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News
Oscars 2010 PDF Drucken E-Mail
Film-und-Kino-News
Geschrieben von sushi25   
Montag, 8. März 2010

Bester Film: The Hurt Locker

Beste Regie: Kathryn Bigelow für The Hurt Locker

Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges für Crazy Heart

Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock fürvBlind Side - Die große Chance

Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz fürInglourious Basterds

Beste Nebendarstellerin: Mo’Nique für Precious – Das Leben ist kostbar

Bester nicht englischsprachiger Film: El secreto de sus ojos (Argentinien)

Bestes Originaldrehbuch: Mark Boal (The Hurt Locker)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Geoffrey Fletcher für Precious - Das Leben ist kostbar

Beste Kamera: Mauro Fiore  fürAvatar

Bester Schnitt: The Hurt Locker

Beste Ausstattung: Avatar

Bestes Kostüm: The Young Victoria

Bestes Make-up: Star Trek

Beste Filmmusik: Oben

Bester Filmsong: Crazy Heart

Bester Ton: The Hurt Locker

Bester Tonschnitt: The Hurt Locker

Beste Visual Effects: Avatar

Bester Animationsfilm: Oben

Beste Dokumentation (Langfilm): Die Bucht

Beste Dokumentation (Kurzfilm): Music by Prudence

Bester animierter Kurzfilm: Logorama

Bester Kurzfilm: The New Tenants

 

6 Oscars für Hurtlocker?! Na wenn’s sein muss … Die Oscarverleihung ist ja immer auch ein Abbild des jeweiligen Amerikanischen Denkens. Anscheinend verarbeitet Amerika gerade den Irakkrieg, wobei ich fast vermute, dass der Durchschnittsredneck die Tonalität des Films nicht zwingend durchdringt. Ich bleibe dabei, Hurtlocker ist ein Film der nicht aus der Masse herausragt. Avatar hingegen, Oscars oder nicht ist trotz der an ihm geäusserten Kritik der Film, den man in der letzten Oscarsaison gesehen haben sollte. In 10 Jahren wird noch jeder wissen, dass Avatar der „blaue“ Film war, Hurtlocker wird vergessen sein.
 
Alice im Wunderland PDF Drucken E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Sonntag, 28. Februar 2010
alice_banner.jpeg
OT: Alice in Wonderland                Screening: DV (3D)
Cast: , Johnny Depp, Anne Hathaway, Helena Bonham Carter, Crispin Glover
Regisseur: Tim Burton
Kinostart: 04.03.2010

 

 

 

 

 

aliceplakat.jpeg Die für ihre Zeit sehr emanzipierte, kaum erwachsene Alice Kingsley wird zu einer viktorianischen Gartenfeier eingeladen. Was Sie als einzige nicht zu wissen scheint, ist dass die zu ihren Ehren ausgerichtete Party allein dem Anlass dient, die Bühne für den Heiratsantrag von Hamish, dem wohlhabenden, aber langweiligen Sohn von Lord und Lady Ascot zu stellen. Alice flieht aus der Situation und bleibt Hamish zunächst die Antwort schuldig. Sie folgt einem sonderbaren weißen Kaninchen, das mit einer Weste bekleidet ist und eine Taschenuhr bei sich trägt.

 

 Das Kaninchen läuft über eine Wiese und verschwindet dann in einem Loch im Boden. Ebenso plötzlich wird auch Alice in das Loch hineingezogen und fällt durch eine eigenartige, traumähnliche Passage, bis sie schließlich in einem runden Raum mit vielen Türen landet. Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten, die eine Flasche mit der Aufschrift “Trink mich” und einen Kuchen, der mit den Worten “Iss mich” verziert ist, beinhalten, schafft es Alice, mit Hilfe der schrumpfenden Wirkung des Tranks und der vergrößernden Wirkung des Kuchens eine der Türen zu öffnen und hindurchzugehen. Sie betritt eine zauberhafte Welt, die bei ihren Bewohnern unter dem Namen Unterland bekannt ist.

 

alice im wunderland, Mia WasikowskaDort trifft sie auf eine bunte Mischung von Charakteren: von der verwegenen Schlafmaus zu dem völlig verrückten Hutmacher, von der Grinsekatze zu der Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom, von der Weißen Königin zu ihrer gehässigen und launischen älteren Schwester und Herrscherin von Unterland, der Herzkönigin, die inzwischen auch dem Herzkönig den Kopf hat abschlagen lassen.

