Filmkritik: District 9 PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: District 9                                                        Screening: OV

Cast: Sharlto Copley, David James, Jason Cope

Regie: Neill Blomkamp

Kinostart: 10. 09. 2009 und div. Filmfeste

 

hauptplakatjpeg_494x700.jpg Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Ein riesiges Raumschiff schwebt über einer Großstadt, und das nicht etwas über Washington oder New York, sondern über Johannisburg- Skandal. Die Menschen rechneten daraufhin mit einem feindlichen Angriff oder einem gigantischen technologischen Fortschritt. Doch nichts davon trat ein. Stattdessen waren die insektoiden Kreaturen Flüchtlinge ihres Heimatplaneten und unfähig/unwillig sich selbst zu versorgen. Während die Nationen der Welt darüber diskutierten, was mit ihnen geschehen soll, wurden sie in einem Notauffanglager interniert – im DISTRICT 9.

 

Heute nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen, sind alle Nationen mit ihrer Geduld am Ende. Die Kontrolle über die nicht-menschliche Spezies wird einem privaten Unternehmen übertragen, der Multi-National United (MNU). Die MNU, mit den weißen Fahrzeugen und den Buchstaben UN leicht mit der UNO assoziierbar, ist ein privatwirtschaftlich arbeitendes, skrupelloses Waffenunternehmen, das letztlich nur an der Waffentechnik der Aliens interessiert. Nicht am Wohl der ungeliebten Besucher treibt den Konzern an, sondern der mögliche Profit mit den mächtigen Waffen der Aliens. Doch bislang sind alle Versuche, diese Waffen zu aktivieren, fehlgeschlagen – die Waffen funktionieren nur, wenn sie von Aliens bedient werden. Die Waffen arbeiten nur, wenn der Schütze Alien-DNA hat.

 

Die wachsenden Spannungen zwischen den Außerirdischen und den Menschen erreichen ihren Höhepunkt, als die d9_2.jpg MNU damit beginnt, alle nicht-menschlichen Wesen vom District 9 in ein neues Camp zu verlegen. Bei dieser Evakuierung infiziert sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe (SHARLTO COPLEY) mit einem mysteriösen Virus als er einen Alien- Artefact aktiviert, den er für eine Waffe hält. Er bekommt Fieber, verliert Fingernägel, spuckt schwarzen Schleim. Unter einem Gips an seiner linken Hand entdecken die Ärzte schließlich eine insektoide Hand. Wikus mutiert - seine DNA beginnt sich zu verändern. Wikus wird zum Forschungsobjekt. Durch seine veränderte DNA lassen sich die Alienwaffen durch Wikus aktivieren. Plötzlich ist Wikus der wertvollste Mensch der Welt. Die Mutation setzt sich fort. Die MNU beschließt den Körper von Wikus auszuweiden, um maximale Mengen der DNA sicherzustellen. Wikus gelingt ihm die Flucht, er wird zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde – denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Alien-Technologie zu lüften. Geächtet und ohne Freunde, gibt es für ihn nur einen Ort, um sich zu verstecken: DISTRICT 9.

 

d9_1.jpg Wikus erlebt nunmehr die Lebensumstände der Aliens im Lager am eigenen Leib. Einer der Alien erklärt ihm, dass Heilung nur auf dem Alienmutterschiff, das immer noch über der Stadt schwebt möglich ist. Allerdings ist dafür der Alien-Artefakt erforderlich, der mittlerweile im gesicherten Laborkeller des MNU-Gebäudes untersucht wird. Wikus und der Alien versuchen den Artefakt zu beschaffen und auf das Mutterschiff zugelangen. Hierdurch legt Wikus eine deutliche Spur, die Koobos (Davide James) der Chef des militanten Sicherheitsdienstes von MNU nur zu gerne aufnimmt.

 

District 9 basiert auf “Alive in Joburg“ einem Kurzfilm von Neill Blomkamp. Blomkamp sollte für Peter Jackson’s WingNut Films das Computerspiel Halo verfilmen. Als dieses Projekt auf Eis gelegt wurde, bekam Blomkamp die Chance seinen Kurzfilm zu einem Kinoformat auszubauen.

