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Despereaux-der kleine Mäuseheld E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Donnerstag, 5. März 2009
despereauxbanner.jpeg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
OT: Despereaux                                            Screening: DV
Regie: Sam Fell, Rob Stevenhagen
Kinostart: 19.03.2009
 
despereauxplakat.jpeg

Es war einmal eine Zeit, da lag im Königreich Dor Magie in der Luft, da gab es viel Gelächter und überall leckere Suppe. Doch ein Unglück ließ den König mit gebrochenem Herzen zurück, die Prinzessin voller Sehnsucht – und die Menschen im Land ohne ihre Suppe. Selbst die Sonne verschwand. Die Welt wurde grau und trüb. Es gab im ganzen Land keine Hoffnung mehr. Bis zu dem Tag, als Despereaux geboren wurde...

 

Der kleine Mäuserich Despereaux Tilling ist mutig – zu mutig für seine bescheidene Heimat. Vom Moment seiner Geburt an hält er Augen und Ohren immer offen, immer begierig nach neuen Geschichten. Er kann nicht anders: Er braucht das Abenteuer und kann sich ein Leben, dem das fehlt, einfach nicht vorstellen. Er versteckt sich nicht und huscht nicht, für die übrigen Mäuse ein Skandal.

 

In der Bibliothek im Königsschloss lernt er, Bücher zu lesen (statt sie anzuknabbern) und ergötzt sich an den dort aufgeschriebenen Geschichten: Auch er will ein Ritter werden, gegen Drachen kämpfen und holde Maiden befreien! Nicht nur das: Despereaux freundet sich auch mit Prinzessin Pea an. Ihr größter Wunsch ist es, dem Leben im Schloss zu entfliehen, das nach dem Tod ihrer Mutter so furchtbar öde geworden ist: Ihr Vater und das ganze Königreich mit ihm sind in eine unendliche Trauer verfallen, so stark, dass sogar der Himmel über dem Land über und über von grauen Wolken bedeckt ist.

 

Eines Tages entdecken die anderen Mäuse, was Despereaux so treibt und verbannen ihn aus der Mäusewelt – hat er doch, neben vielen anderen, auch gegen das wichtigste Mäusegesetz verstoßen: Sprich nie mit einem Menschen! Sie schicken ihn in die Rattenwelt, ein finsterer Ort, den nie das Tageslicht erreicht... Dort jedoch rettet ihn ein anderer Ausgestoßener, die Ratte Roscuro, die aus dem Land der Menschen vertrieben worden ist, aber immer noch von Ritterlichkeit und Heldentaten träumt. Als Gourmet und Weltreisender ist Roscuro ein Außenseiter unter den Ratten, die nichts als ihren unterirdischen Kerker kennen.

 

Roscuro wollte einst mit der Prinzessin Freundschaft schließen, doch die stieß ihn erschrocken zurück. Gedemütigt wurde Roscuro zu ihrem schlimmsten Feind. Sein Herz ist gebrochen – und nicht wieder gerade zusammengewachsen... So schmiedet er einen Racheplan; ihm hilft dabei das Dienstmädchen Miggery Sow, das selbst von einem Leben als Prinzessin träumt, weil sie nie verstanden hat, dass man keinen Hofstaat braucht, um etwas besonderes zu sein. Sie entführen Pea, und Despereaux erkennt, dass nur er in der Lage ist, sie zu retten – und dass selbst in der kleinsten Maus der Mut eines Ritters in glänzender Rüstung stecken kann.

 

 

Die Grundidee des Films, basierend auf der Buchvorlage von Kate DiCamillo, ist nett, leider ist die Umsetzung missglückt. Die Story wirkt zusammengestöpselt und läuft damit nur bedingt rund. Charaktere (Roscuro und Miggery) sind mal gut, dann böse – dann wieder gut, ohne dass hier Zeit für wirkliche Charakterentwicklung und Erklärung der Veränderung bleibt. Den Reaktionen im Kino zu urteilen, war es für die Kinder in der Pressevorführung nicht gerade leicht dem allen zu folgen.

