Filmkritik: Robin Hood PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   
OT: Robin Hood    screening: OV
Cast: Russell Crowe, Cate Blanchett, Mark Strong
Regie: Ridley Scott
Kinostart: 13.05.2010

 

robinhood_plakat.jpgVom Ziel des Kreuzzugs ist nichts mehr übrigbeblieben. König Richard plündert in Frankreich mit seinem Heer Burgen, in der Hoffnung mit den Erbeuteten Reichtümern die Kosten decken zu können. In seiner Truppe auch Robin Hood mit einigen Langbogenschützen. Nach dem Tode König Richards durch einen Glückstreffer eines Französischen Kochs lässt Robin  den Krieg gegen die Franzosen hinter sich. Er gibt sich mit seinen Freunden für englische Ritter aus, die die Krone Richards zurück nach London bringen sollen. Sie nehmen das Schiff des Königs und kehren nach England zurück. Robin der dem sterbenden Sir Robert Loxley versprochen hat, sein Schwert nach Hause zu tragen, geht nach Nottingham und übergibt das Schwert dem blinden Vater Loxleys. Dessen Witwe Lady Marion ist genauso überrascht wie Robin, als dieser vorschlägt, Robin soll Loxley spielen und so verhindern, dass das Land an die Krone fällt. Robin erfährt infolge wer sein Vater war und versucht das Land und die Fürsten zu einigen und eine Invasion des französischen Königs abzuwehren.rh1.jpg

 

Der Trailer lässt vermuten, dass der Film sich der Geschichte mehr oder weniger klassisch nähert. Robin wird für vogelfrei durch den Sheriff von Nottigham erklärt und schart seine Truppe Geächteter um sich…

 

Weit gefehlt, der Sheriff hat im Film eine völlig unbedeutende, auf wenige Szenen beschränkte Rolle. Der Film lässt vermuten, dass Ridley Scott lieber noch einen 2. Crusade-Film gemacht hätte, oder wenn man sich die Kampf-am-Stand-Scene ansieht, doch einen WW2- Invasionsfilm. Robin Hood soll  moderner sein als die Kevin Kostnerverfilmung, mich konnte er nicht wirklich begeistern – sondern allenfalls ärgern. Diese D-Day-Invasionsszenen schreit danach, verarscht zu werden, einige MG-Szenen aus Saving Private Ryan eingeschnitten, einige Explosionen und dem Zuschauer wird überhaupt nicht auffallen, dass vieles aus einem Mittelalterscenario stammt. Die Invasionsflotte erinnert an klassische (WW2) Filme, die Landungsboote würden Mel Brooks alle Ehre machen, haben aber mit Mittelalter nichts zu tun. Insgesamt scheint sich Scott sich schwer getan zu haben, ob er den Kampf um Nottingham oder die Invasion im Film haben wollte – also nahm er beides, was nicht wirklich funktioniert.

 

rh2.jpgLady Marion taucht in der Invasionschlacht auf wie in Elisabeth – the golden Age mit einer Gruppe Nottinghamer Jungs auf Ponies auf, die nicht wirklich was bewegen. Anscheinend hat niemand mal für notwendig befunden, mal auf der Englischen Landkarte nachzusehen, wie weit Nottingham eigentlich von der Britischen Südküste entfernt ist.

 

Die Chemie zwischen Robin- Marion= Crowe- Blanchett funktioniert nicht wirklich. Der Funke des Films springt leider auch auf den Zuschauer nicht über. Was ist aus Robin Hood and his merrie men geworden? Crowe kommt knorrig-verbraucht rüber. Wie genial war da Sean Connery in seiner Verkörperung des gealterten Robins. Scott schafft es nicht, den meisten seiner eingeführten Personen genügend Profil zu geben und eine wirklich packende Handlung mit Spannung auf die Leinwand zu bringen. Schade drum (Insbesondere wegen der echt ärgerlichen D-Dayszenen!) Da macht jede bestehende Robin Hood-Verfilmung mehr Spaß

 

4/10 Punkten
 
Filmkritik: Moon PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   
OT: Moon                 Screening OV
Cast: Sam Rockwell, Kevin Spacey
Regie: Duncan Jones
Kinostart: 15.07.2010

Ende des 22. Jahrhunderts ist das Energieproblem der Erde gelöst, man nutzt das auf der Mondoberfläche gewonnene Helium-3 als Kernbrennstoff. Das Monopol auf den Abbau hat die Firma Lunar Industries inne.

