| Filmkritik: Der Adler der neunten Legion |
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OT: The Eagle Screening: OV
Cast: Channing Tatum, Jamie Bell, Donald Sutherland
Regie: Kevin Macdonald
Kinostart: 03.03.2011
Getrieben von dem Wunsch, die Ehre der Familie wiederherzustellen, erweist sich Marcus Aquila, nun Kommandant einer kleinen Festung im Südwesten, während einer Belagerung als tapferer Anführer seiner Truppen. Sein Mut bringt ihm in Rom großes Lob ein, doch wegen seiner schweren Verletzungen wird er aus der Armee entlassen. Im Haus seines Onkels Aquila (DONALD SUTHERLAND), früher selbst Soldat und nun im Ruhestand, versucht sich der demoralisierte Römer von seinen Wunden zu erholen. Als Marcus bei einem Gladiatorenkampf impulsiv einem jungen Briten das Leben rettet, kauft Aquila den jungen Mann namens Esca (JAMIE BELL), der von jetzt an Marcus’ Sklave sein soll. Marcus verhält sich abweisend gegenüber Esca, der brodelnden Hass auf alles Römische verbirgt. Dennoch leistet Esca einen Schwur, von nun an seinem Lebensretter zu dienen. Als er das Gerücht hört, dass der verschwundene Adler hoch im Norden in einem Stammestempel gesehen wurde, handelt Marcus sofort und bricht mit Esca in die Region jenseits des Hadrianswalls auf. Doch das Hochland von Kaledonien erweist sich als riesiges Territorium und lebensfeindliche Wildnis, womit sich Marcus beim Durchqueren des Gebiets auf seinen Sklaven verlassen muss, um die Orientierung nicht zu verlieren. Als sie Guern (MARK STRONG), einem ehemaligen römischen Soldaten begegnen, erkennt Marcus, dass das mysteriöse Verschwinden seines Vaters vielleicht mit dem Geheimnis um die Identität und Loyalität seines eigenen Sklaven zusammenhängt. Ein Geheimnis, dem umso größere Bedeutung zukommt, als sie den Kriegern des furchterregenden Robbenprinzen (TAHAR RAHIM) gegenüberstehen.
Nach dem Trailer war zu erwarten, dass the eagle genau mein Ding ist. Römer, die gegen Barbaren kämpfen, die Suche nach einem Adler, das alles versprach Unterhaltung á la die ersten 20 Minuten von "Gladiator". The Eagle fängt dann auch vielversprechend an. Der Lagerkommandant wird gut eingeführt, auch die Einführung von Jamie Bell gelingt dem Regisseur. Mit dem Aufbruch, den Adler zu suchen, die Motivation ist nachvollziehbar/schon fast überzogen, verliert der Film an Momentum. Die als gefährlich beschriebenen Gebiete nördlich des Walls entpuppen sich als unwirtlich, aber eher harmlos, was die dortigen Menschen angeht. Der einzige Übergriff auf die Beiden erfolgt durch einen ehemaligen Ligionär der verlohrenen IX. Legion. Dann kommt es Dicke: die im Vorfeld als besonders brutal beschriebenen Kriger des Robbenclans finden die beiden Protagonisten. In guter alter "Schuh des manitu-Manier will man ausrufen: INDIANER! Lehmveschmierte Gesichter (na gut, wenns sein muss) Irokesen frisur, archaische Waffen, Aussehen wie frisch aus der Höhle.... so haben wir uns die gefürchteten Pikten eindeutig nicht vorgestellt! Es kommt noch ärger, sie sind Fährtenleser und exzellente Läufer, dass Old Shatterhand selbst neidisch werden würde, Fellumhänge die aussehen wie Cruella de Ville's Dalmatinerzucht... Und die Wilden sprechen natürlich die Sprache aller anderen Schottischen Clans, die schon von den Bäumen runtergekommen sind. Der Robbenclan kauft es Esca ab, dass Aquila sein Sklave ist. Das es die Beiden es nicht schaffen (schnarch), über diese List zu sprechen und Aquila glaubt, Esca hätte ihn reingelegt ist nicht glaubwürdig und damit ein Spannungstöter. Auch bei der Verfolgung nach der Erbeutung des Adlers kommt wieder keine wirkliche Spannung auf. Vielmehr schüttelt man den Kopf (Indianer in Schottland, oh man!)
Gekrönt durch eine überzogene Schlußszene in der der Adler Rom in Person des britischen Statthalter hindonnert wird und Aquila seine Familienehre wieder herstellt, entlässt der Adler der neunten Legion den Zuschauer ziemlich enttäuscht. Gerne hätte man mehr römische Gefechtstechniken gesehen, römische Leben mehr Atmosphäre. Warum nur schafft es der Film nicht, die Stimmung ersten 20 Minuten durchzuziehen? Die Hauptperson Channing Tatum war für mich, neben seiner Rolle in "dickste Freunde" ein unbeschriebenes Blatt. Jamie Bell, die Nr. 2 spielt ihn ziemlich an die Wand. Der geniale Donald Sutherland ist leider schwach. Gab das Drehbuch nicht mehr her oder hat der Regisseur hier nicht mehr Spielraum zur Charakterentwicklung gegeben? Insgesamt stellt sich die Frage, ob der Fokus auf den U.S.-Markt Rechtfertigung sein kann, für ein Alibi-Römer-Sandalen-Filmchen.Das Ganze kommt daher wie ein Western: Die Szene im Kastell=Fort; die Wilden draussen, die angreifen und die „Irokesen“, das alles lässt vermuten, dass dies alles kein Zufall, sondern nur dazu dient, den US-Zuschauern das Gefühl eines Geschichtsbezuges zu geben. Der Aufhänger IX. Legion ist bereits aus „ Die Letzte Legion“ und „Centurion“ bekannt. Bis auf die Szene mit der „Schildkröten-Formation“ und einige gelungene Kameraeinstellungen hat mich „the eagle“ nicht schaumig gemacht. Schade! 4,5 Punkte
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u best...