 

Die Charakteranimation der Tierfiguren ist detailliert und routiniert, die an Figuren von Bruegel erinnernden Menschen sind eher einfach, glatt – bilderbuchartig gehalten. Auch die Hintergründe erinnern stark an das Aussehen von Buchillustrationen. Schade ist, dass die Charaktere zu oft wie künstlich in den Hintergrund reingesetzt erscheinen.

 

Desperaux hat Dumboohren - ok so auch in der Buchvorlage - aber muss er zu allem Überfluss auch noch damit rumfliegen!!!! Das Ritual des Suppekochens lässt vermuten, dass den Machern des Films Ratatoulle ziemlich gut gefallen haben muss, sonst hätten diese nicht so viel übernommen;-) Auch die Ratte Roscuro erinnert teilweise sehr an den Protagonisten aus dem Pixarfilm.

 

Die im Screening anwesenden Kinder, ein Indikator wie der Film auf ein normales Publikum wirken könnte, waren durchweg ruhig, keine Freudenausbrüche, keine spontane Begeisterung. Der Funke sprang nicht über. Ob es an der deutschen Synchro liegt, oder auch im Original so angelegt ist, dem Film fehlt klar der Witz. Schade, der Trailer sah viel versprechend aus.

 

3/10 Punkten

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Juni 2009 )
 
Watchmen - die Wächter E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Dienstag, 3. März 2009
OT: Watchmen                                       Screening: OV
Regisseur: Zack Snyder
cast: Malin Akerman, Carla Gugino, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan
Kinostart 05.03.2009

watchmenplakat.jpeg

Watchmen spielt in einer abgewandelten Version der USA in den 1980ern. Im fortdauernden kalten Krieg sind die Russen die außenpolitischen Gegner. Die USA hat den Vietnamkrieg dank Dr. Manhattens gewonnen. Nixon ist zum dritten Mal als US-Präsident gewählt worden. „Superhelden“ sind nach dem Sensationserfolg des ersten Superman-Comics Ende der 1930er Jahre aufgekommen. Sie sind kostümierte, maskierte Verbrecherjäger, Menschen ohne große Fähigkeiten, die sich später als die „Minutemen“ zusammentaten – und bis zu den 50er Jahren nach und nach freiwillig oder unfreiwillig in den Ruhestand traten. Anfang der 60er entstand eine neue Generation, mit neuen technischen Fähigkeiten und zum Teil auch mit tatsächlichen Superkräften. Sie gerieten in den 70ern durch ihre Selbstjustiz in die Diskussion und wurden durch den Keene-Act zuletzt vor die Alternative gestellt, zurückzutreten oder für die Regierung zu arbeiten. Einige, wie Nite Owl 2 und Silk Spectre 2, hörten damals schlicht auf, Dr. Manhattan arbeitet seither in der Forschung oder wie der Comedian im Geheimdienst, Ozymandias ließ die Maske öffentlich fallen und verdiente als Kopf des Veidt-Konzerns ein Vermögen, Rorschach ging in den Untergrund und bekämpft – von der Polizei gesucht, von den Medien totgeschwiegen – das Verbrechen weiter.

Der ehemalige Superheld The Comedian wird von einem Unbekannten ermordet. Rorschach macht sich auf die Suche nach dem Täter und wittert bald eine Verschwörung, als weitere Superhelden bedroht werden. Die ehemaligen Kollegen von Rorschach reagieren auf seine geäußerten Vermutungen mit Desinteresse.

Dr. Manhattan flieht nach einem Skandal in den Weltraum, auf Ozymandias wird ein Attentat verübt, Rorschach selbst in eine Falle gelockt. Nite Owl 2 meistert, aufgerüttelt durch die Verhaftung Rorschachs, seine Angst wieder aktiv zu sein. Er reaktiviert zusammen mit Silk Spectre 2 das Owl Ship, die beiden befreien Rorschach und gemeinsam kommen sie der (tatsächlichen) Verschwörung auf die Spur.

