Filmkritik: Death Proof - Todsicher PDF Drucken E-Mail
 

Death Proof - Todsicher
Originaltitel: Death Proof - Erscheinungsjahr:2007 - Regie: Quentin Tarantino

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Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Zoe Bell, Tracie Thoms, Quentin Tarantino

Filminhalt: Der neue Quentin Tarantino Film. Endlich kam ich auch in den Genuss diesen Film zu sehen und es hat sich sehr gelohnt. Aber erst einmal zur Vorgeschichte. Quentin und sein Kollege Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn, Desperado) kamen einst auf die Idee, dem Genre der Grindhouse Filme, bzw. des Grindhouse-Kinos Tribut zu zollen.

Es handelt sich beim Grindhouse um schmierige kleine Kinos in den USA in denen drittklassige C-Movies gezeigt wurden. Dazu gehören Kannibalen und Zombiefilme und auch so Filme wie „Death Proof“. Diese wurden dort meist so lange gespielt bis die Bänder vollkommen ausgeleiert und kaputt waren. Stellenweise fehlten auch Handlungsstücke oder ganze Szenen weil die Rollen einfach so kaputt waren. Zwischen den Filmen liefen Trailer zu genau so abstrusen anderen Filmen.

So gab es sich dann, dass Quentin und Robert jeder einen Film besteuerten und einige bekannte Horror Regisseure einige „Fake-Trailer“ drehten, welche zwischen den Filmen gezeigt werden sollten. Fertig war „Grindhouse“. Allerdings, dieses Konzept, so genial es sich für einen Cineasten anhört, kam in den USA nicht an und das Grindhouse Konzept wurde ein Flop. Also musste sich das Produzenten-Duo Weinstein für Europa was einfallen lassen.

So kam es, dass die Filme getrennt wurden und nun einzeln gezeigt werden. „Death Proof“ im Juli und Rodriguez „Planet Terror“ Anfang September. Die Fake-Trailer wurden gestrichen. Traurig aber war, ich denke bevor es die Ultimative DVD Edition gibt, wird man als Europäer diese Kleinode nur auf Youtube zu Gesicht bekommen.

Wirklich schlimm finde ich das nicht, denn „Death Proof“ heute im Kino war schon mal eine Wucht. Schade ist es natürlich trotzdem, denn der Grundgedanke geht verloren. Dafür bekommen wir die Filme in längeren Fassungen. Nun zum Inhalt:

Im Film geht es um den Irren „Stuntman Mike“. Ja, so heißt der wirklich. Dieser lauert Gruppen von jungen Frauen auf ihren „Road Trips“ auf. Zuerst einer Dreiköpfigen Frauen Gruppe, die Ferien im Haus der Eltern planen. Er lernt die Gruppe in einer Bar kennen, erschleicht sich durch ein Spiel der Girls einen Lapdance, fährt ihnen hinterher und bringt sie in einem spektakulären Crash um die Ecke. Er bleibt dabei weitgehend unversehrt, denn er fährt einen Stuntwagen, welcher nach eigener Aussage „Death Proof“, also Todsicher gebaut ist. 14 Monate später versucht er es erneut, diesmal nicht in Texas sondern in Tennessee. Die Girls die er diesmal umbringen will, sind allerdings aufgeweckter als die letzten und alsbald ändern sich die Rollen der Opfer und des Täters….

Der Film hält wirklich was er verspricht, und man sieht überdeutlich den dicken Stempel von Tarantino. Es gibt jede Menge Füße zu sehen, eines von Tarantinos Markenzeichen u.a. in „Pulp Fiction“. Bis die Action das erste Mail einsetzt vergehen geschätzt 45 Minuten voller genialer, Tarantino typischer Gespräche. Diesmal zwischen einigen jungen Frauen und nicht, wie sonst üblich, zwischen Gangstern. Einmal erfrischend anders und auf keinen Fall langweilig. Auch wenn das sicher einige, ich nenne sie vorsichtig „Banausen“, so sehen werden. Tarantino tritt als Barkeeper auf, ein Cameo ist ja in vielen seiner Filme Standard. Es wird von „Big Kahuna Burgern“ gesprochen, was eine Burger-Kette in Tarantino Filmen ist, ein Kiosk verkauft „Red Apple“ Zigaretten, ebenfalls eine Tarantino Marke. Und sogar der Polizist aus „From Dusk Till Dawn“ und „Kill Bill“ ist wieder mit von der Partie, sogar mit seinem „Sohn 1“. Dem ganzen die Krone auf, setzt ein Handy was als Klingelton ein bekanntes Stück aus „Kill Bill“ hat. Diese Detailverliebtheit ist das was ein Fan liebt und wieso man als Filmfan das Medium Film so mag. Wegen diesen und ähnlichen Kleinigkeiten. Und Tarantino selber ist ein Filmfan erster Klasse. Selber mal in einer Videothek gearbeitet, sind seine Filme immer Liebeserklärungen an bestimmte Filme oder ganze Genres. Genial auch die Kamera. An einer Stelle, in einem Diner, stellt er sogar Quasi die Diner-Szene aus „Reservoir Dogs“ nach. Allerdings mit einem anderen Gesprächsthema. Besonders aber die Szenen mit „Stuntman Mike“ und den Girls in ihren Autos wurden toll eingefangen und sind sehr spannend und die Highlights im Film.