Der Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) steht kurz vor dem Ende seines Dreijahresvertrages mit Lunar. Er ist auf der dunklen Seite des Mondes Selene, wo er allein als Mechaniker auf der Mondstation Sarang den Abbau von Helium-3 überwacht. Die Einsamkeit hat ihm Zeit gegeben, sich Gedanken über die Fehler seiner Vergangenheit zu machen. Seinen Job führt er nur noch mechanisch aus und verbringt die meiste Zeit mit dem Gedanken an seine bevorstehende Rückkehr zur Erde, seine Frau Tess und ihre zwischenzeitliche gemeinsame Tochter Eve. Er sieht sich die aufgezeichneten Videobotschaften seiner Frau an und hofft, dass die 3 Jahre die Differenzen zwischen Ihnen beseitigen konnten. Eine direkte Unterhaltung zwischen Sam und seiner Frau, wie auch jede andere direkte Kommunikation mit der Erde ist wegen eines ausgefallenen Nachrichtensatteliten nicht möglich. Der einzige direkte Ansprechpartner ist der in der Raumstation von der Decke hängende, sprechende Robotter Gerty

Aber zwei Wochen vor seiner Abreise beginnt sich Sam’s Gesundheit zu verschlechtern. Er beginnt zu halluzinieren, seltsame Dinge zu sehen und zu hören. Dies führt dazu, dass eine Routinekontrolle fürchterlich schief geht. Er fährt mit einem Raummobil auf eine der Helium-3-Harvestermaschinen auf. Nach dem Unfall wacht Sam auf der Krankenstation der Mondstation auf, ohne zu wissen, wie er dort hinkam. Seine Verblüffung ist groß, als er auf der Station ein Ebenbild seiner selbst entdeckt. Dieser behauptet von Luna Industries angeheuert worden zu sein und einen 3-Jahresvertrag auf dem Mond zu erfüllen, sein Name Sam Bell!

Gerty berichtet hierüber an Luna Industries, die ein einen Rettungstrupp schicken, der in unter einem Tag ankommen soll. Die beiden Männer versuchen bis zu dem Eintreffen des Rettungstrupps das Rätsel ihrer Parallelexistenz zu ergründen während sich die Gesundheit des älteren Sam immer mehr verschlechtert.

Moon funktioniert! Man fühlt die Beklemmung der Einsamkeit die Sam erlebt. Die Monotonie, die Emotionslosigkeit mit der Gerty, gesprochen von Kevin Spacey scheinbar agiert verstärkt diesen Eindruck gekonnt. Die einzige Emotion zu der Gerty fähig scheint, ist der Smiley auf dem Display an Gerties Rumpf, dessen Mund je nach Situation fröhlich, neutral, verwirrt, oder traurig erscheint. Insbesondere wenn man die Gedankenspiele a la Total Recall, Blade Runner wird man an Moon seinen Spaß und viel neue Inspiration zum Nachdenken bekommen.

 

Sam Rockwell spielt in seiner quasi-one man show in Moon anders als bei seiner„overacting performance“ in Iron Man gelungen seine verschiedenen Klone und zeigt damit seine Wandlungsfähigkeit. Trotz seiner bereits langen Liste an Filmen dürfte es Moon sein, der dafür sorgt, dass man ihn als Schauspieler künftig Beachtung schenken wird.

 

Duncan Jones ist hier ein großer Wurf geglückt, das Drehbuch ist Sam Rockwell auf den Leib geschrieben und das mit 5 Millionen verhältnismäßig minimale Budget sieht man dem Film wirklich nicht an. Die Effekte lassen den Zuschauer zwar vielleicht nicht mit offenem Mund im Kino sitzen, sind aber stimmig und tragen die Illusion der Geschichte. Moon enthält ein Bündel Zitate alter SciFi-Filme. Man fühlt sich stimmungsmäßig an die Siebziger und Filme wie „Lautlos im Weltall“ erinnert. Dieser Stiel ist etwas ganz Anderes, als man heute von Filmen wie Star Trek etc. gewohnt ist. Keine coolen Helden, keine Action, kein Humor - nur nüchterner, deprimierender, kalter Welttraum. Wem diese "altmodische" Art mit viel Tiefgründigkeit gefällt, wird den Film lieben.Schön, dass sich Koch Media entschlossen hat, diese Perle nicht nur auf Festivals, sondern auch regulär in die Kinos zu bringen.

 

 

8/10 Punkten

 
Filmkritik: Iron Man 2 PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: Iron Man 2                                            Screening: OV

Cast: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Scarlett Johansson, Don Cheadle, Sam Rockwell, Mickey Rourke, Samuel L. Jackson

Regie: Jon Favreau

Kinostart: 06.05.2010

 

ironman2_plakat.jpg Weltweit schlägt die öffentliche Bekanntmachung von Tony Stark (ROBERT DOWNEY JR.), er sei „Iron Man“, ein wie eine Bombe. Auch in einer heruntergekommenen Wohnung in einem wenig Vertrauen erweckenden Viertel von Moskau flimmern die Bilder der Pressekonferenz über den Fernseher. Ein alter Mann liegt im Sterben. Mit letzter Kraft überreicht er seinem Sohn, Ivan Vanko (Mickey Rourke), eine geheime Blaupause, auf der sich eine Technologie findet, die er einst mit Howard Stark (JOHN SLATTERY), dem bereits in den Siebziger Jahren verstorbenen Vater von Tony Stark, entwickelte und die ihn seine Gesundheit gekostet hat. Ivan zögert nicht. Er macht sich an die Arbeit.