 

Das Ergebnis ist zunächst einmal technisch sehenswert. Produziert von Peter Jackson sollen die Produktionskosten lediglich 30 Mio. betragen haben. Wenn diese Hausnummer in ungefähr stimmt, dann müssen sich diverse namhafte Majorproduktionen, die ein Vielfaches gekostet haben, im Bezug auf FX und Computergraphik verschämt in die Ecke stellen. D9 ist perfekt gemacht. Die Aliens sind glaubwürdig, Effekte/CGI fügen sich gekonnt in die Story ein, ohne als solche aufzufallen.

 

Die Story, die zunächst eher an ein Sozialdrama beginnt, fängt den Zuschauer schnell ein. Was im Dokumentationsstiel beginnt und sich wie eine Allegorie auf das Schicksal der Schwarzen in Südafrika anfühlt anfängt ändert sich im Laufe des Films zu einem schnellen Jump-and-run-spatter SciFi-Action-Thriller-Drama.

 

Der Wechsel der Erzählperspektive scheint von diversen Kritikern als störend wahrgenommen worden zu sein. Ich fand das jetzt nicht so dramatisch. Der Doku-Stil ermöglicht es dem Regisseur zu Personen zu springen und Aspekte einzusammeln die ansonsten schwer zu integrieren gewesen wären, wie etwa die Interviews von Farbigen auf der Straße. Die Wechsel der Perspektive dienen zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit und geben dem Film Geschwindigkeit.

 

Ein Titel, der lange im Zuschauer nachklingt.

 

8/10 Punkten für Slumdog Alienaire
 
Die Maus schluckt Mavel PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

Die Walt Disney Company kauft mit einem Aktien-und Bargeldtransfer das Comic Imperium Mavel Entertainment. Disney erwirbt mit dem ca. 4-Milliarden-Deal unter Anderem die Rechte an rund 5000 Figuren aus der Marvel-Library inclusive Spiderman, Thor, Fantastic four, X-Men, Ironman etc. 

Bleibt abzuwarten, wie die Marvel-Produktfarben zur Parlette der Maus passen. Eine irre Bandbreite an Produkten ist mit dem Deal jedenfalls sicher. 

 

 
New Moon - Biss zur Mittagsstunde: Neuer Starttermin PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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NEW MOON - BISS ZUR MITTAGSSTUNDE startet jetzt auch in Deutschland früher. Statt wie bisher geplant im Januar 2010 bringt Concorde Filmverleih den sehnsüchtig erwarteten zweiten Teil der TWILIGHT SAGA zeitnah zum US-Start auch in die deutschen Kinos. Damit kommt das Münchner Unternehmen den Bitten und Wünschen von Tausenden von Fans nach.


Neuer Starttermin ist der 26. November 2009

 

 
Filmkritik: Julie & Julia PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: Julie & Julia                                                                       Screening: OmU
Cast: Meryl Streep, Amy Adams, Stanley Tucci, Chris Messina
Regie: Nora Ephron
Kinostart: 03.09.2009 

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Julie & Julia verbindet auf gelungene Weise 2 Biographien in einen wunderbaren Film. Buch 1 ist „My Life in France“, in dem Julia Child beschreibt, wie sie als Amerikanerin nach dem Krieg in Paris nicht nur die französische Küche lieben, sondern auch kochen lernt und das erste Kochbuch (Mastering the Art of French Cooking) über Französische Küche in amerikanischer Sprache schreibt. Buch 2 ist die Audiobiographie von Julie Powell „Julie & Julia“, die Anfang der Neuziger Jahre darüber im Internet darüber blogged, wie sie Julia’s Kochbuch nachgekocht hat.

Nora Ephrom (Sleepless in Seattle, You’ve got Mail) hat aus diesen beiden Buchvorlagen und beiden Zeitebenen gekonnt einen Film über die Leidenschaft für die Küche verwoben.

