Filmkritik: Die fast vergessene Welt PDF Drucken E-Mail
 

OT: Land of the Lost                                  Screening OV

Cast: Will Ferrell, Danny McBride, Anna Friel, Jorma Taccone

Regie: Brad Silberling

Kinostart: 01.10.2009

 

fastvergessenewelt.jpeg Wissenschaftler Dr. Rick Marshall (Will Ferrell)  glaubt an das Vorhandensein von Paralleluniversen. Er hat die Vision, eine Maschine zu bauen mit der man in diese Universe reisen kann. Als er seine Theorie in Buchform herausbringt, wird er von Kollegen und dem Talkshowhost Matt Lauer bei dem er seine Theorie vorstellt, lächerlich gemacht. Er ist dazu verdammt, Grundschülern Experimente vorzuführen, den Bau seiner Maschine hat er verworfen. Die Forschungsassistentin Holly (Anna Friel) entdeckt 3 Jahre später durch Zufall eine Versteinerung, die sie Marshall zeigt. Es ist ein Stein mit der Aussparung eines – seine Feuerzeuges!

 

Marshall bekommt einen Motivationsschub und stellt seine Maschine in Rucksackform fertig. Die beiden begeben sich an den Fundort, einem heruntergekommenen, verlassenen Scenepark im Nirgendwo. Siehe da, die Maschine funktioniert. Zusammen mit dem hinterwäldlerische Outdoor-Freak und Parkbesitzer Will (Danny McBride) werden sie, etwas unverhofft in ein Alternativ-Universum geschleudert, in dem es von gefräßigen Dinosauriern und anderen fantastischen Kreaturen nur so wimmelt. Da dämmert es selbst einem Rick Marshall,, dem bei dem Dimensionssprung die Maschine abhanden kommt dass er unverzüglich damit beginnen muss, ums Überleben zu kämpfen.

 

Gejagt vom T-Rex Grumpy und belauert von fürchterlich lahmen Einhorn-Reptilien (den „Sleestaks“) versuchen Rick, Will und Holly mit allen Mitteln einen Ausweg zu finden – und können sich dabei eigentlich nur auf einen einzigen Verbündeten verlassen: nur mit Hilfe des Affenmenschen Chaka (Jorman Taccone) können sie nämlich aus der Zwischendimension entkommen.  Entweder sie schaffen es aus dieser schief gelaufenen Routine-Expedition zurück in die Gegenwart und werden dann als Helden gefeiert. Oder sie sind dazu verdammt, Dauerflüchtlinge zu bleiben...

 

 fastvergessenewelt2.jpeg„Die fast vergessene Welt“ basiert auf dem von den TV-Ikonen Sid & Marty Krofft kreierten Serien-Klassiker „Land of the Lost“ aus den 70-Jahren und wurde auch von diesen produziert. Leider haben sie die Gelegenheit nicht genutzt, den Stoff fürs neue Jahrtausend zu überarbeiten zu lassen. Die Story ist spröde, anachronistisch und ist nicht dynamisch genug für einen heutigen Kinofilm. Der Film insgesamt wirkt leider unausgegoren.

 

Will Ferrell- Filme haben gerne die untere Kategorie des Humors, insofern ist der Film vielleicht für seine Fans erträglich. Ich persönlich mag seinen „Schräger als Fiktion“-Humor und die Filme ohne Fäkalhumor lieber. Die Gags sind weitgehend flach und so strapazieren Ferrell und seine Mitstreiter eher die Geduld denn die Lachmuskeln. Ferrell Szenen in Unterhosen sind wieder mal hochpeinlich, wir mir auch die weibliche Zuschauerschaft bestätigte. Zotten wie Saurierurinbehandlungen machen es nicht wirklich besser.

 

Die „Parodie“ von Genreklassikern dürften an dem Zielpublikum vermutlich weitgehend mangels Kenntnis der parodierten Filme vorbeigehen. Zudem wäre hier mehr Raum für weitere Anspielungen gewesen. Moderne Bezüge wie etwas auf „Verlockende Falle“ und „ A Corus line“, „Indiana Jones“  reißen das Ganze nicht raus. Die Story kommt einfach zu kurz und die Schauspieler sind komplett unterfordert. Lediglich die Szene mit der Stechmücke wird in Erinnerung bleiben.

 

Vergessene Welt sieht teilweise aus wie auf den Bildern von Dali. Das allein kann keinesfalls rechtfertigen, dass Die fast vergessene Welt 100 Millionen Dollar gekostet haben soll. Die Gagen für die Schauspieler können – dürfen – es jedenfalls nicht gewesen sein. Der Film wirkt (bewusst?) – auf B-Movie-Trasch angelegt und ist definitiv kein teurer Specialeffect-Blockbuster, der ein solches Budget haben könnte. „Die fast vergessene Welt" kann man vergessen.

 

2/10 Punkten
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