Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische
das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Ein riesiges Raumschiff schwebt über
einer Großstadt, und das nicht etwas über Washington oder New York, sondern
über Johannisburg- Skandal. Die Menschen rechneten daraufhin mit einem
feindlichen Angriff oder einem gigantischen technologischen Fortschritt. Doch
nichts davon trat ein. Stattdessen waren die insektoiden Kreaturen Flüchtlinge
ihres Heimatplaneten und unfähig/unwillig sich selbst zu versorgen. Während die
Nationen der Welt darüber diskutierten, was mit ihnen geschehen soll, wurden sie
in einem Notauffanglager interniert – im DISTRICT 9.
Heute nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen, sind alle Nationen mit ihrer
Geduld am Ende. Die Kontrolle über die nicht-menschliche Spezies wird einem
privaten Unternehmen übertragen, der Multi-National United (MNU). Die MNU, mit
den weißen Fahrzeugen und den Buchstaben UN leicht mit der UNO assoziierbar,
ist ein privatwirtschaftlich arbeitendes, skrupelloses Waffenunternehmen, das
letztlich nur an der Waffentechnik der Aliens interessiert. Nicht am Wohl der ungeliebten
Besucher treibt den Konzern an, sondern der mögliche Profit mit den mächtigen Waffen
der Aliens. Doch bislang sind alle Versuche, diese Waffen zu aktivieren,
fehlgeschlagen – die Waffen funktionieren nur, wenn sie von Aliens bedient
werden. Die Waffen arbeiten nur, wenn der Schütze Alien-DNA hat.
Die wachsenden Spannungen zwischen den Außerirdischen und den Menschen
erreichen ihren Höhepunkt, als die MNU damit beginnt, alle nicht-menschlichen
Wesen vom District 9 in ein neues Camp zu verlegen. Bei dieser Evakuierung
infiziert sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe (SHARLTO COPLEY) mit einem
mysteriösen Virus als er einen Alien- Artefact aktiviert, den er für eine Waffe
hält. Er bekommt Fieber, verliert Fingernägel, spuckt schwarzen Schleim. Unter
einem Gips an seiner linken Hand entdecken die Ärzte schließlich eine
insektoide Hand. Wikus mutiert - seine DNA beginnt sich zu verändern. Wikus
wird zum Forschungsobjekt. Durch seine veränderte DNA lassen sich die
Alienwaffen durch Wikus aktivieren. Plötzlich ist Wikus der wertvollste Mensch
der Welt. Die Mutation setzt sich fort. Die MNU beschließt den Körper von Wikus
auszuweiden, um maximale Mengen der DNA sicherzustellen. Wikus gelingt ihm die
Flucht, er wird zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der
Erde – denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Alien-Technologie zu
lüften. Geächtet und ohne Freunde, gibt es für ihn nur einen Ort, um sich zu
verstecken: DISTRICT 9.
Wikus erlebt nunmehr die Lebensumstände der Aliens im Lager am eigenen
Leib. Einer der Alien erklärt ihm, dass Heilung nur auf dem Alienmutterschiff,
das immer noch über der Stadt schwebt möglich ist. Allerdings ist dafür der
Alien-Artefakt erforderlich, der mittlerweile im gesicherten Laborkeller des
MNU-Gebäudes untersucht wird. Wikus und der Alien versuchen den Artefakt zu
beschaffen und auf das Mutterschiff zugelangen. Hierdurch legt Wikus eine deutliche
Spur, die Koobos (Davide James) der Chef des militanten Sicherheitsdienstes von
MNU nur zu gerne aufnimmt.
District 9 basiert auf “Alive in Joburg“ einem Kurzfilm von Neill Blomkamp.
Blomkamp sollte für Peter Jackson’s WingNut Films das Computerspiel Halo
verfilmen. Als dieses Projekt auf Eis gelegt wurde, bekam Blomkamp die Chance
seinen Kurzfilm zu einem Kinoformat auszubauen.
Das Ergebnis ist zunächst einmal technisch sehenswert. Produziert von Peter
Jackson sollen die Produktionskosten lediglich 30 Mio. betragen haben. Wenn
diese Hausnummer in ungefähr stimmt, dann müssen sich diverse namhafte
Majorproduktionen, die ein Vielfaches gekostet haben, im Bezug auf FX und
Computergraphik verschämt in die Ecke stellen. D9 ist perfekt gemacht. Die
Aliens sind glaubwürdig, Effekte/CGI fügen sich gekonnt in die Story ein, ohne als
solche aufzufallen.
Die Story, die zunächst eher an ein Sozialdrama beginnt, fängt den
Zuschauer schnell ein. Was im Dokumentationsstiel beginnt und sich wie eine
Allegorie auf das Schicksal der Schwarzen in Südafrika anfühlt anfängt ändert
sich im Laufe des Films zu einem schnellen Jump-and-run-spatter SciFi-Action-Thriller-Drama.
Der Wechsel der Erzählperspektive scheint von diversen Kritikern als
störend wahrgenommen worden zu sein. Ich fand das jetzt nicht so dramatisch. Der
Doku-Stil ermöglicht es dem Regisseur zu Personen zu springen und Aspekte
einzusammeln die ansonsten schwer zu integrieren gewesen wären, wie etwa die
Interviews von Farbigen auf der Straße. Die Wechsel der Perspektive dienen zur
Erhöhung der Glaubwürdigkeit und geben dem Film Geschwindigkeit.