 

Alice erinnert sich nicht mehr daran, dass sie schon einmal im Unterland war. Sie glaubt zu träumen. alice im Wunderland, Helena Bonham CarterDie Bewohner hoffen, dass Alice die Richtige ist um den Jabberwocky – eine Art Lindwurm – zu besiegen. Alice ist sich sicher, dass eine Verwechslung vorliegt und dass sie kein Wesen töten kann und will. Erst mit der Zeit findet sie sich damit ab, dass Unterland real ist.

 

Tim Burtons siebte Zusammenarbeit mit Johnny Depp hat eine unerwartet bunte, opulente Optik. Im Vergleich zu den „typischen“ düsteren/Gothic/beklemmenden Look & Feel der Burtonfilmen kommt Alice ungewohnt heiter daher, ohne wirklich lustig zu sein.  Die Umsetzung der Charatere ist mitunter großartig, die Grinsekatze (die ich z.B. in der Animationsserie nervig fand) ist nicht nur optisch gelungen. Das Makeup des Hutmachers ändert sich mit seinen Stimmungen, was bei einmaligen Ansehen kaum gewürdigt werden kann. 

 

alice im wunderland, Anne HathawayDie 3D Optik ist teilweise etwas gewollt. Alice muß man nicht in 3D sehen. Den Schauspielern merkt man an, dass sie mit Spaß bei der Sache, waren wenn auch Anne Hathaway als Weiße Königin sich ihrer Gestik weniger gruselig, als von Jack Sparrow inpiriert zeigt. Die Tanzeinlagen des Hutmachers und von Alice zum Ende des Films wirken ähnlich deplatziert.

 

Alice krankt etwas an der dünnen Story. Die Zeit im Unterland lebt mehr von der Optik und den auftauchenden absonderlichen Wesen. Man könnte fast meinen, die Story dient teilweise nur dazu, einen Anlass für das nächste  Set, die nächste Kreatur zu geben. Im Vergleich zu Alice erzählt Avatar eine ausgeweilte und verwobene, mehrschichtige anspruchsvolle  Geschichte. Alice kann man, muß man aber nicht gesehen haben. Der Trailer entspricht dem, was man im Film geboten bekommt. alice im wunderland, Johnny Depp

 

Versteht man Alice, wenn man die Bücher und die bisherigen Filme/Serien nicht kennt? Es kann nicht schaden, wenn die "Ur-Alice" vor dem Kinobesuch den jungen Zuschauern vorher als Gutenachtgeschichte vorgelesen wird. Ansonsten kann der Einstieg vielleicht zu schwierig sein. 

 

6/10 Punkten

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 3. März 2010 )
 
Green Zone PDF Drucken E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Freitag, 26. Februar 2010

 

OT: Green Zone        Screening: DV

Darsteller: Matt Damon, Amy Ryan, Greg Kinnear, Jason Isaacs, Brendan Gleeson

Regie: Paul Greengrass

Kinostart: 18.03.2010

greenzone

US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind kurz nach der Eroberung Bagdads 2003 in den besetzten Gebieten im Einsatz. Als Spezialteam sollen sie die Massenvernichtungswaffen aufspüren, wegen derer der Militärschlag gegen den Irak angeordnet wurde. Um den Informationen des Informanten Magellan zu folgen, müssen sie die Sicherheit der so genannten „Green Zone", den befriedeten Bereich im Zentrum Bagdads verlassen. Doch die Einsätze laufen nicht wie geplant und bald kommen Zweifel an der Korrektheit der Nachrichteninformationen auf, die nicht nur die Aktionen des Spezialteams, sondern den Krieg insgesamt in Frage stellen. greenzone; Matt Damon, Amy Ryan

 

Wie sich bald herausstellt, werden Miller und seine Leute von rivalisierenden CIA-Agenten - darunter der zwielichtige Sonderbeauftragte des Pentagons Clark Poundstone (Greg Kinnear) - zu ziemlich fadenscheinigen Einsätzen hinbefohlen und dadurch an vorderster Front fast aufgerieben. greenzone, Greg KinnearMiller erkennt, dass er auf eigene Faust handeln muss, wenn er die Identität von Magellan aufdecken und die verfahrene Situation aufklären will. Mit einer Handvoll loyaler Männer beginnt er nun sich auf fremdem und extrem feindlichem Terrain durch geschickt verdeckte und infam verfälschte Spionageoperationen hindurchzukämpfen. Unbeirrt sucht er so nach den Antworten, die entweder ein verbrecherisches Regime entlasten oder den Krieg in einer instabilen Region eskalieren lassen werden. In dieser heißen Phase inmitten eines Klimas von hochexplosiver Gewalt wird er schnell feststellen, dass die am schwersten zu handhabende Waffe die Wahrheit ist.