 

Der Film basiert auf Alan Moores 12 Comics, die 1986 zuerst bei DC Comics erschienenen sind. Die Comics haben es als einzige Vertreter des Genres in die Time-Liste der 100 besten literarischen Werke des 20. Jahrhundert geschafft. Jack Snyder („300“) wagt auch hier die Verfilmung eines schwierigen Stoffs, der Inhalt von 12 Comics will erst mal sinnvoll in einen Film gepackt sein. In der Umsetzung dieser Masse liegt das Hauptproblem des Films. Es muss nicht 1 Superheld eingeführt werden, sondern gleich eine ganze Horde gänzlich unbekannter Figuren müssen vorgestellt werden (Superman kennt man auch ohne einen Film gesehen zu haben, anders die Helden hier). Snyder füttert die Zuschauer über 162 – das sind 2 Stunden Vierzig Minuten- mit Informationen. Man muss ihm zugute halten, dass es hierbei nicht langweilig, leider aber auch nicht wirklich spannend wird. Moore brauchte aufgrund komplexen und verschlungenen Erzählstruktur, diversen Handlungssträngen und Zeitebenen eben die besagten 12 Bände, um den Mythos des Superhelden zu Fall zu bringen. Das filmisch umzusetzten ist kein Selbstläufer.

Die Helden sind keine „Ritter in glänzender Rüstung“ sondern pathologische Psychopathen, sadistische Söldner, haben mit Impotenz zu kämpfen. Wie schon in „Dark Knight“ gibt es nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern viel Grau (Dunkelgrau) dazwischen. Dr. Manhatten (angelehnt an das Atomprogramm „Manhatten-Project“) als wirklicher „Super“-Held mit fast absoluten, übernatürlichen Kräften nimmt als „gottähnliches Wesen die Probleme der Welt vermehrt mehr wahr. Eine abgefahrene Erklärung, warum sich Gott nicht in unsere „banalen“ Probleme einmischt.

Mag die filmische Umsetzung auch versuchen, möglichst Werkgetreu die Vorlage von Alan Moore zu bedienen, so ist das Ergebnis trotz interessanter, düsterer Optik schwere Kost, die kaum die Zuschauerzahlen eines „Dark Knight“ oder „Ironman“ erreichen werden. Eine Identifikation mit den Protagonisten der Story aufgrund deren mehrheitlich vorhandener dunkler Seite wird dem Zuschauer kaum ermöglicht.  Fans des klassischen Superheldengenres wird das Popcorn stellenweise im Hals stecken bleiben und wie es ein Journalist der mit mir im Screening saß treffen formulierte, diese werden danach erst mal wieder Asterix lesen müssen, um sich wieder neu zu konfigurieren und neu einzunorden.

Watchmen ist ein Film der nachdenklich macht. Noch nie habe ich ein Screening verlassen und die Anwesenden so intensiv (und ratlos) über einen Film diskutieren hören.

6/10 Punkten

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 3. März 2009 )
 
And The Oscar goes to "Slumdog Millionär"!!! E-Mail
Film-und-Kino-News
Geschrieben von sushi25   
Montag, 23. Februar 2009

Hier die Ergebnisse der  81. Oscar-Verleihung. Dass Slumdog dermassen abgesahnt hat, ist toll, denn das wird dem Film die Aufmerksamkeit und die Zuschauer bringen die er verdient. Unbedingt ansehen- ein toller Film!

Bester Film:

Slumdog Millionär

 

Beste weibliche Hauptdarstellerin:

Kate Winslet

 

Bester männlicher Hauptdarsteller:

Sean Penn

 

Beste Regie:

Danny Boyle ("Slumdog Millionär")

 

Beste weibliche Nebendarstellerin:

Penélope Cruz

 

Bester männlicher Nebendarsteller:

Heath Ledger

 

Bestes Original-Drehbuch:

"Milk", Dustin Lance Black

 

Bestes adaptiertes Drehbuch:

"Slumdog Millionaire"

 

Bester animierter Film:

"Wall.E"

