| Despereaux-der kleine Mäuseheld |
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OT: Despereaux Screening: DV
Regie: Sam Fell, Rob Stevenhagen
Kinostart: 19.03.2009
Es war einmal eine Zeit, da lag im Königreich Dor Magie in der Luft, da gab
es viel Gelächter und überall leckere Suppe. Doch ein Unglück ließ den König
mit gebrochenem Herzen zurück, die Prinzessin voller Sehnsucht – und die
Menschen im Land ohne ihre Suppe. Selbst die Sonne verschwand. Die Welt wurde
grau und trüb. Es gab im ganzen Land keine Hoffnung mehr. Bis zu dem Tag, als
Despereaux geboren wurde...
Der kleine Mäuserich Despereaux Tilling ist mutig – zu mutig für seine
bescheidene Heimat. Vom Moment seiner Geburt an hält er Augen und Ohren immer
offen, immer begierig nach neuen Geschichten. Er kann nicht anders: Er braucht
das Abenteuer und kann sich ein Leben, dem das fehlt, einfach nicht vorstellen.
Er versteckt sich nicht und huscht nicht, für die übrigen Mäuse ein Skandal.
In der Bibliothek im Königsschloss lernt er, Bücher zu lesen (statt sie
anzuknabbern) und ergötzt sich an den dort aufgeschriebenen Geschichten: Auch
er will ein Ritter werden, gegen Drachen kämpfen und holde Maiden befreien! Nicht
nur das: Despereaux freundet sich auch mit Prinzessin Pea an. Ihr größter
Wunsch ist es, dem Leben im Schloss zu entfliehen, das nach dem Tod ihrer
Mutter so furchtbar öde geworden ist: Ihr Vater und das ganze Königreich mit
ihm sind in eine unendliche Trauer verfallen, so stark, dass sogar der Himmel
über dem Land über und über von grauen Wolken bedeckt ist.
Eines Tages entdecken die anderen Mäuse, was Despereaux so treibt und
verbannen ihn aus der Mäusewelt – hat er doch, neben vielen anderen, auch gegen
das wichtigste Mäusegesetz verstoßen: Sprich nie mit einem Menschen! Sie
schicken ihn in die Rattenwelt, ein finsterer Ort, den nie das Tageslicht
erreicht... Dort jedoch rettet ihn ein anderer Ausgestoßener, die Ratte
Roscuro, die aus dem Land der Menschen vertrieben worden ist, aber immer noch
von Ritterlichkeit und Heldentaten träumt. Als Gourmet und Weltreisender ist
Roscuro ein Außenseiter unter den Ratten, die nichts als ihren unterirdischen
Kerker kennen.
Roscuro wollte einst mit der Prinzessin Freundschaft schließen, doch die
stieß ihn erschrocken zurück. Gedemütigt wurde Roscuro zu ihrem schlimmsten
Feind. Sein Herz ist gebrochen – und nicht wieder gerade zusammengewachsen...
So schmiedet er einen Racheplan; ihm hilft dabei das Dienstmädchen Miggery Sow,
das selbst von einem Leben als Prinzessin träumt, weil sie nie verstanden hat,
dass man keinen Hofstaat braucht, um etwas besonderes zu sein. Sie entführen
Pea, und Despereaux erkennt, dass nur er in der Lage ist, sie zu retten – und
dass selbst in der kleinsten Maus der Mut eines Ritters in glänzender Rüstung
stecken kann.
Die
Grundidee des Films, basierend auf der Buchvorlage von Kate DiCamillo, ist
nett, leider ist die Umsetzung missglückt. Die Story wirkt zusammengestöpselt
und läuft damit nur bedingt rund. Charaktere (Roscuro und Miggery) sind mal
gut, dann böse – dann wieder gut, ohne dass hier Zeit für wirkliche
Charakterentwicklung und Erklärung der Veränderung bleibt. Den Reaktionen im
Kino zu urteilen, war es für die Kinder in der Pressevorführung nicht gerade
leicht dem allen zu folgen.
Die
Charakteranimation der Tierfiguren ist detailliert und routiniert, die an
Figuren von Bruegel erinnernden Menschen sind eher einfach, glatt –
bilderbuchartig gehalten. Auch die Hintergründe erinnern stark an das Aussehen
von Buchillustrationen. Schade ist, dass die Charaktere zu oft wie künstlich in
den Hintergrund reingesetzt erscheinen.
Desperaux
hat Dumboohren - ok so auch in der Buchvorlage - aber muss er zu allem
Überfluss auch noch damit rumfliegen!!!! Das Ritual des Suppekochens lässt
vermuten, dass den Machern des Films Ratatoulle ziemlich gut gefallen haben
muss, sonst hätten diese nicht so viel übernommen;-) Auch die Ratte Roscuro
erinnert teilweise sehr an den Protagonisten aus dem Pixarfilm.
Die im Screening anwesenden Kinder, ein Indikator wie der Film auf ein normales Publikum wirken könnte, waren durchweg ruhig, keine Freudenausbrüche, keine spontane Begeisterung. Der Funke sprang nicht über. Ob es an der deutschen Synchro liegt, oder auch im Original so angelegt ist, dem Film fehlt klar der Witz. Schade, der Trailer sah viel versprechend aus.
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