 

Sechs Monate später. Die Welt hat sich verändert, seitdem „Iron Man“ ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getreten ist. Durch sein Eingreifen in Krisenherden ist der Planet sicherer geworden, die Regierungen der einzelnen Länder sahen sich genötigt, näher aneinander zu rücken und an ihren Problemen zu arbeiten. Tony Stark wacht von seinem Anwesen in Malibu aus über die Geschicke des Planeten. Und er hat ein neues Spielzeug, seitdem sich sein Konzern Stark Industries von der Herstellung von Waffen zurückgezogen hat. Er hat die Stark Expo, einst das Steckenpferd seines Vaters, auf dem Gelände der Weltausstellung von New York in Flushing Meadows wieder neu aufleben lassen – ein irres Spektakel, wie es nur ein exaltierter Selbstdarsteller wie Tony aus dem Boden stampfen kann. Im Mittelpunkt: Sein eigener Auftritt inmitten tanzender Chorus Girls, bei dem er sich von den begeisterten Massen umjubeln und feiern lässt. ironman2_Mickey Rourke Whiplash

 

Als er die Expo mit seinem getreuen Fahrer und Bodyguard Happy Hogan (JON FAVREAU) wieder verlässt, wird ihm eine Vorladung zu einer Senatsanhörung überreicht. Zuletzt war seine einst gute Beziehung zur amerikanischen Regierung empfindlich abgekühlt: Ungern sieht man eine Technologie wie die von „Iron Man“ in den Händen einer Privatperson – noch dazu eines Milliardärs, dessen erratisches Verhalten in der Vergangenheit dafür gesorgt hat, ihn nicht gerade als hundertprozentig vertrauenswürdig auszuweisen. Als besonders unangenehm erweist sich bei der Anhörung Senator Stern (GARRY SHANDLING), der mit Hilfe des als Experten aufgerufenen Waffenmagnaten Justin Hammer (SAM ROCKWELL) von Hammer Industries nachzuweisen versucht, dass längst andere Länder wie der Iran oder China an ihren eigenen „Iron-Man“-Modellen arbeiten und die amerikanische Regierung deshalb gerüstet sein muss.

 

ironman2, Scarlett Johansson Black Widow Natürlich denkt Tony nicht daran, dem Drängen nachzugeben. Belustigt legt er Videobeweise vor, dass die Versuche in anderen Ländern bestenfalls in den Kinderschuhen stecken. Und er hat als besonderes Bonmot noch eine Aufnahme vom Gelände der Hammer Industries, wo man sich ebenfalls die Zähne daran ausbeißt, die von Tony entwickelte Technologie nachzuempfinden. Hammer, der trotz seines Reichtums wie ein billiger, etwas schmieriger Handelsvertreter wirkt, ist nicht amüsiert: Stets stand er im Schatten von Tony Stark, dem alles immer wie beiläufig zu gelingen scheint. Nun versucht er sich beim Militär beliebt zu machen, um die Waffenaufträge zu bekommen, die einst bei Stark Industries landeten. In der Öffentlichkeit bloß gestellt zu werden, erhöht nur seinen maßlosen Hass auf Tony.

 

Senator Stern versucht, einen letzten Trumpf aus dem Ärmel zu ziehen: Er lässt Lt. Col. James Rhodes (DON CHEADLE), genannt „Rhodey“ und seines Zeichens bester Freund von Tony Stark, in den Zeugenstand rufen und aus einem Untersuchungsbericht zitieren, der eigentlich in voller Länge die friedlichen und positiven Absichten von Tonys „Iron Man“ unterstreicht und zu dem Schluss kommt, es gehe keine Gefahr für die USA von ihm aus. In dem Stern Rhodey allerdings nur einzelne Passagen erwähnen lässt, entsteht ein anderer Eindruck – und Rhodey fällt seinem Freund damit unwillentlich in den Rücken: „Potenziell gefährlich“ sei „Iron Man“. Tony will nicht länger zuhören und verlässt den Saal: „Iron Man“ gehöre ihm – und nur ihm – und kein Land der Welt sei in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Lage, die Technologie zu reproduzieren. Er weiß nicht, dass Ivan Vanko im fernen Moskau seine Arbeit fast beendet hat und plant, Tony Stark schnellstmöglich unter die Augen zu treten.

 

Tatsächlich hat Tony ganz andere Probleme. Mit wachsender Beunruhigung stellt er fest, dass der Elektrotransmitter in seiner Brust, der sein Weiterleben garantiert, nicht ewig halten wird und zudem seinen Körper vergiftet. Vor wenigen Tagen hatte er bereits 18 Prozent Vergiftung erreicht, nun sind es bereits 24 Prozent. Alle Versuche, den Transmitter mit einer anderen Energiequelle zu ersetzen, sind bislang fehlgeschlagen. Nicht einmal seiner getreuen Assistentin und Weggefährtin Pepper Potts (GWYNETH PALTROW) kann er sich anvertrauen. Als sie ihn darauf anspricht, dass er sich nur noch in seinem Versuchskeller verschanze und nicht mehr richtig um Stark Industries kümmere, reagiert er, indem er Pepper zum CEO macht und selbst von allen Ämtern zurücktritt. Für Pepper ist es die Erfüllung ihrer Träume, aber die Arbeitslast und Verantwortung ist so groß, dass die Distanz zwischen ihr und Tony noch größer wird.