 

Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan) deckt Miller eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Er wird zum Gejagten und inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit und ums Überleben. greenzone_3.jpg


Basierend auf Rajiv Chandrasekarans preisgekröntem Buch bietet der Film einen Blick hinter die Kulissen der Irakbesatzung und die unterschiedlichen Interessen der konkurrierenden Geheimdienste.

 

Beworben und im Trailer dargestellt als Polit- und Agentenkrimi ist Greenzone für mich eher ein Kriegsfilm mit politischem Hintergrund. Matt Damon ist gut besetzt und kann wieder mehr überzeugen, als in seiner Rolle in Invictus. Green Zone erzählt – besser als die Episondenstory Hurt Locker – eine runde Geschichte und ist solide gemachtes, spannendes Actionkino.

 

6,5/10 Punkten

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 26. Februar 2010 )
 
Legion PDF Drucken E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Mittwoch, 24. Februar 2010

legion_banner.jpg

 

 

 

 

 

OT: Legion                                  Screening OmU

 

Cast: Paul Bettany, Lucas Black, Tyrese Gibson, Adrianne Palicki, Charles S. Dutton, Jon Tenney, Kevin Durand, Willa Holland, Kate Walsh, Dennis Quaid

Regie: Scott Stewart

Kinostart: 18.03.2010

Paul Bettany, Legion, LEGION

In einem abgelegenen, von der Welt vergessenen Diner in der Amerikanischen Wüste treffen eine Gruppe Menschen aufeinander, die sich irgendwie verlaufen haben. (Das englische Wort „lost“ trifft es hier besser). Der eine hat sich tatsächlich verfahren, die anderen sind auf sonstige Weise vom Weg abgekommen. So gibt es eine verkorkste Familie, deren Tochter es darauf anlegt, so widerspenstig wie möglich zu sein; den Dinerbesitzer, der seinerzeit geglaubt hatte das Diner in Der Wüste sei eine Goldgrube – nur dass die Shoppingmall nicht gebaut wurde; die Bedienung Charlie, die im 8 Monat schwanger ist (Vater unbekannt) und nur darauf wartet, das Kind nach der Geburt zur Adoption weggeben zu können; Jeep, der Sohn des legionDinerchefs, der hoffnungslos in Charlie verliebt ist, wissend, dass sie seine Liebe nicht erwidert.

 

Als auf einmal Radio, Fernsehn und das Telefon ausfallen, glauben die Menschen im Diner zunächst an ein Erdbeben. Eine alte Dame mit Rollator entpuppt sich auf einmal als erstaunlich agil, sie läuft die Decke entlang und beisst den Familienvater halbtot und stößt wüste Beleidigungen aus, bevor sie zur Strecke gebracht werden kann. Der im Polizeiauto ankommende Michael sorgt für Aufklärung: Als Gott den Glauben an die Menschheit verliert, entsendet er eine Legion von Engeln, damit sie die Apokalypse über die Erde bringen. Die alte Dame war nur eine von durch Engel besessenem Menschen, die sich über das Diner und deren Insassen hermachen werden. Gott hat es insbesondere auf das ungeborene Baby von Charlie abgesehen, dass Michael unter allen Umständen schützen will.

 

legion2.jpgLegion ist in etwa so, wie es der Trailer vermuten lässt. Den Zuschauer erwartet eine Mischung aus Action, Religiösem Thriller und Zombie-Pic. Wirklich überzeugen kann diese Mischung nicht. Michael kommt terminatormäßig auf die Erde, er schneidet sich die Flügel ab und sagt sich so von Gott los, der genug von den Menschen hat. Wie einst Neo in der Matrix, rüstet sich Michael im asiatischen Importladen mit Waffen aus und fährt in die Wüste. Im Diner glaubt man seiner Erklärung, dass Gott die Menschen weghaben will mit einem lethargischen, wird schon so sein – schließlich ist vorhin Oma an der Decke langgeklettert. Der Rest ist weitgehend Standard-Endzeit-Survivor-Hausmannskost, durchsetzt von bedeutungsschwangeren Dialogen. Der Kampf zwischen den Erzengeln Michael-Gabriel ist enttäuschend. Hier geht meine Fantasie was himmlisch-überirdisches angeht bedeutend weiter, als das was in Legion zu sehen ist. PS war das Michaels Flammenschwert – wo waren dann die Flammen?