Paul Child, ein amerikanischer Diplomat im Auswärtigen Dienst tritt im Paris der Nachkriegszeit eine Stelle in der amerikanische Botschaft an. Seine Frau und er lernen die französische Küche kennen und lieben. Julia stellt fest, dass es keine Kochbücher über die Französische Küche auf Englisch gibt. Um französisch Kochen zu lernen, geht Sie als erste Amerikanerin an die an die berühmte Cordon Bleu Kochschule, wo sie als Frau und Ausländerin eher kühl empfangen wird. Zusammen mit 2 französischen Freundinnen gibt sie Amerikanerinnen szenenbild_09jpeg_700x464.jpg Kochunterricht in ihrer Küche und überarbeitet deren Kochbuch. Das Kochbuchprojekt wird schließlich zu ihrer Passion. Doch der Weg bis zu einer Veröffentlichung ist steinig.

Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2002, nähert sich Julie Powell aus New York ihrem 30. Geburtstag als unzufriedene Schriftstellerin, die in einem emotional kräftezehrenden Job bei einer Organisation arbeitet, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, nach dem 11. September 2001 das Gelände des World Trade Center wieder aufzubauen und den umgesiedelten Anwohnern zu helfen, sich dort wieder zurechtzufinden. Angespornt dadurch, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, entscheidet sie sich, sich durch das Meisterwerk von Julia Child zu kochen – 524 szenenbild_05jpeg_700x464.jpg Gerichte in 365 Tagen – und ihre Bemühungen und Erfahrungen in einem Internet-Blog festzuhalten. Mit dem Zuspruch ihres Mannes Eric – der die Früchte dieser Arbeit genießen konnte – beginnt Julie, die Höhen und Tiefen dieser zeitraubenden Aufgabe zu beschreiben.

 Julie & Julia bietet 123 Minuten entspannende Kinounterhaltung mit grandiosen Schauspielern. Nach „Doubt“ spielen Adams und Streep wieder zusammen. Die Besonderheit ist hier, dass sich die beiden Personen im Film nie persönlich begegnen. Meryl Streep ist unglaublich in ihrer Darstellung der sehr eigene Julia Child. Wenn möglich sollte man sich den Film unbedingt im Original ansehen, um die eigentümliche Sprechweise von Julia hören zu können. Nachdem Julia Child hier bei uns unbekannt sein dürfte, schaut mal auf Youtube eine der Original Julia Child Kochsendungen an. Es ist enorm (Oscarreif?!) wie nahe Meryl Streep dem Original kommt.  Adams ist wieder einmal bezaubend und überzeugt als Frau auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihre unschuldige, naive Art passt wunderbar auf die Rolle der Julie Powell die mit jedem Rezept Selbstbewußtsein und einen Sinn in ihrem Leben findet. Stanley Tucci ist souverän in seiner Rolle als Julia Childs Eheman, kann aber sein ganzes Potential nicht wirklich ausspielen. (Ich bin riesig gespannt auf seine Darstellung in "The Lovely Bones")

Es ist übrigens bizarr, einen Film anzusehen und danach ins Internet gehen zu können und Teile des Films, den Blog von Julie wahrhaftig im Netz zu finden. Link: http://blogs.salon.com/0001399/. Das Julie/Julia Project, Nobody here but us servantless American cooks... ist noch online.

Ich bin bekanntlich nicht der größte Freund von Bio-pics im Kino, da ich finde, dass sich Kinobesucher für ihre wenigen Kinobesuche Filme aussuchen sollen, bei denen die Bilder die Größe der Leinwand benötigen. Julie & Julia braucht die Leinwand zwar nicht um die Story zu transportieren, Gourmets, Kochsendungsfans und Romantiker werden im Kino mit dieser Liebeserklärung ans Kochen und an das joie de vivre definitiv ihren Spaß haben und richtig Appetit bekommen.

 7/10 Bestecken, äh Punkten

 

 

 
Filmkritik: Chéri - eine Komödie der Eitelkeiten PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

OT: Chéri           Screening: OV m.U.

cast: Michelle Pfeiffer, Rupert Friend, Kathy Bates,  Felicity Jones

Regie : Stephen Frears
Kinostart : 25.08.2009

 

cheri_plakat.jpg Paris 1906: Um die Jahrhundertwende gilt die französische Metropole als die mondänste Stadt Europas und als Inbegriff des kulturellen und intellektuellen Fortschritts. In Paris leben weltberühmte Künstler und Schriftsteller; und die Reichen und Mächtigen haben den Ort zum Domizil ihrer Wahl erkoren. Paris ist zu dieser Zeit auch berühmt für seine Kurtisanen – schöne, geistvolle Frauen, Expertinnen auf dem Gebiet der Liebe, um deren Gunst Kronprinzen, Erzherzöge und Industriekapitäne.

