cast: Michelle Pfeiffer, Rupert Friend, Kathy Bates, Felicity
Jones
Regie : Stephen Frears
Kinostart : 25.08.2009
Paris 1906: Um die Jahrhundertwende
gilt die französische Metropole als die mondänste Stadt Europas und als
Inbegriff des kulturellen und intellektuellen Fortschritts. In Paris leben
weltberühmte Künstler und Schriftsteller; und die Reichen und Mächtigen haben
den Ort zum Domizil ihrer Wahl erkoren. Paris ist zu dieser Zeit auch berühmt für
seine Kurtisanen – schöne, geistvolle Frauen, Expertinnen auf dem Gebiet der
Liebe, um deren Gunst Kronprinzen, Erzherzöge und Industriekapitäne.
Die schöne Edelkurtisane Léa de Lonval
(Michelle Pfeiffer) kommt langsam in ein gewisses Alter und hat sich aus dem Geschäft
der käuflichen Liebe zurückgezogen. Im Paris der Jahrhundertwende lebt sie in
unbeschreiblichem Luxus. Auf Wunsch ihrer ehemaligen Kollegin und Rivalin Madame
Peloux (Kathy Bates) soll Léa deren hübschen, verwöhnten Sohn Chéri (Rupert
Friend) zum Mann machen und in die Geheimnisse der Liebe einweihen. Chéri
bewundert Léa ebenso sehr, wie er seine Mutter verachtet und flirtet
gewohnheitsmäßig mit ihr. Aber beider Gefühle gehen tiefer: Als er Léa nach dem
Lunch bei einem Gespräch im Wintergarten leidenschaftlich auf den Mund küsst,
ist sie für einen Moment überwältigt und verliert die Kontrolle. Was als Flirt
beginnt, wird zu einer leidenschaftlichen Beziehung, ein kurzer Kurs in Liebesdingen
verwandelt sich in eine sechs Jahre andauernde Liaison. Umso überraschender trifft
sie die Leidenschaft und Tiefe ihrer Beziehung zu Chéri. Aus ein paar Wochen,
die Madame Peloux für die Initiation ihres Sohnes vorgesehen hatte, werden
sechs Jahre.
Als er eine von seiner Mutter arrangierte
Geldheirat eingeht, wird Léa ihre Abhängigkeit von Chéri schmerzlich bewusst,
und sie will sich mit aller Kraft aus der Beziehung befreien. Aber auch Chéri
kann Léa nicht vergessen.
Als Edmée und Chéri schließlich
zurückkehren, ist klar, dass die Hochzeitsreise sie kein Stück näher
zusammengebracht hat. Und auch, dass Chéri sich immer noch nach Léa sehnt.
Schon bald hat Edmée genug; sie wirft ihrem Mann seine Gleichgültigkeit und
Grausamkeit vor und zieht sich zurück. Chéri kann die Spannung nicht länger
aushalten. In der Nacht verlässt er das Haus und zieht in ein Hotel. Seine Tage
verbringt er damit, vor Léas Villa auf deren Rückkehr zu warten oder sich
Erleichterung in der Opiumhöhle von La Copine (Anita Pallenberg), einer
früheren Kurtisane, zu verschaffen.
Drei Wochen später trifft Léa in
Paris ein, und Chéri kehrt heim, froh darüber, dass sein Warten nun ein Ende
hat. Madame Peloux stattet Léa einen Besuch ab, wohl wissend, dass sie Léa
durch die bloße Erwähnung ihres Sohnes ins Herz treffen kann, was sie sich
natürlich nicht nehmen lässt.
Spätabends stürzt Chéri in Léas
Schlafzimmer, um mit ihr seine Rückkehr zu feiern. Überwältigt vor Glück über
ihr Wiedersehen verbringen die beiden eine rauschende Liebesnacht. Am nächsten
Morgen beginnt Léa mit Reiseplanungen – weit weg in den Süden soll es gehen, wo
die beiden unbeachtet von der sozialen Kontrolle miteinander leben können. Aber
Chéri ist merkwürdig still. So weit wollte er nicht gehen, hatte er doch eher
daran gedacht, in Paris zu bleiben und Léa von Zeit zu Zeit zur Ablenkung von
seinem Eheleben aufzusuchen. Für Edmée ist er immerhin ein Mann, während er für
Léa immer ein Kind bleiben wird.
Anders als der Titel vermuten lässt handelt
es sich nicht um eine Komödie, sondern um eine Romanze mit tragischem
Einschlag. Die Kurzzusammenfassung eines Münchner Kinos sagt über den Film:
Ein technisch makelloser Film, mit großartiger Kameraführung, bunten Kostümen, detaillierten
Sets und einer wunderbaren Alexandre Desplat Filmmusik. Auffällig ist, dass hier nichts über
die Schauspieler und die Story erwähnt ist, aber leider nicht unberechtigt. Vermutlich
lag es am Drehbuch/Regisseur, jedenfalls klickt es zwischen den Schauspielern
nicht. Die Story kommt blutleer daher. Michelle Pfeiffer und Kathy Bates haben
deutlich mehr Potential als ihnen im Film für Charakterspiel und gegenseitige Sticheleien
Raum gegeben wird. Als Stilmittel wird die Stimme aus dem Off bemüht, anstatt
die Schauspieler ihren Job machen zu lassen. Der Film endet mit einem
Voiceover-Epilog, der wenn verfilmt vermutlich den meisten Raum für Charakterentwicklung
geboten hätte. So ist der Film nur für wirkliche Fans der Belle Epoque sehenswert.