 

Beste Ausstattung:

"Der seltsame Fall des Benjamin Button"

 

Bestes Kostümdesign:

"Die Herzogin"

 

Bestes Make-up:

"Der seltsame Fall des Benjamin Button"

 

Beste Kamera:

"Slumdog Millionaire", Anthony Dod Mantle

 

Bester Dokumentation:

"Man on Wire"

 

Bester fremdsprachiger Film:

"Departures"

 

Humanitäres Engagement:

Jerry Lewis

 

Visuelle Effekte:

"Der seltsame Fall des Benjamin Button"

 

Bearbeitung Sound:

"The Dark Knight"

 

Mix Sound:

"Slumdog Millionär"


Beste Musik:

"Slumdog Millionär"

 

Bester Filmsong:

"Slumdog Millionär" 

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 28. April 2009 )
 
Die Bienenhüterin E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Dienstag, 24. März 2009

OT:The Secret Life of Bees                          Screening: DV

Regie: Gina Prince-Bythewood

Cast: Dakota Fanning, Hilarie Burton, Queen Latifah, Paul Bettany, Jennifer Hudson, Alicia Keys, Sophie Okonedo, Tristan Wilds

Kinostart: 23. April 2009

 

bienenhterin.jpgAmerikanische Südstaaten, die sich in einem Schrank versteckende vierjährige Lily (Dakota Fanning) erlebt einen Streit ihrer Eltern mit. Ihr Vater schägt seine Frau, diese läßt eine Pistole fallen. Lily greift sich diese Waffe, versehentlich erschießt sieihre Mutter.

 

Ihr Vater ist nie darüber hinweggekommen, dass seine Frau ihn verlassen wollte. Er tyranisiert seine Tochter. Zehn Jahre später verlässt sie den gewalttätigen Vater. Zusammen mit  ihrem von weißen Rassisten verprügelten Kindermädchen Rosaleen (Jennifer Hudson) läßt sie den Hass ihres Vaters und und ihres Heimatortes hinter sich.

 

Sie findet Unterschlupf auf der Farm von Imkerin August. Obwohl im Amerika des Jahres 1964 Rassisten die Emanzipation der Schwarzen mit Gewalt zu verhindern versuchen, leben die Bienenkönigin und ihre zwei jüngeren Sch western in einer Oase der Liebe, in der auch die Wunden von Lily und Rosaleen heilen. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Lily findet mit der Zeit den Mut, August nach ihrer Mutter zu fragen. Sie erfährt, dass August seinerzeit das Kindermädchen ihrer Mutter war.  Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor ...

 

Die Verfilmung von Sue Monk Kidds Roman "Die Bienenhüterin" erzählt in schönen Bildern eine Geschichte des Südens, bei der es um die Heilung von Wunden geht.

Paul Bettamy spielt den gewalttätigen Vater erschütternd realistisch, die drei Schwestern sind ein Schlag für sich und Jennifer Houston

 

7/10 Punkten bienenhterin3.jpgbienenhterin2.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bienenhterin1.jpg

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. März 2009 )
 
Der Junge im gestreiften Pyjama E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Dienstag, 24. März 2009

OT: The Boy in the Striped Pyjamas                  Screening: OV Englisch

Regie: Mark Hermann

Cast: Asa Butterfield, Jack Scanlon, Amber Beattie, David Thewlis

Kinostart: 07. Mai 2009

 

pyjamaplakat.jpegAnfang der der 40er Jahre wehen in Berlin Hakenkreuzfahnen. Der achtjährige Bruno kommt vom Spiel mit seinen Schulfreunden nach Hause, wo gerade hektische Vorbereitungen getroffen werden. Sein Vater, ein SS-Offizier, wurde gerade befördert, was seine Mutter mit einer Party feiern möchte. Die neue Arbeitsstätte seines Vaters liegt außerhalb von Berlin. Bruno muss Berlin und Freundeskreis verlassen. Das Haus, in das die Familie einzieht, ist trostlos und abgeschieden. Ein ummauerter Vorgarten mit bewaffneten Wachposten und Schäferhund vor der Tür