Die schöne Edelkurtisane Léa de Lonval (Michelle Pfeiffer) kommt langsam in ein gewisses Alter und hat sich aus dem Geschäft der käuflichen Liebe zurückgezogen. Im Paris der Jahrhundertwende lebt sie in unbeschreiblichem Luxus. Auf Wunsch ihrer ehemaligen Kollegin und Rivalin Madame Peloux (Kathy Bates) soll Léa deren hübschen, verwöhnten Sohn Chéri (Rupert Friend) zum Mann machen und in die Geheimnisse der Liebe einweihen. Chéri bewundert Léa ebenso sehr, wie er seine Mutter verachtet und flirtet gewohnheitsmäßig mit ihr. Aber beider Gefühle gehen tiefer: Als er Léa nach dem Lunch bei einem Gespräch im Wintergarten leidenschaftlich auf den Mund küsst, ist sie für einen Moment überwältigt und verliert die Kontrolle. Was als Flirt beginnt, wird zu einer leidenschaftlichen Beziehung, ein kurzer Kurs in Liebesdingen verwandelt sich in eine sechs Jahre andauernde Liaison. Umso überraschender trifft sie die Leidenschaft und Tiefe ihrer Beziehung zu Chéri. Aus ein paar Wochen, die Madame Peloux für die Initiation ihres Sohnes vorgesehen hatte, werden sechs Jahre.

Als er eine von seiner Mutter arrangierte Geldheirat eingeht, wird Léa ihre Abhängigkeit von Chéri schmerzlich bewusst, und sie will sich mit aller Kraft aus der Beziehung befreien. Aber auch Chéri kann Léa nicht vergessen.

 

Als Edmée und Chéri schließlich zurückkehren, ist klar, dass die Hochzeitsreise sie kein Stück näher zusammengebracht hat. Und auch, dass Chéri sich immer noch nach Léa sehnt. Schon bald hat Edmée genug; sie wirft ihrem Mann seine Gleichgültigkeit und Grausamkeit vor und zieht sich zurück. Chéri kann die Spannung nicht länger aushalten. In der Nacht verlässt er das Haus und zieht in ein Hotel. Seine Tage verbringt er damit, vor Léas Villa auf deren Rückkehr zu warten oder sich Erleichterung in der Opiumhöhle von La Copine (Anita Pallenberg), einer früheren Kurtisane, zu verschaffen.

 

cheri1.jpg Drei Wochen später trifft Léa in Paris ein, und Chéri kehrt heim, froh darüber, dass sein Warten nun ein Ende hat. Madame Peloux stattet Léa einen Besuch ab, wohl wissend, dass sie Léa durch die bloße Erwähnung ihres Sohnes ins Herz treffen kann, was sie sich natürlich nicht nehmen lässt.

 

Spätabends stürzt Chéri in Léas Schlafzimmer, um mit ihr seine Rückkehr zu feiern. Überwältigt vor Glück über ihr Wiedersehen verbringen die beiden eine rauschende Liebesnacht. Am nächsten Morgen beginnt Léa mit Reiseplanungen – weit weg in den Süden soll es gehen, wo die beiden unbeachtet von der sozialen Kontrolle miteinander leben können. Aber Chéri ist merkwürdig still. So weit wollte er nicht gehen, hatte er doch eher daran gedacht, in Paris zu bleiben und Léa von Zeit zu Zeit zur Ablenkung von seinem Eheleben aufzusuchen. Für Edmée ist er immerhin ein Mann, während er für Léa immer ein Kind bleiben wird.

