Hölle und Alptraum, Adrenalinrausch und Abenteuer?
Der Krieg hat viele Gesichter. Hautnah an den Männern mit dem gefährlichsten Job der Welt
zeigt TÖDLICHES KOMMANDO Elite-Soldaten eines Bombenräumkommandos im Irak:
Diese Männer werden eingesetzt, wo das Risiko im brennenden Kriegsalltag am
größten ist. Tag für Tag, Stunde für Stunde ist der Tod ihr ständiger Begleiter
und oftmals nur einen Wimpernschlag, ein kurzes Fingerzucken entfernt. Als der
Vorgesetzte von Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie) und Specialist Owen
Eldridge (Brian Geraghty) im Einsatz stirbt, bekommt das Kommando einen neuen
Anführer: Staff Sergeant William James (Jeremy Renner). Ein Einzelkämpfer, der
das Spiel mit dem Tod liebt und sein Team in ein waghalsiges
Katz-und-Maus-Spiel treibt. Während Sanborn und Eldridge vergeblich versuchen,
ihren neuen Kommandanten zu kontrollieren und dabei an ihre physischen und
psychischen Grenzen gelangen, explodiert die Stadt im Chaos des Häuserkampfes.
Hurtlocker
ist Adrenalin-Kino über die vielleicht gefährlichste Arbeit der Welt. Der Film beleuchtet in
einzelnen, nicht wirklich zusammenhängenden Episoden den Alltag der Bombenräumungsspezialeinheit.
Die Episoden, die Bedrohungen beim Bombenentschärfen sind Spannung pur und für
Fans von Kriegsfilmen sicher mal ein interessanter Aspekt des Themas. Die
Szenen bestechen weniger durch schauspielerische Leistung, denn durch die beklemmenden
Situationen selbst. Ralph Finnes als bärtiger Söldner etwa wurde für vermutlich
eher für seinen Namen, denn für die Relevanz seiner Rolle für den Film
verpflichtet.
Die Leere
nach dem Ende des Auslandseinsatzes paart sich mit der Erkenntnis, dass das
tägliche Leben mit 12 Meter Frühstückscerealien eine gewisse Belanglosigkeit
haben, wenn man davor Bomben entschärft hat. Willian James verpflichtet sich
für eine Zeit an der Front. Die Problematik der Leere nach dem Frontdienst
erinnert an Episoden der (übrigens gut gemachte) TV-Serie „Tour of Duty“ Nam-Dienst in Viet Nam“, die in
den 80’ger Jahren bereits kritische Vergangenheitsbewältigung betrieb.
Mir fehlte
der über den gesamten Film gehende Story-/Spannungsbogen. Die Attentäter
bleiben anonym, gesichtslos, ein Zusammenhang zwischen den Bomben wird nicht
hergestellt. Die Hoffnung, die restlichen Tage des Auslandeinsatzes lebendig zu
überstehen, ist zwar ein probabler Aufhänger, aber als Leitlinie im Film zu dürftig
ausgeführt. Hier hätte mehr „Fleisch an die Knochen“ geholfen. Abgesehen davon,
dass vermutlich das Bombenentschärfen in Afghanistan bei den Deutschen Truppen
ähnlich krass ist, wie bei den amerikanischen Kollegen, müssen wir uns die
Traumata der US-Armed Forces ansehen?
Die
Darstellung des Irakers als störrischer Esel - der sei es aus Ignoranz, oder
aus gezielten Oppositionismus gegen die US-Truppen bockt– für den Kooperation
oder Dankbarkeit ein Fremdwort zu sein scheint, ist nicht schmeichelhaft, aber
vermutlich realistischer als einem lieb ist. Christian Camargo als
Militärpsychologe, der das Kommando auf einen Einsatz begleitet und versucht
die Bevölkerung mit Psycho-Talk dazu zu bewegen den Platz zu verlassen, hat
einen gelungenen Kurzauftritt.
Tödliches
Kommando ist über 2 Stunden lang, etwas Straffung insbesondere in der letzten
halben Stunde hätte dem Film vielleicht nicht geschadet, um das Ganze runder zu
machen.
Nachgeschmack:
Bombenentschäften ist ein unglaublich krasser Mistjob. Ein Film im klassischen
Männergenre.