 

Während Tony sich mit Happy beim Sparring übt, kommt Pepper dazu, um mit Tony über einige wichtige Entscheidungen zu sprechen. Er aber ist abgelenkt von einer jungen Frau, die auftaucht, um Pepper die Übertragung der Vorstandsschaft unterzeichnen zu lassen: Natalie Rushman (SCARLETT JOHANSSON) arbeitet seit neuestem in der Rechtsabteilung von Stark Industries und fällt Tony sofort auf. Auf der Stelle bietet er ihr einen neuen Job an: Sie soll Peppers Platz ausfüllen und künftig seine persönliche Assistentin sein.

 

Was das bedeuten kann, bekommt Natalie kurz darauf zu spüren, als sie mit Tony und seiner Entourage nach Monaco reist, wo Tony beim alljährlichen Grand Prix im Gedenken an seinen Vater stets zwei von dessen Rennwagen auf die Rennstrecke schickt. In den edlen Clubs tummeln sich die Milliardäre und wollen sich alle im Licht Tonys sonnen. Auch Justin Hammer ist da, er hat die Tony bereits bestens bekannte Vanity-Fair-Reporterin Christine Everhart (LESLIE BIBB) im Schlepptau, die ein Porträt über ihn schreiben soll, aber doch etwas gelangweilt wirkt. Justin hofft ebenfalls, im Fahrwasser von Tony punkten zu können. Der überrascht alle Anwesenden mit seiner spontanen Entscheidung, selbst am Steuer eines seiner Wagen Platz zu nehmen und beim Rennen mitzumachen. Der Rausch der Geschwindigkeit soll ihn von seinen Problemen und Sorgen ablenken.

Doch der Rausch währt nicht lange. Auch Ivan Vanko hat die Reise nach Monaco angetreten. Unbemerkt hat er sich unter die Mechaniker gemischt, um einen geeigneten Moment abzuwarten, seinen Overall abzulegen und auf die Rennstrecke zu treten. Es ist die Geburtsstunde von „Whiplash“ – ein beeindruckendes Ungetüm, das mit zwei riesigen elektronisch verstärkten Peitschen alle Blicke auf zieht und gleich die ersten Formel-1-Wagen in Stücke schlägt und explodieren lässt. Kurz darauf ist auch Tony dran, der sich gerade noch retten kann, aber sofort panisch das Unfassbare erkennt: Dieser beeindruckende Gegner nutzt die gleiche Technologie wie „Iron Man“! In letzter Sekunde kann Happy seinem Chef einen neuen, portablen „Iron-Man“-Anzug zuspielen, doch selbst damit dauert es eine Weile, bis Tony Herr der Lage ist und „Whiplash“ vorerst ausschalten kann. Der Schaden ist bereits angerichtet: Die ganze Welt hat gesehen, dass „Iron Man“ seine Technologie nicht mehr exklusiv für sich hat.

 

Am schnellsten reagiert Justin Hammer, der den Moment kommen sieht, an dem er sich endlich an Tony Stark rächen kann. In einem tollkühn geplanten Akt lässt er Ivan Vanko aus seinem südfranzösischen Gefängnis befreien und erweckt den Anschein, als sei er ums Leben gekommen. Nun bietet er Ivan alle erdenklichen materiellen Ressourcen an, wenn er ihm dabei hilft, die „Iron-Man“-Technologie zu nutzen und dem US-Militär die gewünschten Prototypen zu liefern. Ivan macht zunächst bei diesem Handel mit. Was den Russen aber wirklich bei seiner einsamen Arbeit antreibt, ahnt niemand.

 

Bei Tony stehen alle Zeichen auf Alarm. Ihm ist bewusst, dass „Whiplash“ ihn bloßgestellt hat, dass seine Argumentation, warum nur er im Besitz seiner Technologie sein darf, zusammengefallen ist wie ein Kartenhaus. Auf seiner Geburtstagsfeier betrinkt sich Tony und fängt an im Iron Man-Anzug hochgeworfene Flaschen in seinem Haus abzuschießen. Nun stellt sich auch Rhodey gegen ihn und konfisziert einen der alten „Iron-Man“-Anzüge – Tony fehlt die Kraft, sich zu wehren. Er weiß: Seine Zeit läuft ab, es gibt kein Mittel, weitere Energie aus seiner Lebensquelle zu quetschen. Da taucht ein Mann auf, den er bereits kennengelernt hat: Nick Fury (SAMUEL L. JACKSON), Anführer von S.H.I.E.L.D. Er hat zu Tonys Überraschung eine attraktive Kollegin dabei und weiß genau, welches die unlösbaren Aufgaben sind, vor denen Tony steht. Er kennt sogar Tonys Vater aus vergangenen Tagen. Und er gibt Tony aus dem Nachlass seines Vaters den Schlüssel für eine Lösung seiner Gesundheitlichen Problemehat eine Lösung. Tony muss sich nur entscheiden, was er sein will und was aus „Iron Man“ werden soll. Währenddessen baut Ivan für Hammer Gefechtsdronen… ironman2_1.jpg