 

Bruno fällt es schwer, sich an sein neues Leben zu gewöhnen und bald wird er von Langeweile geplagt. Es gibt hier keine Kinder, mit denen er spielen könnte, und seine Mutter verbietet ihm, hinter dem Haus auf Erkundungstour zu gehen, obwohl er doch Entdecker werden will. Nicht einmal seine ältere Schwester Gretel will sich mit ihm beschäftigen. Sie ist voll damit ausgelastet, ihre Puppen aufzustellen oder mit einem der jungen Untergebenen ihres Vaters zu plaudern, dem ebenso gut aussehenden wie bedrohlichen Leutnant Kotler.

 

Das Einzige, was aus Bruno’s Sicht eine Erkundungsexpedition lohnen würde, ist der seltsame Bauernhof, den er vom Fenster seines Kinderzimmers aus sieht und dessen Bewohner offenbar alle gestreifte Schlafanzüge tragen. Als er mehr darüber herausfinden möchte, sagt ihm seine Mutter, er solle sich nicht darum kümmern. Bruno wird verboten hinter dem Haus (der Richtung des „Bauernhofs“) zu spielen und sich dem Gelände keinesfalls nähern. Doch nicht einmal sie kennt die tatsächliche Natur dieses Orts. Sie hält den Hof für ein Arbeitslager, denn ihr Mann hat unter Eid geschworen, nie die Wahrheit darüber zu verraten: Dass es sich hier um eine Tötungsfabrik für die “Endlösung”, die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, handelt.

 

Als Bruno in Abwesenheit seiner Mutter von der Gartenschaukel fällt und sich sein Knie aufschürft, ist es Pavel, ein schwerfällig gehender alter Küchengehilfe der ebenfalls einen gestreiften Pyjama trägt, der sich um ihn kümmert und seine Wunde versorgt. Der Mann erzählt Bruno, dass er einmal als Arzt praktiziert hat.

 

Ein Achtjähriger, wäre kein Achtjähriger, wenn nicht die Neugier siegen würde. Bruno setzt sich über die Ermahnungen seiner Mutter hinweg und schleicht sich durch den hinteren Teil des Gartens, um endlich ein Abenteuer zu erleben. Nach einer Wanderung durch den Wald erreicht er einen Stacheldrahtzaun. Auf der anderen Seite leert gerade ein kleiner Junge im gestreiften Pyjama Schutt mit einer Schubkarre ab. – Endlich hat Bruno einen Spielgefährten in seinem Alter gefunden! Fortan besucht er seinen neuen Freund Shmuel jeden Tag, wobei er diese Treffen vor seinen Eltern und seiner Schwester geheim hält.

 

Im Lauf der folgenden Wochen wird Bruno von dem, was er zuhause hört und sieht und was er von seinem geheimen Zaunfreund erfährt, zunehmend beunruhigt. Obwohl sein Lehrer behauptet, dass alle Juden böse seien, wird seine Bindung zu Shmuel immer stärker. Er wird Zeuge, als der unberechenbare Leutnant Kotler den Küchengehilfen Pavel brutal zusammenschlägt. Seine Mutter gerät außer sich, nachdem ihr der junge Soldat mit einem widerwärtigen Scherz den wahren Grund für den stinkenden Rauch verraten hat, der aus dem Lagerkamin dringt.

 

Ebenso verunsichert Bruno die Veränderung seiner Schwester, die nach den Indoktrinationen ihres Lehrers und vor lauter Schwärmerei für Leutnant Kotler ihr Zimmer mit Nazipropaganda tapeziert. Doch nicht nur die Atmosphäre in seinem Zuhause verdüstert sich, auch von Shmuel hört er seltsame Geschichten, und so stellt er sich die Fragen, ob auf der anderen Seite des Zaunes nicht schlimme Dinge geschehen und ob sein Vater wirklich der gute Mensch ist, für den er ihn immer gehalten hat.