Grindhouse enttäuscht somit kaum. Die Schauspieler sind zwar nicht die super Charaktermimen, aber sympathisch. Einzig Kurt Russel verkörpert seine Rolle wirklich mit viel Herzblut und super cool. Der Rest ist eine nette Truppe Frauen, die die Dialoge toll präsentieren, aber sonst wenig Tiefe in die Rollen bringen. Das war in seinen alten Filmen anders. Ddiese waren bis in die Nebenrollen mit genialen Charaktermimen besetzt. Es könnte allerdings auch Absicht von Tarantino gewesen sein, nicht auf bessere Pferde gesetzt zu haben, um den Film mehr Grindhouse mäßig zu machen. Dadurch, dass der Film ja abgenudelt aussehen soll, wurden Brandlöcher, Verunreinigungen und Kratzer eingebaut, auch 2-3 Szenensprünge sind zu vermelden, als würden ein paar Zentimeter Filmrolle fehlen. Sehr stimmig. Allerdings störte mich das der Film im „jetzt“ spielte. Immer als Handys oder aktuelle Autos auftauchten fühlte ich mich ein wenig aus dem Film gerissen, weil ich immer wieder in Gedanken in den 70ern war und mich dann wunderte wo die neue Technik herkam.

Abschließend bleibt zu sagen das das für Tarantino-Fans sowie ein Pflichtfilm ist und sie werden vom Meister wieder einmal nicht enttäuscht. Man lechzt ja wirklich immer nach allem was er macht, da er in den knapp 15 Jahren seines Schaffens gerade einmal 6 Filme sowie einige Gast-Regie-Einlagen gemacht hat. Wenige aber dafür jedesmal beeindruckend gute Filme. Kein Megahit wie „Pulp Fiction“ aber ein sehr guter Film und für mich definitiv einer der Hits des Jahres.

Filmbewertung: 9 /10



Kommentare (1)Add Comment
headroom
Ein Kinoerlebnis der besodneren Art.
geschrieben von Markus Wunder, August 04, 2007
Nachdem ich gestern abends nichts mehr vorhatte und meine Freundin schon am schlafen war, hab ich mich kurz entschloßen auf die Socken gemacht, um die 22.45 Uhr Vorstellung von Death Proof anzuschauen. Stilecht in einem trashig, kultigen Kino, dem Savoy in Augsburg.
Das Kino paßt zu diesem Film wie die Faust aufs Auge. Ich glaub im Kinosaal, der im Keller war, waren nur ca. 30-50 Sitzplätze und man hatte freie Platzwahl. Die Stühle haben gewackelt und der Sound kam aus nur einem Lautspreche, der über der Leinwand befestigt war. Dementsprechend war natürlich auch der Sound, was aber bei einem Film, der eigentlich für solche Kinos gedacht war, absolut stilecht rüberkam. Auch die Leinwand war im Vergleich der Cinemaxx Leinwände winzigklein, aber auch das paßte zum Kino. Als der Film dann losging, mußte der Filmvorführer sogar noch eigenhändig den Vorhang auf jeder Seite vollständig aufziehen, damit man überhaupt das ganze Bild sah smilies/cheesy.gif
Soviel zum Kino...noch viel wichtiger war natürlich der Film, der von mir 8,5/10 bekommt. Eigentlich hätte der Film auch mehr bekommen können, dafür war der Film aber einfach zu lang. Eigentlich können mir Tarantinofilme nicht lang genug sein, aber speziell bei diesem Film wäre ein Doublefeature, wie es auch in USA gelaufen ist, um einiges besser gewesen. In der europäischen Fassung finde ich die Dialoge stellenweise einfach zu lang, vorallem im Verhältnis zu den Actionszenen.
Aber ansonsten ging es mir da auch so wie C4rter...genau so müssen Filme sein. Die Anspielungen auf andere Werke von Tarantino und auch sein Auftritt im Film, waren einfach genial. Kurt Russel bringt seinen Charakter des Stuntman Mike überzeugend rüber. Die Mädels waren auch alle recht unterhaltsam. Die Trailer, die im Original zwischen Death Proof und Plant Terror gelaufen sind, habe ich natürlich auch schmerzlich vermißt, aber dafür gibts ja demnächst eine DVD, auf der diese vorhanden sind.

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