Cast: Dennis
Quaid, Ben Foster, Norman Reedus, Cam
Gigandet, Antje Traue, Cung Le
Regie: Christian Alvart
Kinostart: 01.10.2009
An Bord der
Elysium, einesriesigen Raumschiffes,
das die Reste der Menschheit im Kälteschlaf in einer über 100 Jahre dauernden
Reise zu dem bewohnbaren Planeten Talis bringen soll, erwachen die Astronauten
Payton und Bower aus tiefem Raumschlaf - ohne Orientierung, ohne jegliche
Erinnerungen. Wie lange haben sie geschlafen? Wo sind sie und was ist ihre
Mission? Die beiden versuchen ihre Wissensstücke aneinanderzusetzen. Anscheinend
steht ihre Wachablösung an, aber warum steht niemand von der Vorgängercrew
bereit, um sie einzuweisen?
Allein auf
sich gestellt, bleibt den beiden nicht viel Zeit, Antworten auf ihre Fragen zu
finden. Durch die engen düsteren Luftschächte macht Bower sich auf den Weg zur
Brücke – auf der Suche nach der sich im Dienstzyklus befindlichen Crew. Nur
über Funk hält Bower mit Payton Kontakt. Bower kriecht ins pechschwarze Nichts,
tiefer und tiefer in das Schiff. Doch es dauert nicht lange, bis Bower feststellt, dass die Menschen nicht allein an Bord sind! Es gibt eine humanoide Spezies
an Bord, die sich blutrünstig von Menschen ernährt. Diese hellhäutigen
Humanoiden sind schneller und stärker als ihre menschlichen Opfer.
Und damit nicht
genug, Bower erinnert sich, dass er Reaktormechaniker ist. Er beginnt den Stromausfall
auf dem Schiff, der nur gelegentlich von Energieschüben unterbrochen ist zu
deuten: das Energiesystem des Raumschiffs steht kurz vor dem kompletten
Zusammenbruch. Der Reaktor wird sich bald komplett irreversibel abschalten.
Bower begegnet weiteren wachen Überlebenden, einer Biologin und einem
Agrarwissenschaftler. Er kann sie überreden, ihn zum Reaktor zu führen.
DieAstronaten werden mit der Frage konfrontiert,
ob nicht „Pandorum“, das „Orbital Dysfunctional Syndrome“, das aufgrund der
Weite, der Einsamkeit und Isolation des Weltraums hervorgerufen wird und
Halluzinationen sowie Realitätsverlust dazu geführt hat, dass ein Corporal
Gallo auf der Brücke durchgedreht hat und das gesamte Schiff ins Unglück
gestürzt hat. Payton findet eben diesen Gallo in einem weiteren
Versorgungsschacht über seiner Station.
Pandorum
ist eine dubiose Mischung aus Spatter, Survival, Suspense, Martial Art, Chase
and Run. Der Film ist nicht wirklich homogen und funktioniert in dem Mix der
Genres nicht wirklich. Wenn man die einzelnen Elemente als einzelne
selbstständige Episoden im Film erzählt hätte, hätte das dem Film vermutlich
gut getan. So wirkt das Ergebnis trotz des originellen Ansatzes unrund und zu
konventionell. Der Nervenkitzel wird nicht durchgehalten, die Horrorelemente
weichen die Stimmung leider auf.
Die zugrunde
liegende Grundidee hat großes Potential, das in dem Film bei weitem nicht
ausgeschöpft wird. Das mag an den zusammengeworfenen Drehbüchern von Travis
Millroy und Alvart liegen, jedenfalls verliert der Film durch die stark
physischen Elemente (aus Millroys script) massiv an Momentum. Die Vision der Dystopie
(Wahnsinnswort) die pechschwarze Geschichte von Menschen in den unendlichen
Weiten des Alls, kommt eigentlich erst beim Endtwist (zu) kurz zum Vorschein. Ich
verzichte hier mal auf Spoiler aber vermutlich werdet ihr mir, wenn der Abspann läuft, Recht geben, dass man aus der Idee viel mehr hätte rausholen können.
Für den
Film wurden interessante Raumschiffsets gebaut – die aufgrund der
Kameraführung, bzw. des Schnitts nicht wirklich zur Geltung kommen. Der Zuschauer
bekommt aufgrund der Kamera-/Schnittführung kein Raumgefühl und kann die Sets
damit nur schwer in Relation setzten. Das mag zwar gewollt gewesen sein, um den
Zuschauer die Verwirrung der Charaktere näher zu bringen, ist aber auf Dauer
Schade um die Sets. Schauspielerisch ist wenig großes geboten, Dennis Quaid hat
zwar J.I. Joe überwunden wirkt aber immer noch leicht hölzern, Ben Foster spielt
solide. Die Kurzauftritte von André Hennicke und Wotan Wilke Möhring sind völlig
überflüssig und dienen wohl nur dazu, deutsche Schauspieler im lineup zu haben.
Der Trailer des Films suggeriert eine Spannung, die der Film nicht durchweg hällt. Insgesamt
schöpft Pandorum sein Potential bei weiten nicht aus. Weniger Millroy und mehr
Alvart und aus Pandorum hätte ein großer Film werden können.