 

Eines Tages findet Bruno zu seiner Überraschung Shmuel im Haus, der gerade Gläser poliert, und gibt ihm ein Stück Kuchen. Doch beide werden von Leutnant Kotler erwischt, der Shmuel des Essensdiebstahls bezichtigt. Anstatt seinen Freund gegen den brutalen Soldaten zu verteidigen, sagt Bruno, er hätte Shmuel nie zuvor gesehen. Krank vor Reue kommt Bruno danach immer wieder an den Zaun, aber der Junge im gestreiften Pyjama ist verschwunden. Als Shmuel endlich wieder erscheint, trägt er im Gesicht eine schlimme Verletzung von Leutnant Kotlers Fausthieben, und Bruno ist zutiefst beschämt. Doch Shmuel vergibt ihm, und die beiden nehmen ihre freundschaftliche Beziehung wieder auf.

 

In der Zwischenzeit gibt es zwischen Brunos Eltern solche Spannungen, dass sich der Vater entschließt, die Frau und Kinder zu einer Tante nach Heidelberg zu schicken. Der Umzug, den Bruno nach der Ankunft so verzweifelt ersehnte, ist jetzt ein furchtbarer Schicksalsschlag, denn der Junge begreift, dass er dadurch von seinem neuen besten Freund getrennt wird.

 

Bei einem ihrer letzten Treffen erfährt Bruno, dass Shmuels Vater seit drei Tagen vermisst wird. Er verspricht seinem Freund, nach ihm zu suchen – für ihn die Chance, seinen früheren, schmachvollen Verrat wieder gut zumachen. Am Tag des Umzugs nach Heidelberg schleicht er sich hinaus, um Shmuel zu treffen. Mit einer Schaufel bewaffnet, bricht er zu diesem letzten großen Abenteuer auf. Bruno buddelt sich unter dem Zaun durch. Shmuel hat aus der Kleiderkammen einen „Pyjama“ für Bruno gesorgt und die beiden Jungen machen sich im Lager auf die Suche…

 

In der Naivität Bruno’s spiegelt sich die Naivität der deutschen Bevölkerung die mit zunehmender Zeit die Augen vor der Realität eigentlich nicht mehr verschließen können. Beklemmend an der Geschichte ist, dass die Jungen auf beiden Seiten des Zauns nicht wissen, was in dem Lager vor sich geht. Shmuel denkt immer noch, seine Großeltern hätten auf der Reise in das Lager eine Infektion bekommen und seien deswegen in ein separates Lazarett. In der Person von Bruno’s Mutter Elsa hat der Film eine Figur, die die Wahrheit erkennt und damit umgehen muss, dass der individuelle Wille hinter dem Willen des Führers zurückstecken muss.

 

Das gesamte Setdesign transportiert die Stimmung des Films. Das Haus in Berlin hat einen Blumengarten und hat einen hölzernen Innenausbau. Ganz anders das Haus bei dem Lager. Vor den Fenstern sind hölzerne dunkele Festerläden, die wie Gitterstäbe aussehen. Auch das Treppenhaus sieht aus Gitter. Mit dem Wachposten vor dem Tor fehlt nicht viel zum Gefängnis.

 

SPOILER!

Am Ende hat „das Böse“ in Person des Vaters seinen Verlust, der Sohn folgt eingeschüchtert einer Gruppe KZ-Insassen in eine „Dusche“. Es bringt einen zum Denken, dass man zunächst den Tot des Jungen verdaut.

Erst danach öffnet sich die Wahrnehmung und man denkt darüber nach, dass mit dem Jungen ein ganzer Raum von Häftlingen gestorben ist, wie auch davor unzählige Weitere.

 

Der Film hält einen zwar durchaus gefangen. Als Gedankenspiel wäre es jedoch mal interessant, eine Kurzfilmfassung von ca. 20 Minuten Länge zu sehen. Wahrscheinlich könnte man darin die wesentlichen Szenen des Films unterbringen und hätte vermutlich eine dichtere Fassung.

 

6/10 Punkten
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. März 2009 )
 
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