Filmkritik: Das Kabinett des Doktor Parnassus PDF Drucken E-Mail
 

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OT: THE IMAGINARIUM OF DOCTOR PARNASSUS                                 Screening OmU

Cast: Heath Ledger, Johnny Depp, Colin Farrell, Jude Law, Christopher Plummer, Andrew Garfield, Verne Troyer, Lily Cole, Tom Waits

Director: Terry Gilliam

Kinostart: 07.01.2010

 

parnassus_plakat.jpg Wo auch immer Dr. Parnassus (Christopher Plummer) mit seiner Wandertheatertruppe in seinem klapprigen Varieté-Vehikel für einen Auftritt anhält, sind die Zuschauer alles andere als interessiert am gebotenen Programm. Ganz im Gegenteil: In letzter Zeit werden die Auftritte immer mühsamer und Geldsorgen plagen die Truppe. Das große Publikum bleibt aus. Obwohl das Imaginarium doch mit einer wunderbaren Attraktion aufwartet: Das Wunder-Kabinett bietet die einmalige Chance, die alltägliche Wirklichkeit zu verlassen und in die eigenen Wünsche einzutauchen. Man muss nur durch Dr. Parnassus' Spiegel treten und schon befindet man sich in einem fantastischen Parallel-Universum unbegrenzter Vorstellungswelten.

 

Dr. Parnassus hat zwar die außergewöhnliche Gabe, die Vorstellungskraft anderer Menschen anregen und steuern zu können, doch gleichzeitig lastet auch ein dunkler Fluch auf ihm. Als eingefleischter Spieler schloss er vor Tausenden von Jahren einmal eine Wette mit Mr. Nick (Tom Waits) ab, dem Teufel höchstpersönlich. Da damals das Glück auf Dr. Parnassus‘ Seite stand und er die Wette gewann, machte ihn der Teufel unsterblich. Jahrhunderte später dann, als Parnassus seine wahre Liebe gefunden hatte, schloss er ein neues Abkommen mit dem Teufel, parnassus1.jpg und tauschte seine Unsterblichkeit gegen Jugend ein – unter der Bedingung, dass an dem Tag, an dem Parnassus’ Tochter Valentina (Lily Cole) 16 Jahre alt würde, sie in den Besitz von Mr. Nick übergehen sollte.

 

Die Zeit verging. Valentinas schicksalhafter Geburtstag steht nun kurz bevor und Dr. Parnassus versucht verzweifelt, seine geliebte Tochter vor diesem schrecklichen Schicksal zu bewahren. Kurz vor Ablauf der Frist taucht Mr. Nick tatsächlich auf, um Parnassus’ Schuld einzutreiben. Über den fortwährenden Spieltrieb von Parnassus sichtlich erfreut, lässt Mr. Nick neu mit sich verhandeln bietet dem Greis eine neue Wette an: Jetzt wird Valentina demjenigen gehören, der binnen drei Tagen als erster fünf Seelen verführt und sie in die Parallelwelt hinter den Spiegel locken kann.  In seiner Verzweiflung schlägt Dr. Parnassus ein. Zusammen mit seinen treuen Gefährten Anton (Andrew Garfield) und Percy (Verne Troyer) will er den Teufel dieses Mal bezwingen.  Das ist jedoch leichter gesagt als getan …

Parnassus; Heath Ledger Als die Truppe mit ihrem Wandertheater durch das nächtliche London fährt, sehen sie einen jungen Mann, der an einem Seil von einer Brücke baumelt. Schnell ist er befreit und ins Leben zurückgebracht. Der junge Mann entpuppt sich als der ebenso mysteriöse wie charismatische Tony (Heath Ledger). Obwohl dieser offensichtlich einen ganz anderen Plan hat, schließt sich Tony dem Wandertheater an und bringt bald neue Hoffnung auf eine Lösung von Parnassus' Problem. Es dauert nicht lange, da hat sich Valentina Hals über Kopf in den geheimnisvollen Fremden verliebt. Gemeinsam versucht man nun, dem Teufel die fünf Seelen abspenstig zu machen. Und Dr. Parnassus verspricht sogar die Hand seiner Tochter dem Mann, der ihm dabei hilft, diese neue Wette zu gewinnen.

 

Das ist der Auftakt eines packenden, explosiven und wunderbar fantasievollen Wettrennens gegen die Zeit inmitten einer nicht enden wollenden Landschaft voller surrealer Hindernisse, atemberaubender Hirngespinste, Albträume und Phantasmagorien.

 

 

Der visionäre Regisseur genießt den Ruf eines außerordentlich kreativen Filmemachers. Der tragische Tod von Heath parnassus; Jude Law Ledger während der Produktion von Das Kabinett des Dr. Parnassus zeigt, wie kreativ Gilliam ist. Die Lösung, die Rolle von Ledger mit mehreren Schauspielern in den unterschiedlichen Vorstellungswelten zu besetzen funktioniert und überzeugt. Es dürfte ein Glücksfall für die Produktion gewesen sein, dass Ledger viele der in der Realität spielen Szenen bereits abgedreht hatte und somit dieser Kunstgriff möglich war. Gillam hat übrigens seinen Credit von „ A Terry Gilliam Film“ abgeändert in „A film from Heath Ledger and friends”

 

Ein Gilliamfilm zu bewerten ist immer schwierig. Das vorliegenden Werk ist skurril in bester Gilliamtradition. Der Regisseur scheint sich streckenweise etwas in seinen eigenen Gedankenwelten zu verlieren. Der Film hat dann mitunter Durchhänger im Storybogen. Wenn man die Filmlänge von 122 Minuten betrachtet, kommt das Verhältnis Vater-Tochter, die Reaktion der Tochter und auch der Hintergrund der Figur des Tony zu kurz. Es wird bildgewaltig erzählt, ohne groß was zu sagen. Viele Bilder fühlen sich an, wie aus dem Frühwerk (wie sich das anhört) von Gilliam zu seiner Python-Zeit. Das Imanigarium erinnert mich an Fellini’s Casanova.

 

Die Schauspielerischen Leistungen sind gut, Ledger war gut, seine 3 „Ersatzspieler“ ein gelungener coup. Plummer ist klar unterfordert. Tom Waits als Herr der Unterwelt eine Traumbesetzung. Lily Cole kommt zu kurz.

 

Insgesamt macht Skurrilität noch nicht zwingend einen großen Film. Parnassus ist für Ledger-Fans nett und vor allem für Gilliamfans ein Stück gelungene Unterhaltung.

 

5/10 Punkten

 

 

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