Vor circa einer Woche erhielt ich plötzlich eine
Einladung zu einer Pressevorführung im Kino. Der Film der gezeigt werden sollte
war der neue Film von Sam Rami, „Drag me to Hell“. Raimi mag ich sehr gerne,
besonders seine „Evil Dead“ Reihe. Mit den „Spiderman“ Filmen konnte ich
hingegen weniger anfangen. So entschloss ich mich dann natürlich die Pressevorführung
in Köln zu besuchen.
Christine(Alison Lohman) geht es eigentlich recht
gut. Sie hat einen netten Freund und einen guten Job als Angestellte in einer Kreditbank. Ihr winkt sogar bald eine Beförderung.
Der Posten des stellvertretenden Direktors soll besetzt werden. Doch dafür muss
sie skrupelloser mit den Kunden umgehen, als sie es momentan macht, sprich sie
muss der Bank Geld einbringen. Ihr direkter Konkurrent Stu(Reggie Lee) hat das
schon sehr gut raus und schmiert auch dem Chef(David Paymer) ordentlich Honig
um den Bart. Als eine arme alte Zigeunerin(Lorna Raver) zu ihr an den Platz
kommt, und Christine bittet die Leute aufzuhalten die ihr gerade das Haus und
die Möbel wegpfänden, entscheidet sie sich, zugunsten der Beförderung, dagegen
der alten Dame zu helfen. Die Dame reagiert beschämt, beleidigt Christine und
wird dann vom Sicherheitsdienst aus der Bank geleitet. Doch abends lauert sie Christine
im Parkhaus auf und belegt Christine mit einem schlimmen Fluch. Von nun an wird
Christine von Visionen geplagt die ihr den Alltag zur Hölle machen. In Ihrer
Not wendet sich Christine an einen Wahrsager(Dileep Rao) der ihr helfen soll.
Doch der Wahrsager hat eine schreckliche Wahrheit für Christine parat…
Beim Trailer hatte ich noch Bedenken, dass Raimi nun
denselben langweiligen MTV Horror macht wie sein Produktionsstudio „Ghost House
Pictures“. Aber im Film wird man schnell eines Besseren belehrt und man merkt:“Rami
kann es immer noch!“ Es gibt immer wieder Szenen und Situationen, die den
typischen abgefahrenen, schwarzhumorigen Sam-Raimi-Humor enthalten, der die „Evil
Dead“ Reihe so legendär gemacht hat.
Sei es Christines wahrhaft geniales zweites Treffen mit der wild gewordenen Zigeunerin
in der Tiefgarage oder wie durch eine Art Séance der Geist der Zigeunerin
beseitigt werden soll. Anwesend dabei, ein Ziegenbock und ein tanzender Zombie,
der mich sofort an „Evil Dead“ erinnert hat. Aber auch die kleinen Dinge machen
in „Drag me to Hell“ viel aus, und sei es hier auch nur ein Poster in Christines
Wohnung, neben der Tür durch die gleich der Dämon brechen wird, auf dem steht:“Hang
on, Baby!“
Der Soundtrack ist kraftvoll und unterstützt die Grusel-Szenen
recht wirkungsvoll. Die Darstellerriege hat mir ebenfalls gut gefallen, Alison
Lohman spielt überzeugend, Lorna Raver
spielt grandios und Justin Long fällt auch nicht wirklich negativ auf.
Was hingegen im weiteren Verlauf etwas negativ auffällt, ist das Drehbuch. Es
weicht gegen Ende einfach auf. Konnte Christine den Fluch, der ihr symbolisch
durch einen Knopf ihrer Jacke vermacht wurde, zunächst nicht einfach an
jemanden weiterverschenken, geht es am Ende dann auf einmal schon. Das ist
einfach schlecht geschrieben.
Den Twist kurz vor dem Finale riecht man schon vorher, durch eine mehr als
eindeutige Szene, 10 Meilen gegen den Wind. Trotzdem wird daraus eine riesen
Sache gemacht. Das Finale selber ist aber dann erfreulich konsequent, damit
hätte ich wirklich nicht gerechnet, auch wenn der Film-Titel eigentlich nicht
viel Spielraum lässt ;-)
„Drag me to Hell“ gefiel mir im Endeffekt recht gut.