 

Ironman 2 fehlt etwas der Charme und der Humor des 1. Teils, der Film bewegt nicht mit der Leichtigkeit des Originals, sondern etwas mehr gewollt. Der Versuch die Person des Tony Stark tiefer auszuloten und Nebenhandlungen zu spinnen nahm für meine Geschmack zuviel Zeit im Film in Anspruch, in der man den geneigten Marvel-/Superheldenfan – und der wird naturgemäß das Gros der Kinozuschauer ausmachen – vielleicht besser mehr „Ironman“ gegeben hätte. Persönlich finde ich es etwas schade, dass Iron Man in Teil 2 ausschließlich mit wandelnden Blechdosen zu kämpfen hat. Das Marveluniversum hat ein buntes Sträußchen von villains zu bieten und ausser Robotern und Whifslash – einer weiteren Blechdose wird dem Zuschauer nichts geboten.

 

Das Lineup ist ein Brett, der Aussage von Stark zu der von Scarlett Johansson gespielten Black Widdow „can I have one“, werden sich viele der (männlichen) Zuschauer sicher sofort anschließen wollen. Samuel L. Jackson ist von seiner Rolle unterfordert. Ironman 2 wird hier etwas zu sehr missbraucht, um den Weg für die Avengers vorzubreiten. Sam Rockwell liefert ein buntes Kabinettstück zum Thema Overacting.

 

PS: CGI- Effekte können für mich so viele in einem Film sein wie sie wollen, aber sie müssen so gut gemacht sein, dass man nicht aus der Story fliegt und sich über den schlechten Effekt ärgert. In der Monaco-Sequenz kommt Mickey Rourke aus dem Feuer als wäre er ein Star Wars 3-D Hologramm.

 

PPS: uns wurde im Screening die Schlußsequenz (Thor und Captain America) vorenthalten, ohne uns mitzuteilen, dass es zwar eine super!!!geheime?! Sequenz gibt, die aber nicht gezeigt wird. Was soll das den, die Weltpremiere war schon und die Marvel/Filmforen sind schon seit Monaten voll von der Szene. Wie soll man die Zuschauer informieren, dass es sich lohnt, bis zum Ende des Abspanns im Kino zu bleiben, wenn man es selber (theoretisch) gar nicht weiß. Logisch ist das nicht wirklich.

 

Als Comicverfilmung eines B-Superhelden wird es Iron Man 2 wie der erste Teil in Deutschland an den Kinokassen wieder schwer haben. Die schlechten Zuschauerzahlen hatte Teil 1 damals allerdings wirklich nicht verdient und mit der Qualität von Kampf der Titanen kann Iron Man 2 trotz 2D allemal mithalten.

 

6,5/10 Punkten
 
Filmkritik: Kampf der Titanen PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: Clash of the Titans                               screening: OV 3D

Cast: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fienes, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen, Alexa Davalos, Pete Postlethwaite

Regie: Lois Leterrier

Kinostart: 08.04.2010

 

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In Kampf der Titanen geht es um die ultimative Macht: Männer kämpfen gegen Könige, Könige gegen Götter. Selbst die Götter führen Krieg gegeneinander – und dadurch könnten sie die Welt vernichten.

 

Perseus, Sohn einer der vielen Liebschaften des Zeus mit der sterblichen Danaë ist als Halbgott geboren, aber als Mensch - als Fischer- aufgewachsen. Ohnmächtig muss er erleben, wie seine Familie dem Rachegott Hades (Ralph Fiennes), dem Herrn der Unterwelt, zum Opfer fällt.

 

Er kommt nach Argos, in die Wiege der Zivilisation im antiken Griechenland, das unter der Knute eben jener Götter leidet, die Perseus’ Familie auf dem Gewissen haben. Der König von Argos hat seine Krieger losgeschickt, um Tempel und Standbilder der Götter zu zerstören. Seine Frau Kassiopeia prahlt damit, ihre Tochter sei viel schöner als die Götter. Hades nutzt den Missmut von Zeus um seine Rache an Zeus anzuzetteln. Er materialisiert im Königspallast von Argos und kündigt an, dass er durch den Kraken-einen Titan ganz Argos vernichten wird, es sei den, die Tochter von Kassiopeia - Andromeda werde in 10 Tagen geopfert. Hades erkennt in Perseus den Halbgott. kampfdertitanen2.jpg

 

Perseus erfährt, wer er wirklich ist. Weil er nichts mehr zu verlieren hat, erklärt Perseus sich zu dem tollkühnen Versuch bereit, Hades zu überwinden, bevor dieser den Götterkönig Zeus (Liam Neeson) entmachtet und die Erde ins Höllenchaos stürzt. Aber wie soll man den Kraken besiegen?