 

Anders als der Titel vermuten lässt handelt es sich nicht um eine Komödie, sondern um eine Romanze mit tragischem Einschlag. Die Kurzzusammenfassung eines Münchner Kinos sagt über den Film: Ein technisch makelloser Film, mit großartiger Kameraführung, bunten Kostümen, detaillierten Sets und einer wunderbaren Alexandre Desplat Filmmusik. Auffällig ist, dass hier nichts über die Schauspieler und die Story erwähnt ist, aber leider nicht unberechtigt. Vermutlich lag es am Drehbuch/Regisseur, jedenfalls klickt es zwischen den Schauspielern nicht. Die Story kommt blutleer daher. Michelle Pfeiffer und Kathy Bates haben deutlich mehr Potential als ihnen im Film für Charakterspiel und gegenseitige Sticheleien Raum gegeben wird. Als Stilmittel wird die Stimme aus dem Off bemüht, anstatt die Schauspieler ihren Job machen zu lassen. Der Film endet mit einem Voiceover-Epilog, der wenn verfilmt vermutlich den meisten Raum für Charakterentwicklung geboten hätte. So ist der Film nur für wirkliche Fans der Belle Epoque sehenswert.

 

4/10 Punkten

 
Filmkritik: G.I. Joe Geheimauftrag Cobra PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   
 
 
 
 
 
 
 
OT: G.I. Joe: Rise of Cobra                                                                             Screening OV
Cast: Channing Tatum, Joseph Gordon-Levitt, Sienna Miller, Dennis Quaid, Rachel Nichols, Ray Park, Jonathan Pryce, Marlon Wayans, Christopher Eccleston, Arnold Vosloo, Brendan Fraser
Regie: Stephen Sommers
Kinostart: 13.08.2009

 

gi_joe_plakat.jpg Von der Action Figur über eine Zeichentrickserie zum Kinofilm. G.I. Joe sah 1964 das Licht der Welt als vermutlich von Barbie der Konkurrenz Mattel inspirierte Action Figur des US-Spielwarenherstellers Hasbro, angelehnt an den Titel des Kriegsfilms „The story of G.I. Joe“ von 1945. In späteren Jahren stand „G.I. Joe“ nicht mehr für die einzelne Figur, sondern wurde als Bezeichnung für ein Soldaten/Agententeam verwendet, dessen Mitglieder dann wieder individuelle Namen trugen. Bei uns bekannter wurde das Produkt unter dem Namen „Action Man“ bzw. „Action Force“ – Vermutlich gehen jetzt den etwas älteren männlichen Lesern diverse verblasste Erinnerungslichter auf.

 

Also der Film, nun der Trailer sah echt gut aus und ich hatte mich auf 2 Stunden  „bunt wie ein explodierender Kaugummiautomat“ eingestellt, – wie ein Kollege so schön formuliert hatte.

 

Die Story ist schnell erzählt: G.I. JOE ist eine internationale Spezialeinheit – die für die Geheimaufträge rekrutierten Männer und Frauen werden aus den besten Militärorganisationen der Welt zusammengestellt. Von der ägyptischen Wüste bis unter die polaren Eiskappen muss das Eliteteam um G.I. Joe bei dieser Mission reisen. Dabei werden die brandneuesten Spionage- und Militärgeräte eingesetzt, um den korrupten Waffenhändler Destro zu bekämpfen und der immer größer werdenden Bedrohung durch die geheime Cobra-Organisation Einhalt zu gebieten – bevor die Welt im Chaos versinkt.

 

G.I: Joe wird auf den Plan gerufen, als eine neuartige Waffe auf dem Transport fast geklaut wird. Nannobots, die alles in ihrer Umgebung „fressen“ bis durch einen Computer ein Gegencode eingegeben wird. Diese Nannobots können ganze Stätte ausradieren Cobra gelingt es schließlich 4 Gefechtsköpfe mit Nannobots in ihren Besitz zu bringen. Ihr erstes Ziel ist der Eifelturm. Danach nimmt Cobra Washington, Moskau und Peking ins Visier. Die G.I. Joes müssen ins Hauptquartier von Cobra unter dem Pol eindringen und die Raketen stoppen.

