Cast: , Johnny Depp, Anne Hathaway,
Helena Bonham Carter, Crispin Glover
Regisseur:
Tim Burton
Kinostart:
04.03.2010
Die für
ihre Zeit sehr emanzipierte, kaum erwachsene Alice Kingsleywird zu einer viktorianischen Gartenfeier
eingeladen. Was Sie als einzige nicht zu wissen scheint, ist dass die zu ihren Ehren
ausgerichtete Party allein dem Anlass dient, die Bühne für den Heiratsantrag
von Hamish, dem wohlhabenden, aber langweiligen Sohn von Lord und Lady Ascot zu
stellen. Alice flieht aus der Situation und bleibt Hamish zunächst die Antwort
schuldig. Sie folgt einem sonderbaren weißen Kaninchen, das mit einer Weste
bekleidet ist und eine Taschenuhr bei sich trägt.
Das
Kaninchen läuft über eine Wiese und verschwindet dann in einem Loch im Boden.
Ebenso plötzlich wird auch Alice in das Loch hineingezogen und fällt durch eine
eigenartige, traumähnliche Passage, bis sie schließlich in einem runden Raum
mit vielen Türen landet. Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten, die eine Flasche
mit der Aufschrift “Trink mich”und einen Kuchen, der mit den Worten “Iss mich” verziert ist, beinhalten,
schafft es Alice, mit Hilfe der schrumpfenden Wirkung des Tranks und der
vergrößernden Wirkung des Kuchens eine der Türen zu öffnen und hindurchzugehen.
Sie betritt eine zauberhafte Welt, die bei ihren Bewohnern unter dem Namen
Unterland bekannt ist.
Dort
trifft sie auf eine bunte Mischung von Charakteren: von der verwegenen
Schlafmaus zu dem völlig verrückten Hutmacher, von der Grinsekatze zu der
Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom, von der Weißen Königin zu ihrer
gehässigen und launischen älteren Schwester und Herrscherin von Unterland, der
Herzkönigin, die inzwischen auch dem Herzkönig den Kopf hat abschlagen lassen.
Alice
erinnert sich nicht mehr daran, dass sie schon einmal im Unterland war. Sie
glaubt zu träumen. Die Bewohner hoffen, dass Alice die Richtige ist um den
Jabberwocky – eine Art Lindwurm – zu besiegen. Alice ist sich sicher, dass eine
Verwechslung vorliegt und dass sie kein Wesen töten kann und will. Erst mit der
Zeit findet sie sich damit ab, dass Unterland real ist.
Tim
Burtons siebte Zusammenarbeit mit Johnny Depp hat eine unerwartet bunte, opulente
Optik. Im Vergleich zu den „typischen“ düsteren/Gothic/beklemmenden Look &
Feel der Burtonfilmen kommt Alice ungewohnt heiter daher, ohne wirklich lustig zu sein. Die Umsetzung der Charatere ist mitunter großartig, die Grinsekatze (die ich z.B. in der Animationsserie nervig fand) ist nicht nur optisch gelungen. Das Makeup des Hutmachers ändert sich mit seinen Stimmungen, was bei einmaligen Ansehen kaum gewürdigt werden kann.
Die 3D
Optik ist teilweise etwas gewollt. Alice muß man nicht in 3D sehen. Den Schauspielern merkt man an, dass sie mit Spaß bei der Sache, waren wenn auch Anne Hathaway als Weiße
Königin sich ihrer Gestik weniger gruselig, als von Jack Sparrow inpiriert zeigt.
Die Tanzeinlagen des Hutmachers und von Alice zum Ende des Films wirken ähnlich
deplatziert.
Alice krankt etwas an der dünnen Story. Die Zeit im Unterland lebt mehr von der Optik und den auftauchenden absonderlichen Wesen. Man könnte fast meinen, die Story dient teilweise nur dazu, einen Anlass für das nächste Set, die nächste Kreatur zu geben. Im Vergleich zu Alice erzählt Avatar eine ausgeweilte und verwobene, mehrschichtige anspruchsvolle Geschichte. Alice kann man, muß man aber nicht gesehen haben. Der Trailer entspricht dem, was man im Film geboten bekommt.
Versteht man Alice, wenn man die Bücher und die bisherigen Filme/Serien nicht kennt? Es kann nicht schaden, wenn die "Ur-Alice" vor dem Kinobesuch den jungen Zuschauern vorher als Gutenachtgeschichte vorgelesen wird. Ansonsten kann der Einstieg vielleicht zu schwierig sein.