Der Film wird selten langweilig, ist sehr unterhaltsam und Raimi hat sich in
diversen Grusel-Szenen richtig ausgetobt. Die Mischung aus Humor und Horror die
hier geboten wird, ist wohl nichts für die breite Masse aber Genre-Fans sollten
einen Blick riskieren.
Cast: Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Moon Bloodgood, Bryce Dallas Howard
Regie: McG
Kinostart: 04.06.2009
Wie der Film setzte ich auch hier die Vorgeschichte (T1-T3) als
bekannt voraus.
Marcus Wright (SAM WORTHINGTON) ist zum Tode verurteilt. Das
Einzige, an das dieser sich erinnern kann,– danach fehlt Marcus jegliche
Erinnerung, bis er in dieser fremden, lebensfeindlichen Welt aufwachte.
In
dieser Welt glauben die Widerstandskämpfer, eine neue, effektive Waffe gegen die
Maschinen in der Hand zu haben. Über den Kommunikationsfunk-Kanal, den die
Maschinen benutzen, könnte ein Störsignal gesendet werden, dass die Maschinen
lahmlegt. Eine Großoffensive wird geplant, die auch die Zerstöhrung von Skynet
beinhaltet. Der Tod der dortigen Gefangenen wird als notwendiges Übel von der
Widerstandsleitung akzepiert, obwohl John Connor dagegen protestiert.
Die
letzte Wahrnehmung von Marcus Wright ist die seiner Hinrichtung, nachdem er ein
Verbrechen begangen hatte. Er hat eine Organspende-Erklärung gegenüber Dr.
Serena Kogen unterzeichnet, die. in der Abteilung für Genetik bei Cyberdyne
Systems arbeitet. Danach fehlt Marcus jegliche
Erinnerung, bis er in in einem Amerika im Jahr 2018, nach dem Judgement Day
aufwacht. Er will herausfinden, warum er nicht tot ist. Dahintreibend
durch diese feindliche neue Welt, gestohlene Kleidung tragend und einen inneren
Kampf ausfechtend mit der Frage, was nach seinem „Tod“ geschehen ist, wird
Marcus von Kyle Reese (Anton Yelchin) vor einem T-600 Terminator gerettet. Er ruft Marcus den klassischen Text zu, ‘Come with me,
if you want to life!‘
Immer
wenn Kyle die Kurzwellen-Radiobotschaften von John Connor hört („If you hear
this, you are the resistance”), träumt er davon, sich dessen Widerstand
anzuschließen. Und Connor seinerseits ist verständlicherweise ebenfalls auf der
Suche nach Kyle.
Marcus,
Kyle und dessen Begleitung Star werden plötzlich getrennt, als sie von einem
Harvester attackiert werden – einer riesigen insektenartigen Maschine mit
vielen Armen und Beinen, mit denen sie nach ihren Opfern greift. Der Harvester
ist von Hunter-Killern begleitet und kann zweirädrigen Moto-Terminatoren absetzen.
Kyle und Star werden von dem Harvester nach einer Verfolgungsjagt in einen
Transporter geladen und nach San Francisco zu Skynet geschafft.
Marcus
dagegen kann der Gefangenschaft entkommen und rettet das Leben einer
abgestürzten A-10-Pilotin, die bei dem Versuch, die Menschen vor dem Harvester
zu beschützen, den Schleudersitz betätigen musste. Die Pilotin Blair Williams
nimmt Marcus mit in ein Quartier des Widerstands, sie fühlt sich in seiner
Schuld.
Auf
ihrem Weg zur Basis des Widerstands wird Marcus durch eine Landmine verletzt.
Bei der Ankunft im Außenposten der Rebellen wird er von Johns Frau Kate Connor
versorgt. Kate ist die Erste, die bemerkt, dass der Körper von Marcus in ein
neues, bisher unbekanntes Terminator-Modell modifiziert wurde – einen
Hybrid mit menschlichem Herz, Hirn und Äußeren, aber mit dem sonstigen
Innenleben eines Roboters.
Marcus,
bislang komplett ahnungslos von dieser Verwandlung, wird von der Tatsache
überwältigt, dass seine Exekution nur das Vorspiel für seinen derzeitigen
Zustand war. Marcus hat Arme und Beine aus Metall, aber immer noch das Herz und
das Gehirn eines Menschen.