 

Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus eine Gruppe unerschrockener Krieger schließlich in die Unterweld um dort das Haupt der Medusa zu erlangen - einer als unbesiegbar geltenden Titanin. An seiner Seite kämpft der erfahrene Soldat Draco (Mads Mikkelsen), der den trotzigen Perseus immer wieder ermutigt, seine gottgegebenen Fähigkeiten einzusetzen. Dabei müssen sie sich gegen infernalische Dämonen und fürchterliche Monster wehren, doch eine Chance auf Erfolg haben sie nur, wenn Perseus seine göttliche Kraft akzeptiert, der Vorsehung trotzt und sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.

 

Leterrier ist ein bekennender Fan der Clash of the Titans-Verfilmung von 1981 und so ist es nicht überraschend, dass sich bereits im Trailer viele bekannte Motive der Urverfilmung wieder finden. Aus heutiger Sicht wirken die seinerzeit - 1981 - state of the art-Special Effects der Vorlage sehr überholt, insofern ist die vorliegende Neuverfilmung eine interessante handwerkliche Überarbeitung. Leterrier übernimmt einige Elemente der Story direkt wie die Riesenskorpione und zitiert andere - wie die mechanische Eule. Götter, die wie die Ritter der Tafelrunde mit strahlender Rüstung aus Excalibur kommen? Muss man kampfdertitanen_2.jpg mögen. Leterrier bedient sich vieler Motive. (Die Reitgeschirre erinnern an die Haradrim aus LotR, sie selber an Transformers.)

 

Atmosphärisch ist die Neue Verfilmung dichter als das Original. Letterier hält sich nicht sklavisch an die Urversion, sondern versucht sich an einer Weiterentwicklung des Themas. Inhaltlich gelingt dies  mal mehr, mal weniger, so wirkt die Liebesgeschichte etwas aufgesetzt und bedauerlicherweise fallen die Begleiter von Perseus ohne dass hier auch nur der Ansatz eines Verlust-/Trauergefühls vermittelt wird. kampfdertitanen_3.jpg Damit lässt der Ausgang der Kämpfe den Zuschauer auch etwas kalt. Die Medusa Medusa züngelt, anders als Uma Thurmann in „ Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief “ wieder mit Schlangenkörper, wie im der 1981-er Verfilmung. Hier hätte den Trickszenen definitiv mehr Rechenzeit gut getan, die Medusa wirkt leider künstlich.

 

Das Lineup von Kampf der Titanen ist durchaus ein Brett. Herausragende Schauspielerische Leistungen werden allerdings nicht geboten, hier hätte das Skript etwas mehr Raum lassen können.

 

Die 3D-Version entstand - anders als Avatar - nicht bereits beim Dreh, sondern durch eine Nachbearbeitung am Computer. Wirklich überzeugend ist dies noch nicht. Kampf der Titanen kann man getrost ohne 3D-Brille im normalen Kino ansehen.

 

6/10 Punkten

 

 
3. Munich Gaming 2010 PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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Am 24. und 25. März ging die Veranstaltung Munich Gaming in die dritte Runde. Der Kongress im Rahmen der Munich Gaming wurde von der Medientage München GmbH veranstaltet.

 

In Zeiten der Konvergenz wachsen Games und klassische Medien mehr und mehr zusammen. Wie sich die Games-Welt und die Medien gegenseitig inspirieren und welche wirtschaftlichen Perspektiven sich daraus ergeben können, diskutierten mehrere Expertenrunden. Henne-Ei- Spiel zum Film, oder Film zum Spiel - Beides dient der Verlängerung der Reichweite, um über „Merchandise“ eines im Markt eingeführten Produktes weiteres, großes Geld zu verdienen.

 

Dass zu erfolgreichen Filmen im Rahmen der Nebenrechtslizenzierung gerne mt-logo.jpg auch das Recht zur Herstellung von Computer-/Consolenspielen gegen gutes Geld vergeben werden ist nicht neu. Häufig sind die resultierenden Spiele eher unterirdische, schnell hinprogrammierte Produkte von der Stange, die meist außer dem Namen wenig mit dem Ursprungsprodukt zu tun haben. Die Anwesenden waren sich durchweg einig, derartige Spiele sind bestenfalls als „halbherzig“ zu bezeichnen.

 

Mittlerweile macht die Spielebranche höhere Umsätze, als die Filmbranche. Damit ist es nicht überraschend, dass findige Business Developer auf die Idee gekommen sind, die Verfilmungs­rechte an erfolgreichen Spielen zu verkaufen.

Dumm nur, dass die Vielzahl der Filmproduzenten, bzw. deren Drehbuchautoren was die filmische Umsetzung angeht, mit einer gewissen Inspirationslosigkeit herangehen. Tomb Raider, Streetfighter, Doom,  Max Payne, Dungeon Siege, Far Cry etc. sind einige unrühmliche Beispiele, lediglich die Hitman-Verfilmung ist eine angenehme Ausnahme. Aufgrund der Bekanntheit der Spiele konnten die Filme allerdings häufig auch ohne gelungene Stories durchaus interessante Casts aufbieten und gemessen an ihrer Qualität beachtliche wirtschaftliche Erfolge verbuchen. Die Rechnung geht also für die Produzenten auf.