 

Es gibt weniger Einstellungen mit Engeln, als man zu recht bei dem Filmthema erwarten dürfte – ich habe hier bewusst nicht diese Bilder gepostet, da sie einen verfälschtes Bild vom Film wiedergeben würden. Legion hat zu wenig Übersinnlich-Engelsgleiches, zu wenig konsequent Biblisches. Die Schauspieler Bettany und Quaid können auch in dieser Produktion nicht enttäuschen. Legion und ist damit insgesamt enttäuschend. Vermutlich wird der Film lediglich in der DVD-Auswertung seine Abnehmer finden.

 

3/10 Punkten

 

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 26. Februar 2010 )
 
67. Golden Globe Gewinner PDF Drucken E-Mail
Film-und-Kino-News
Geschrieben von sushi25   
Montag, 18. Januar 2010

Best Feature – Drama "Avatar"

Best Feature – comedy "The Hangover"

Actor Drama Jeff Bridges - "Crazy Heart"

Actress Drama Sandra Bullock - "The Blind Side"

Actor Comedy/Musical Robert Downey Jr. - "Sherlock Holmes"

Actress Comedy/Musical Meryl Streep - "Julie & Julia"

Director Motion Picture James Cameron - "Avatar"

Supporting Actor Christoph Waltz - "Inglourious Basterds"

Supporting Actress Mo'Nique - "Precious"

Screenplay MotionPicture Jason Reitman, Sheldon Turner - "Up in the Air"

Bester Fremdsprachiger Film "The White Ribbon" aka “Das Weisse Band” (Germany) - Wega Films; Sony Pictures Classics

Animationsfilm "Up"

Best score Michael Giacchino - "Up"

Best original song "The Weary Kind" from "Crazy Heart" - Music & Lyrics by: Ryan Bingham, T Bone Burnett
TV Serie drama “Mad Men"

TV Serie comedy "Glee"

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A TV SERIES – DRAMA Michael C. Hall - "Dexter"

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A TV – DRAMA Julianna Margulies - "The Good Wife"

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A TV SERIES - COMEDY OR MUSICAL Toni Collette - "United States of Tara"

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A TV SERIES - COMEDY OR MUSICAL Alec Baldwin - "30 Rock"

MINI-SERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TV "Georgia O'Keeffe" "Grey Gardens"

BEST PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A MINISERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TV Kevin Bacon - "Taking Chance"

BEST PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A MINI-SERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TV Drew Barrymore - "Grey Gardens"

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE IN A SERIES, MINISERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TV Chloe Sevigny - "Big Love"

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A SUPPORTING ROLE IN A SERIES, MINISERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TV John Lithgow - "Dexter"

Ohne Zweifel sehr interessante Gewinner! Christoph Waltz setzt seine berechtige Preisserie für seine Rolle in den Basterds fort und dass das weisse Band ebenfalls wieder gewürdigt wird ist toll. Meryl Streep ist zweifellos eine Ausnahmeschauspielerin mit unglaublicher Wandelbarkeit. Robert Downey Jr. in Sherlock Homes kann ich erst heute Abend beurteilen, mal sehen wie er da spielt. Und zu guter Letzt: Avatar, was soll ich sagen, KLASSE! Mal sehen ob sich das beim Oscar so durchhält.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 18. Januar 2010 )
 
Invictus - Unbezwungen PDF Drucken E-Mail
Filmkritiken
Geschrieben von sushi25   
Montag, 18. Januar 2010

 invictus_banner.jpg

 

 

 

 

 
OT: Invictus                                        Screening: OV
Cast: Morgan Freeman , Matt Damon
Regie: Clint Eastwood
Kinostart: 18.02.2010 

invictus_plakat.jpgDas Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 war für die meisten Menschen in der Welt nur ein spannendes Spiel wie andere auch. Doch für die Südafrikaner wurde es zu einem Wendepunkt in ihrer Geschichte – ein gemeinschaftliches Erlebnis, das dazu beitrug, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und neue Hoffnung für die Zukunft zu wecken.

 

„Invictus“ (Invictus – Unbezwungen) berichtet, wie Präsident Mandela (Morgan Freeman) und Francois Pienaar (Matt Damon) zusammenarbeiteten, um ihre individuellen Hoffnungen in die Wirklichkeit umzusetzen: Der Präsident wollte sein Land vereinen, der Kapitän seiner Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel verhelfen. Ihr gemeinsames Ziel drückte sich in dem Motto aus: „Ein Team, ein Land“.