Aufgrund
der bisherigen Erfahrungen mit Terminatoren haben die Rebellen kein Vertrauen
mehr zu dem Hybrid Marcus und wollen ihn ausschalten. Mit Hilfe von Blair kann
Marcus fliehen und rettet dabei Connor vor Hydrobots. Marcus erklärt, dass er
zu Skynet gehen will und dass dort auch Reese gefangengehalten wird. Verständlicherweise
will Connor Reese befreien und muß damit ebenfalls in den Skynetkomplex…
Wird es
bei Termonator 4 ähnliche Grundsatzdiskusionen geben, wie seinerzeit bei Star Wars Episode
1?
Ich
denke nicht, denn zum einen sind die Terminatorfilme anders als bei Star Wars
kontinuierlicher entstanden und zum anderen sind Kritikpunkte bei T4 meiner
Ansicht nach offensichtlicher festzumachen.
Da sind
zum einen die Schauspieler. Ich mag Christian Bale, aber hier kann er als John
Connor nicht überzeugen, was vermutlich wesentlich am Script oder dessen Umsetzung liegt, das der Charakterentwicklung
und den inneren Zweifeln zuwenig Platz lässt. Gleiches trifft leider auf den
Charakter des Marcus zu.
Ich
denke zudem, dass der Film keinen Christian Bale als Namen um Zuschauer in s
Kino zu ziehen gebraucht hätte. Warum hat man nicht die Schauspieler von T3
weiter verpflichtet? Dies gilt neben der Person des John Connor umso mehr für
die Besetzung der Kate Connor. Ander als Claire Danes, die in T3 überzeugte, legt
Bryce Dallas Howard in T4 eine völlige Nullperformance hin. Der Kate in T4
nimmt man keinesfalls ab, dass Sie die Nr. 2 im Widerstand neben Connor werden
wird.
Unerfreulich
insgesamt ist, dass dem Film das glückliche Händchen von James Cameron bei der
Story fehlt. Es fehlt eine klare durch den Film führende Linie ebenso, wie ein
vernüftiger Klimax am Ende. Als Zuschauer vermisst man zudem die Spannung, den
Druck der Story, ob die Helden der Bedrohung durch die Terminatoren entfliehen können.
Dieser Druck war in der ersten Triologie neben der Action omnipresent, hier
fehlt er weitgehend. Die beeindruckende Action überdeckt alles. McG mag zwar
hübsche bunte Bilder zaubern können, Story und Schauspieler kann er nicht
beflügeln.
Nimmt
man dem Film das Postnuklearscenario ab - grundsätzlich ja, man weiss ja aus
den Mad Max-Filmen wie es da aussieht. Die Produktion ist in etwas nonochrome
im Look gealterten Films gehalten. Aber warum muß es an allen Ecken und Enden
brennen? Die T-600 schießen nicht mit Explosivgeschossen, Woher kommt also
Jahre nach dem Nuklearschlag das Feuer?
Wie
sind die Terminatoren? Die T-600 von denen Reese in T1 seinerzeit sagte, sie
seien leicht zu erkennen, kommen im gruseligen, Zombie-artigen Look daher, ihre
Gummihaut aufgrund des Feldeinsatzes zerrissen. Die T-800 Produktion läuft erst
an. Subjektiv fand ich die Sequenzen die seinerzeit als Teaser von T2 verwendet
wurden (zu der Produktionsstrasse der T-800) cooler als das was jetzt in T4 zu
sehen ist.
Alles
in Allem ist Terminator Salvation leider nur Eyecandy für Actionfans ohne
Storyanspruch. Terminatorfans werden vermutlich eher enttäuscht aus dem Kino
kommen.
Cast: Rob Schneider,Daid Carradine, Jennifer
Morrison, Scott Wilson, Henry Gibson,
Regie: Rob Schneider
Kinostart: 26.06.2009
Rob Schneider spielt Stan, einen Con-Man, der alten Damen
Timesharingwohnungen zu überhöhten Preisen aufschwatzt. Die Betrügereien
führen schließlich zu seiner Verurteilung, Stan muss für 3 Jahre hinter Gitter. Das Einzige,
was ihm sein schmieriger Verteidiger rausschlagen konnte, ist dass Stan die Haftstrafe
erst in 6 Monaten antreten muss. Hintergedanke des Verteidigers, Stan soll doch
die Zeit nutzen um einen sehr-SEHR ausgedehnten Urlaub in Südamerika zu machen.