 

Werden wir in Zukunft ein weiteres Zusammenwachsen der beiden Genres erleben? Schon heute gibt es vollständig Computer-animierte Charaktere in Realfilmen, für die Schauspieler die Vorlagen liefern. „The Crow“, Gollum in „Lord of the Rings“ und die Na’vi in Avatar sind hier beachtentswerte Meilensteine. Auf der anderen Seite werden mittlerweile zusätzlich zu den ursprünglichen Filmen bereits Szenen für die Spiele gedreht. Für Holm Dressler, Gesellschafter und Geschäftsführer von HDTV-Entertainment, sind Games„ein idealer Rohstoff für das Fernsehen“. Anfangs hätten Games noch Bilder vom Fernsehen übernommen. Inzwischen hätten sie ihre eigene Bildsprache entwickelt, meint Dressler. Mit seinem Versuch, Computerspiele in TV-Shows zu bringen, treffe er bei den Sendern allerdings bisher auf Vorurteile. Die Programmverantwortlichen sehen oft die Konvergenz der Medien und der Games noch nicht.

 

Die klassischen Filmmedien bewegen sich in weitgehend gesättigten Märkten. Die globale Wirtschaftskrise schlägt auf diese Medien voll durch. Müssten klassische Medienunternehmen derzeit neue erfolgreiche Geschäftsmodelle erst entwickeln, erlebt die Spieleindustrie einen seit Jahren weitgehend ungebrochenen Boom. Die „Kriese“ traf, so die einhellige Meinung, die Games-Industrie be weitem nicht in der Stärke, wie die übrige Wirtschaft. Zwar nahm das Wachstum etwas ab. Bei genauerer Analyse der Umsatzzahlen zeichnet sich allerdings auch hier ein deutlicher Trend ab. Der Verkauf von PC-Spielen auf Datenträgern sei in Deutschland im letzten Jahr um 11 % zurückgegangen – der Absatz mobiler Konsolen verringerte sich sogar um 24 %. Dies sei, so Jens Hilgers, Chairman of the Board Turtle Entertainment, nicht überraschend, denn die Mega- Trends der Branche werden sich in der Tendenz zu mehr Browser-Games, Mobile Games und Social-Games schon seit einigen Monaten abzeichnen. Klassische Formen der Spielekonzeption hingegen, zum Beispiel die Boxed Games, also Angebote, die auf einem physischen Datenträger vertrieben werden, werden deutlich weniger nachgefragt. Ein Grund dafür sei auch der hohe Anschaffungspreis dieser Vollversionen, der im Durchschnitt bei 60 Euro liegt. Online-Games und die damit verbundenen neuen Vertriebswege bzw. Bezahlmodelle werden weiter Marktanteile gewinnen, weil sie hohe Flexibilität in der Nutzung oder dem Wunsch nach gegenseitiger Vernetzung der Nutzer entsprechen.

Die Games-Branche befindet sich aber realistisch gesehen immer noch in sehr komfortablen Umsatzbereichen und sieht insbesondere mit den Browser Games und Social Games in eine rosige Zukunft. 

 

 
Filmkritik:From Paris with Love PDF Drucken E-Mail
 
Geschrieben von: sushi25   

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OT: From Paris with Love     screening: OV

Cast:John Travolta, Jonathan Rhys Meyers, Kasia Smutniak

Regie: Pierre Morel

Kinostart: 25.03.2010

 

 

frompariswithlove_plakat.jpg Paris, die Stadt der Liebe! In der amerikanische Botschaft verläuft das Leben von James Reese (Jonathan Rhys Meyers) verläuft ziemlich unspektakulär, wenn man berücksichtigt, dass er eigentlich als Agent arbeitet. Getarnt als persönlicher Assistent des US-Botschafters in Paris darf er bei geheimen Einsätzen hier und da mal ein paar Nummernschilder abschrauben oder eine Wanze anbringen, aber das war es auch schon mit dem aufregenden Job. Ansonsten verbringt der kultivierte und gebildete Reese seine Zeit mit Schachspielen, hat ein schickes Appartement, eine bezaubernde Freundin (Kasia Smutniak) und trinkt Rotwein zum Jazz. Ein gediegenes, aber auch gepflegt langweiliges Leben.

 

Doch das ändert sich schlagartig. Ein konspirativer Anruf genügt und nichts ist mehr wie es war. Reese wird zum Flughafen beordert, um seinen neuen Partner abzuholen: Charlie Wax (John Travolta). Und dieser Typ ist ein wahrer Albtraum. Laut, ordinär, mit Ringen und Ketten behängt, ein Proll, der die französischen Zollbeamten zusammenfaltet, weil er seine geliebten Energy-Drinks nicht einführen darf. Reese löst das Problem elegant mit einem Diplomatenaufkleber, nur um wenig später festzustellen, dass Wax in den Dosen seine ganz persönliche Waffe „Miss Jones“ in Einzelteilen ins Land geschmuggelt hat. Kurz darauf muss Reese außerdem erkennen, dass Wax sie auch exzessiv einsetzt – und das, ohne mit der Wimper zu zucken. Mit seinen eigenwilligen, unvorschriftsmäßigen Arbeitsmethoden ist der ausgebuffte Agent das genaue Gegenteil des bedachten Reese.