 

Die Kommandozentrale erinnerte an eine Mischung von der Pizza für Jonas Wanger –BP-Werbung und einem unterirdischen Todesstern. Apropos Todesstern, es ist ja ok andere Film zu zitieren und kein Mensch kann allen Ernstes erwarten, dass jeder Film das Kino neu erfindet. Aber es ist etwas anderes nett zu zitieren oder platt zu kopieren. Meine Kinonachbarn und ich waren ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch damit beschäftigt, uns zuzurufen, aus welchem Teil der Star Wars-Filme, Schwarzeneggertitel, TopGun; James Bond-Film etc. die jeweiligen Szenen stammten. Etwas mehr Kreativität – oder mehr Finesse wäre hier beim Drehbuchschreiben wünschenswert gewesen.

 

Ein Beispiel? Zwei Ninja kämpfen gegeneinander – der Böse kann seine Schwerter am Griff verbinden und hat ein 2-Klingenschwert. TPM anybody? Das einzig Coole an dieser Szene war, dass der gute Ninja – der im gesamten Film aufgrund eines Schweigegelübtes stumm bleibt und hinter einer Maske verborgen ist, von Ray Park gespielt wird, also dem Schauspieler, der in TPM Darth Maul mit dem 2-Klingenlichtsäbel verkörpert hat.

 

Von vielen Kollegen als Seelenlos gebrandmarkt vermögen die Figuren den Zuschauer tatsächlich nicht zu fesseln. Marlon Wayans ist im Humor auch in diesem Titel platt weitest gehend platt und auch sonst ist G.I. Joe über die meisten Strecken humorbefreit. Die Romanzen sind haarsträubend, die Interaktion der Schauspieler abgründig. Brandan Fraser taucht nur kurz – in einer völlig überflüssigen Rolle – auf. Arnold Vosloo kann, ebenso wie Dennis Quaid viel mehr, als Sommers anscheinend gewillt war einzufordern. Joseph Gordon-Levitt brachte uns im Kino ungewollt zum Lachen und jeder erwartete als nächstes einen „Luke, ich bin dein Vater“- Ausspruch.

 

Was mir immer wieder über aufstößt, sind Special Effekt Feuerwerk-Filme bei denen die Effekte offensichtlich sind. Hallo jedes Computerspiel was ich zuhause habe, hat heutzutage eine vernünftige Graphik oder kann sich am Markt weder etablieren oder gar halten. Das Gleiche gilt immer noch für Filme. Wenn der Computer nur „cheesy“ Effekte ausspuckt – sei es mangels Rechenzeit oder mangels Könnens, vielleicht sollte man mal wieder den guten alten Bluescreen bemühen um den Zuschauer in die gewünschte Fantasiewelt zu holen. Ich wiederhole mich hier in meiner Beobachtung zum Thema, aber wenn beim Betrachten einer Scene – etwa einem abhebenden Senkrechtstarter – mein Gehirn „miese Graphik, sieht echt künstlich aus“ ausspuckt und nicht „cooles Fluggerät“, dann sitze ich nicht glücklich grinsend sondern griesgrämig im Kino. In G.I. Joe gab es für derartigen Griesgram hinreichend Anlass. Da kann der Film noch so stylisch und bunt sein, wenn der Zauber weg ist, ist er weg.

 

Der Film kommt bei uns mit einer FSK 16 in die Kinos, das das Hauptziel Hasbros, nämlich Actionfiguren im Sog des Films an die Kids zu verkaufen, erheblich erschweren dürfte. Diese FSK zieht ein weiteres Problem des Films mit sich. Für diese FSK gibt er einfach nicht genügend her, vergleicht man ihn etwa mit dem ebenfalls FSK 16 eingestuften Max Payne. Wo ein Publikum von um die 12 Jahre wohl begeistert über die bunte Action wäre, wird das Publikum ab 16 darüber hinaus die mäßige Story, die schlecht gemachten Effekte und die platten Wiederholungen alter Filmideen bemerken. Aber was soll’s, der Trailer ist gut geschnitten, bis die Masse bemerkt, dass der Film nicht hält was er verspricht, ist er aus den Kinos wieder draußen und hat sein Geld verdient. Ich geh jetzt auf den Speicher meiner Eltern und wühle mal in alten Spielzeugkisten, das ist definitiv spannender als dieser Film, wahnsinnig schade.

 

Enttäuschte 3/10 Punkte

 
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