Aber Stan kommt nicht an sein angelegtes Vermögen und muss der bitteren Gefängnisrealität
ins Auge sehen. In einer Rockerkneipe werden seine schlimmsten Ängste
bestätigt. Ein Exknacki erzählt ihm, dass Vergewaltigungen von Häftlingen zur
Durchsetzung der Hierarchie an der Tagesordnung sind. Stan ist eher klein und
schmächtig, passt also eher ins Beute- denn ins Täterschema. Er fürchtet um
seine rückwärtige Unschuld.
Stan ergreift die Flucht nach vorne. Er will lernen sich zu schützen. Stunden in einer
Kampfsportschule führen dazu, dass er von einem noch kleineren Gegner
verprügelt wird und dass der Leiter der Schule ihn rausschmeißt. In der Gosse
liegend trifft Stan auf den „Der Meister“ (David Carradine), der Kette rauchend
bei Stan und seiner Frau Mindy (Jennifer Morrison) einzieht und Stan mit
ekeligem Essen und Kampfsport auf den Ernst der Haft einstimmt.
Als Kampfmaschine tritt Stan schließlich die Haft an. Im
Gefängnis verschafft er sich Respekt indem er sich gleich mit allen Gangs,
den Schwarzen, den Nazis, den Latinos, den Scientologen etc. anlegt und sich
durch Prügel als Alphatier etabliert.
Ehe Stan sich versieht, hat er seine eigene Gang und stellt
neue Gefängnisregeln auf – unter Anderem keine Vergewaltigungen und Schlägereien mehr. Das wiederum passt dem Gefängnisdirektor
(Dan Inosanto) gar nicht. Den der will die Häftlinge zu einer Revolte
aufstacheln, um dann das Gefängnis schließen zu können. Er ist Landbesitzer und
will das ihm gehörende Gefängnisgelände mit Timesharingwohnungen bebauen verkaufen. Stan wird unter Druck gesetzt, die alte Anarchie soll wieder einkehren.
Big Stan ist ein bereits 2007 produzierter Film, bei dem der Verleiher möglicherweise
gehadert hat, ob er nicht in Deutschland Direct-to-Video gehen soll. Der
deutsche Zusatztitel ist ein Traum!! Wer sich sowas immer einfallen lässt, ich
hatte gehofft, solche deutschen Titel zuletzt in den flockigen Achziger Jahren
gesehen zu haben.
Inhaltlich bleibt Rob Schneider weitgehend seiner
Linie des mitunter unter die Gürtellinie gehenden Humors treu. Der
Film hat Große Lacher, aber zuwenig Witz um über die Länge des
Films zu tragen. Ab dem Zeitpunkt des Einfahrens von Stan in den Knast ist storymäßig schnell
die Luft raus. Hier wäre mehr Komik schön gewesen. Als Knastkomödie ist Big Stan
zu schwach. Von der Martial Arts Seite persifliert er mitunter Genreklassiker
und kommt hier sehr im Look der 80ger Jahre rüber, Action sieht allerdings heute
anders aus.
Man muß Big Stan zugutehalten, dass
die Rollen treffend besetzt sind. Carradine als am Glimmstengel hängender „Der
Meister“, der aufgrund des Rauchens kein Gefühl mehr in den Händen hat und
impotent ist, spielt gekonnt routiniert und selbstironisch. Die Knastinsassen
sind ebenfalls so besetzt, dass sie gelungen mit einem Schmunzeln die üblichen Klischees bedienen.
Nur so nebenbei, Stan verprügelt
nach Verbüßen seiner Haft den Kampfschulenlehrer, der ihn am Anfang des Films
aus seiner Schule geworfen hat, völlig überflüssig und ethisch echt abgründig. Ich
vermute mal, dass diese Szene allein dem Film die FSK 16 eingebracht haben
dürfte.
Big Stan ist ein nettes Filmchen in
der Kategorie „Film der Woche“ für Sonntag Abend im FreeTV.