 

Zu Beginn von „Invictus – Unbezwungen“ wird Nelson Mandela, der aufgrund seines Widerstands gegen die Apartheid 27 Jahre lang eingekerkert war, zum Präsidenten von Südafrika gewählt. Doch das Land ist nach wie vor durch eine tiefe Kluft geteilt: Obwohl das ungerechte System offiziell abgeschafft worden ist, verlaufen die Linien der Rassentrennung weiterhin quer durch das Volk und können nicht einfach ausradiert werden. Weil sein Land zu implodieren droht, richtet Präsident Mandela seine Hoffnung auf ein überraschendes Ziel – den Rugby-Rasen.

 

invictus1.jpg

Da Südafrika Gastgeber des Weltmeisterschaftsfinales ist, wünscht sich Mandela, dass sich das gesamte Land gemeinsam für die Nationalmannschaft, die Springboks, einsetzt. Er weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport vereinen zu können, der alle Schranken überwindet.

 

Dieser Zweck ist Mandelas Traum einer „Regenbogennation“ und beginnt mit den Springbok-Farben Grün und Gold. Der Plan des Präsidenten birgt manches Risiko. Angesichts der immensen sozialen und wirtschaftlichen Krise fragen sich sogar seine engsten Berater, warum er sich gerade jetzt auf eine scheinbar so unbedeutende Nebensache wie Rugby konzentriert. Viele wundern sich auch, dass er die Springboks unterstützt, denn zu diesem Zeitpunkt wünschen sich die schwarzen Südafrikaner, diesen Namen und das Vereinswappen ein für alle Mal abzuschaffen, weil es für sie das lange verhasste Symbol der Apartheid darstellt. Doch Mandela ist Visionär genug, um zu begreifen, dass die Eliminierung des beliebten südafrikanischen Rugby-Teams die Kluft zwischen den Rassen nur noch weiter vertiefen wird, bis sie eines Tages vielleicht nie mehr überbrückt werden kann.invictus Morgan Freeman

 

Wie dem auch sei – ein Rugby-Spiel wird nicht im Regierungspalast entschieden. Deshalb wendet sich Mandela an den einzigen Mann, der ihm bei seinem Vorhaben helfen kann: an Francois Pienaar, den Mannschaftskapitän der Springboks. Matt Damon spielt den Rugby-Spieler, der plötzlich in das Zentrum eines politischen Konflikts gerät. Und allmählich begreift das gesamte Team, dass es eine ganz entscheidende Rolle bei der Konsolidierung des Landes spielt. Im Team der Springboks spielt nur ein Farbiger, Chester Williams. Dieser wird ungewollt zu einem Symbol. Chesters Bild ziert während der Meisterschaft Flugzeuge.

 

Zu Beginn des Films bittet der neue Präsident die weißen Mitarbeiter, die für Präsident de Klerk gearbeitet hatten, ihre Arbeit fortzusetzen. Seine persönliche Leibwache unter Führung von Jason Tshabalala und Linga Moonsamy sieht das ganz gelassen … bis sie erfahren, dass die Regel auch für sie gilt. Plötzlich sind sie Kollegen ehemaliger Mitglieder des Special Branch (Staatspolizei) – jener Männer, die ihnen vor Kurzem noch nach dem Leben getrachtet hatten. Mandela weiß genau, dass die persönlichen Leibwächter seine sichtbarsten Mitarbeiter sind – die demonstrative Zusammenarbeit von schwarzen und weißen Mitgliedern dieser Einheit macht also deutlich, dass sehr unterschiedliche Menschen in seiner Regierung tätig sind. Daran liegt ihm sehr viel. Rugby hilft auch hier, die Schranken zwischen den Rassen niederzureißen.invictus3.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Invictus kommt daher wie „ein Südafrikanisches Sommermärchen“. Das ist zwar gut gemacht, aber etwas wenig, was man von einem Film über Nelson Mandela erwartet. Das Rugbyteam beispielsweise besucht das Gefängnis auf Robben Island, die Zelle in der Mandela 27 Jahre interniert war. Die Motivation und Quelle der Kraft und des Vergebens Mandelas wird jedoch nicht wirklich beleuchtet. In der 2. Hälfte des Films ist für meinen Geschmack deutlich zu viel Rugby und zu wenig Mandela. Hier hätte man möglicherweise durch einen anderen Schnitt mehr aus dem Film herausholen können. Eastwood kann nicht an die Qualität von Gran Torino anschließen. Rugby-Fans können zu meiner Bewertung sicherlich noch 1-2 Punkte draufpacken.

 

5,5/10 Punkten
 
Letzte Aktualisierung ( Montag, 18. Januar 2010 )
 
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