 

Als beide ein China-Restaurant aufsuchen, nimmt Wax den Laden innerhalb von Minuten komplett auseinander und erledigt in einem kurzen Prozess die gesamte Belegschaft bis auf einen einzigen Kellner. Dieser soll die beiden zu seinen Hintermännern führen. Denn was Reese bisher verborgen blieb, ist, dass das vermeintliche Restaurant in Wirklichkeit als Drogenumschlagplatz für riesige Mengen an Kokain dient. Zwischendurch noch schnell eine renitente Streetgang ausgeschaltet und schon sind Wax und Reese, der mittlerweile gar nicht mehr weiß, wie ihm geschieht, in einen Drogenkrieg verwickelt, der ziemlich schnell ungeahnte Dimensionen annimmt. Reese stellt sich die Frae ob Wax auf einem privaten Rachefeldzug ist, oder vielleicht gar keinem Plan mehr folgt. Erst im Laufe der Zeit bewahrheitet sich die Behauptung von Wax, das Drogengeschäft diene nur zur Finanzierung einer Terrorzelle, die es auszuschalten gilt. Über die Hintermänner der Chinesen gelangen Wax und Reese an pakistanische Terroristen, die in einem Pariser Vorstadt-Ghetto einen Anschlag vorbereiten.

 

Im Verlauf eines Shootouts gelingt es Wax schließlich, die meisten Terroristen in die Luft zu jagen und zu erschießen, während Reese in der konspirativen Wohnung Fotos von sich entdeckt und verblüfft feststellen muss, dass er von den Terroristen beschattet wurde. Aber warum? frompariswithlove1.jpg

 

Trotz unterschiedlichster Ansichten und Vorgehensweisen nähern sich die ungleichen Partner Reese und Wax allmählich an und verbringen nach diesem halsbrecherischen Einsatz den Abend mit Caroline und einer Freundin in Reese’ Wohnung. Doch kaum wird es richtig gemütlich am Tisch, überschlagen sich die Ereignisse erneut: Kaltblütig und scheinbar grundlos erschießt Wax aus heiterem Himmel Carolines Freundin. Noch ehe Reese begreift, was um ihn herum geschieht, klärt ihn sein Partner auf: seine eigene Freundin Caroline gehört zur Terrorzelle und hat Reese’ gesamte Wohnung verwanzt. Caroline gelingt die Flucht und Reese, niedergeschmettert durch den Vertrauensmissbrauch seiner vermeintlich großen Liebe, dämmert langsam, worauf es die Terroristen abgesehen haben: Sie planen einen Anschlag auf ein Gipfeltreffen, an dem auch eine hochrangige US-Delegation teilnimmt.

 

Während Wax versucht, Carolines Drahtzieher auszuschalten, der den Konvoi der Delegation in die Luft sprengen will, rast Reese zum Veranstaltungsort des Treffens, wo sich Caroline unter die Gäste gemischt hat. Schließlich stehen sie sich gegenüber. Reese mit der Waffe im Anschlag, sie mit einem Sprengstoffgürtel. Doch beide zögern…

 

John Travolta hat mit der figur des Charlie Wax eine Paraderolle auf den Leib geschrieben bekommen. Er gibt den zwielichtiger coolen Hund mit sensationeller Glaubwürdigkeit. Dadurch, dass die Story den Zuschauer zunächst über seine Motive im Unklaren lässt – ist Wax in einer Mission unterwegs, oder ist er ein ungebremster Zug, bei dem der Lockführer schon vor einigen Stationen abgesprungen ist?- macht From Paris with Love spannend. Jonathan Rhys Meyers hat es neben Travolta schwer zu Punkten, die Figur des selbstverliebten Wax überrollt scriptgemäß seinen Sidekick Reese. Insgesamt kann man sagen die Chemie zwischen den beiden funktioniert und damit auch der Film. Ein netter running gag ist die große Vase voller Rauschgift die Reese offen durch Paris mit sich rumträgt. Schön sind die „kleinen Unterschiede“, Reese hat in seinem Agentenfahrzeug im Kofferraumgeheimfach eine Pistole und falsche Nummernschilder, Wax hat ein Arsenal für eine Kleinarmee.

 

Kritikpunkte? Es ist wenig glaubwürdig, dass die Sicherheitskräfte der Botschaft den persönlichen Assistenten des Botschafters (und Agenten) nicht kennen und die Auflösung nach dem letzten Showdown lässt den Zuschauer etwas allein. Insgesamt ist From Paris with Love ein funktionierender Buddyfilm mit viel Action und Augenzwinkern.

 

7,5/10 Punkten
 
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