oft sieht man Französische Produktionen die zwanglos mit der Nacktheit umgehen. Wenn man mal überlegt, das bei Deutschen Produktionen meist nur noch Statisten für Nacktszenen in Frage kommen, weil Schauspielerinnen sich zieren, war das mal ein erfreulicher guter Anfang. Obgleich eine 18 Jährige Schauspielerin mit Lolita-Charme die bessere Wahl gewesen wäre.
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So dermaßen enttäuschend !!!
geschrieben von Melli, Oktober 14, 2011
Wer die Bücher der Wanderhure gelesen hat müsste eigentlich genau so denken wie ich. Als ich hörte dass das Buch verfilmt wird hab ich mir 20 Löcher in den Bauch gefreut. Als der Film dann da war und ich ihn mir ansah hätte ich am liebsten nach den ersten 10 Minuten abgeschaltet.
Die Story total anders als im Buch, die Hälfte fehlt. Alexandra Neldel war die absolut falsche Besetzung für diese Rolle, Alexandra und die Verantwortlichen sollten einsehen dass die eindeutig zu alt ist für die Rolle. Marie war 17, Frau Neldel sieht locker doppelt so alt aus. Wäre sie besser bei Serien wie Verliebt in Berlin geblieben.
Ein weiterer Punkt ist dass man sich überhaupt nicht in die Szene hinein versetzen konnte. Zu der Zeit in der der Film spielt sahen die Menschen deutlich ungepflegter aus (so wie es auch im Buch stand, sie waschten sich im Fluss) und auch die blenden weißen Zähne waren wohl eher unpassend. Da hätte man sich eher an dem Film "Das Parfum" ein Beispiel nehmen sollen.
Den ganzen Inhalt der Geschichte in einen Film zu packen war ein riesengroßer Fehler. Wie schon "binkibaer" bemerkte hätten sie die Wanderhure besser wie "Die Säulen der Erde" in 4 Teile gespalten dann wäre auch Platz (bzw. Zeit) gewesen den ganzen Inhalt auch richtig darzustellen.
Ich kann nicht nachvollziehen wie so vielen Menschen der Film gefallen konnte vor allem dann nicht wenn die meisten davon das Buch gelesen hätten. Das schlimmste ist, dass sie ernsthaft darüber nachdenken einen zweiten Teil zu drehen. Sie sollten den Film besser nochmal neu und mit anderen Darstellern verfilmen.
Im Großen und Ganzen: EINE HERBE ENTTÄUSCHUNG !!!
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Enttäuscht
geschrieben von Christian, November 07, 2012
Als ich in der Zeitung gelesen habe das die Wanderuhre ins Tv kommt hab ich mich total gefreut da ich ja Histroische Filme liebe, zuvor habe ich auch schon den ersten Teil gelesen und wollte mir dann zum vergleich den Film ansehn war aber dann sehr entäuscht das einzige gute was sie halbwegs rübergebracht haben war die Vergewaltigungszene aber sonst war der Film kurz und knapp schlecht es wurde sehr vieles verändert und mir tat Alexandra Neldel leid. So eine klasse Schauspielerin in so einen Film hineinzustecken sorry aber das geht nicht. Die anderen 4 weiteren Teile habe ich schon gelesen den 2 und 3 Teil werde ich mir aber nicht ansehn da reicht es schon die Trailer anzusehen um zu wissen das es wieder komplett etwas anderes ist als in den Büchern vorallem wird der 4 und 5 Teil nicht verfilmt was ich ja überhaupt nicht versteh wenn sie schon alle verfilmen wollen dann bitte alle und nicht ab den 3 Teil aufhören ich empfehle die Bücher zu lesen anstaht die Filme anzusehen tut mir leid es is aber nun mal so.

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